Eine Vielfalt und Farbenpracht - und oft auch noch etwas essbares - bieten die Pflanzen Maltas vor allem in den Wintermonaten und im Frühling. Wer genau hinsieht, kann viele kleine (und grosse!) Wunder entdecken, wo andere nur achtlos vorbeilaufen.
Bei Spaziergängen auf den Maltesischen Inseln (mit Gozo und Comino) begegnen euch mitten in der Natur, am Strnd, am Wegesrand, auf
brachliegenden Bauplätzen oder irgendwo an einer
Mauer immer wieder Pflanzen, die bei uns
meistens nur im Lebensmittelgeschäft zu finden sind.
Auf dem folgenden Bild seht ihr zum Beispiel eine Kapernblüte und eine Kapern-Knospe. Sind die Blumen nicht wunderschön?
Die Knospen, aber auch die später nach der Blüte entstehenden Kapernfrüchte, werden in Essiglake oder in Salz eingelegt und so haltbar gemacht.
Auf Malta werden Kapern oft als würzige Beilage über Salate und andere Gerichte gestreut oder mitgekocht.
Als essbares Souvenir habe ich mir am Markt von Marsaxlokk einige Päckchen der gesalzenen original Maltesischen Kapern gekauft und dabei auch gleich erfahren, dass die Mutter der Marktverkäuferin die Kapern bei einer Bucht in der Nähe von den üppigen Büschen gepflückt hatte.
Auch Pflanzen oder
Kräuter, die es bei uns so oder ähnlich ebenfalls gibt, sind mir besonders
aufgefallen.
Auf den Maltesischen Inseln wachsen Sträucher, Stauden und Blumen, die hier
in der Schweiz und in den kälteren Regionen - wenn überhaupt - nur mit viel Pflege oder gar Winterschutz
überleben oder nur einjährig ausschliesslich im Sommer gezogen werden.
Der Kümmel (Maltesisch: Kemmuna) wächst hier so zahlreich, dass
wahrscheinlich sogar der Name der Insel Comino von ihm stammt. Die
ehemaligen Blütenstände sind im frühen März noch grün und reifen später
ab.
Was auf dem Foto unten links aussieht, wie ein grüner Riesen-Spargel, ist in Wirklichkeit die heranwachsende Blüte einer Agave.
Auch Agaven wachsen auf den Maltesischen Inseln sehr zahlreich und sind in sämtlichen Entwicklungs - Formen zu finden.
Agaven blühen erst nach Jahrzehnten mit einer der grössten Blüten, die
es in der Pflanzenwelt zu bestaunen gibt - danach stirbt leider die ganze Pflanze ab.
Thymian
wächst auch bei uns in den Gärten und übersteht je nach Art meistens sogar den Winter. So schöne,
grosse, wildwachsende Polster wie sie auf Comino zu finden sind, kannte ich jedoch bisher
noch nicht.
Der Thymian ist eine der Pflanzen, welche die laue Luft auf Comino so
würzig duften lassen! Im Frühling sind auch noch unzählige kleine, violette Blüten zu sehen, später nur noch die immergrünen Pflanzen.
Woran erinnern euch die Pflanze und die Blumen auf den folgenden Bildern?
Die Blüte wirkt wie eine kleine Artischocke - und tatsächlich ist es eine wilde Artischocken-Art, nämlich Kardunkel-Artischocken / Kardonien (*), die hier teilweise blühen.
Ebenso
wie bei den uns bekannten, kultivierten Artischocken gibt es - allerdings relativ kleine - essbare Teile an den Kardunkel-Artischocken
und die Pflanze wird auch für die Herstellung vieler Medikamente verwendet.
Wirklich an jedem Strassenrand, auf allen Feldern und Brachflächen Maltas wächst auch der Wilde Fenchel
mit der schönen, grossen, gelben Blüte / Blütenknospe im Frühling. Die Pflanzen prägen für mich das Bild und den Duft der maltesischen Inseln neben dem Kümmel entscheidend mit. Später im Jahr bleiben meist nur noch die vertrockneten Stängel übrig.
Wilder Fenchel wird von den
hübschen Häuschenschnecken heiss geliebt und bis im Spätfrühling oder
Frühsommer oft kahlgefressen. Danach klettern die Schnecken auf die übrig gebliebenen Stängel, machen sich fest und verschliessen die Häuschen mit einem stabilen Deckel, um den heissen, langen Sommer möglichst zu überstehen.
Kapuzinerkresse kennt ihr bestimmt, denn die gibt es auch bei
uns in den Gärten. Aber so üppig wuchernd und mit unzähligen, leuchtenden Blüten wie an
den Strassenrändern
in Maltas Wohnquartieren kannte ich die Pflanze noch nicht.
Das folgende, eher unscheinbare Kraut mit den ebenso unauffälligen
Puschel-Blüten erinnert an unseren Spitzwegrich. Die südländische
Variante hier heisst Hasenfuss-Wegerich (*)
Die auf den ersten Blick unauffälligen Pflänzchen mit den länglichen Blättchen und den typischen
gelben Kreuzblüten, welche teilweise an den unwirtlichsten Orten auf Malta wachsen - zum Beispiel am
Strassenrand und auf einem Schotterfeld hinter dem Flughafengelände -
sind wilder Rucola / Rauke.
