Donnerstag, 21. Oktober 2021

Oman Roadtrip: Wadi Bani Khalid - Traumhafte Oase der Berge

Wadi Bani Khalid ist DAS traumhafte Wadi im Oman, eines der bekanntsten und meist besuchten. Am Vortag hatten wir uns noch verfahren und die "falsche" - aber auch wunderschöne - Seite des Wadis angefahren. Nun aber wollten wir ins "richtige" Wadi Bani Khalid, welches man immer wieder auf Fotos sieht: mit beeindruckenden Felsen, türkisblauen Süsswasserpools, Palmen, steilen Schluchten und viel Natur trotz touristischer Erschliessung.


Recht früh am Morgen hierhin zu kommen, war die perfekte Entscheidung! Da man bequem auf einer geteerten Strasse vorfahren und auf einem offiziellen Parkplatz das Auto ganz in der Nähe der Süsswasserpools und eines Restaurants abstellen kann, kommen sehr viele Besucher hierhin. 


Gemäss "omantravelandtours" waren es alleine im 2019 über 220'000 Menschen, welche Wadi Bani Khalid besuchten - die Tendenz war vor Corona stark steigend. Das Wadi ist nicht nur bei Individualreisenden beliebt, sondern es werden auch ganze Busladungen voller Reisegruppen hingefahren. Nicht zuletzt wird Wadi Bani Khalid auch von den Einheimischen gerne bereist, welche ca. ein Drittel aller Besucher ausmachen. 

 


Wie perfekt unser Timing war, wurde uns erst bewusst, als wir nach dem Mittag zurückkamen und den Parkplatz restlos überfüllt vorfanden. Es ist aber auch nicht einfach, Morgens früh hier zu sein, denn allzuviele Übernachtungsmöglichkeiten oder grössere Orte gibt es nicht in der Nähe. Für uns war dafür die Übernachtung im Desert Nights Camp ideal. Als Alternative bliebe zum Beispiel, extrem früh Morgens in Muscat abzufahren, oder bereits in der Nacht zuvor hier auf dem Parkplatz zu campen.


Vom Parkplatz aus konnten wir über die Falaj