Ein anderes Mal haben wir schöne, üppige Rucolapflanzen auch
noch an einer anderen, weniger exponierten Stelle in der Nähe des St. Peter's
Pool gefunden. Dort sind sie wohl weniger von Abgasen belastet und damit eher
geeignet für einen frischen, würzigen Salat!
An
einem Spazierweg durch eine Wiese in der Nähe von Pembroke bei St. Julians haben wir dieses Pflänzchen
gesehen, das es auch bei uns gibt: der Borretsch!
Die hängenden, blauen, frischen Borretsch-Blüten passen zum Beispiel gut zu Gurkensalat. Darüber gestreut schmecken sie nicht nur fein, sondern ergeben auch eine hübsche Deko.
Nicht wirklich wild gewachsen, aber dennoch imposant ist dieser wunderschöne Zitronenbaum auf dem folgenden Foto. In der Art
sind diese Pflanzen auf Malta in vielen Gärten zu finden!
Kleinere Exemplare von Zitrusbäumchen gibt es auch bei uns - aber so sorglos über den Winter
draussen eingepflanzt lassen, ginge hier nicht. Zitronenbäume und ähnliche Pflanzen wachsen normalerweise in Kübeln und müssen drinnen geschützt überwintert werden.
Wohl am meisten erstaunt haben mich die Bäume, auf welchen Rosa Pfeffer wächst... ich hätte solche Pflanzen eher in Südamerika erwartet, als auf
Malta. (Wiki-Informationen) Der Geschmackstest hat aber meine Vermutung bestätigt: die Früchte schmecken typisch leicht scharf und aromatisch wie eben die rosa Pfefferbeeren, welche wir kennen.
Genau genommen ist der "rosa Pfeffer" gar kein Pfeffer,
sondern eine aromatische Beere, welche oft bunten Pfeffermischungen
beigemischt wird.
Auf den Maltesischen Inseln gibt es extrem filigrane Blümchen, aber auch
imposant gross gewachsene Pflanzen und Blüten. Viele davon blühen im Winter und sind später zwischen Frühling und Herbst, wenn auf Malta die Hauptreisezeit ist, nicht mehr sichtbar.
Die bei uns nicht
winterharten Geranien wachsen auf Malta teilweise zu
beeindruckenden, bis zwei
Meter grossen Büschen heran, da sie im Winter nicht zurückfrieren oder
geschnitten werden, sondern immer weiter wachsen und unten langsam
verholzen. Ein beeindruckender Anblick!
Noch im Frühling könnt ihr auf Malta viele Wildblumen bewundern! Später
im Hochsommer haben die
Pflanzen auf Malta, Gozo und Comino durchwegs das Problem, dass es extrem
heiss und trocken wird, was viele der zarten Pflänzchen nicht
überstehen... sie trocknen aus oder überdauern die unwirtliche Zeit
zurückgezogen im Boden.
Eine spannende Seite, welche mir bei der Bestimmung der mit (*) markierten Pflanzen geholfen hat, findet Ihr HIER.
Noch lange nicht alle Pflanzen, welche ich auf Malta gesehen und fotografiert habe, konnte ich bisher auch benennen. Und bei weitem habe ich noch nicht alle Pflanzen gesehen, welche - vor allem auch im Winter - auf Malta wachsen. Da gibt es also noch viel zu entdecken!
In Facebook-Gruppen habe ich in der Zwischenzeit wunderschöne Fotos von Pflanzen, Blüten und ganzen Lebensräumen gesehen, welche eher an unsere Region als an die meist karg scheinenden Maltesischen Inseln erinnern.
Da diese jedoch nur im Winter zu sehen sind, ist eine Winter-Reise auf die Maltesischen Inseln ein Geheimtipp für alle Pflanzen- und Naturliebhaber!
Liebe Grüsse und viel Freude beim Entdecken der Pflanzen und Blümchen, Miuh
Hallo Miuh,
AntwortenLöschenich finde es gut, dass bei Dir allerlei essbare Pflanzen zu finden sind. Die meisten davon kennen auch wir. Vor kurzem stießen wir auch auf den "roten Pfeffer" am Baum, ich glaube in Südspanien. Wir haben ihn getestet, riecht und schmeckt wie roter Pfeffer, haben aber der Sache nicht recht getraut, weil wir den Baum nicht kennen. Jetzt wissen wir, dass wir ein paar Beeren hätten mitnehmen sollen.
Schöner Beitrag über die Blumen.
Vielen Dank für deinen tollen Beitrag, hab auf Gozo einiges interessantes gefunden (sind noch bis 22.02.2019 hier) und bin dadurch auf deine Seite gestoßen. Kümmel, Fenchel ...und wenn mich nicht alle täuscht hab ich Gestern wilden Knoblauch gefunden.
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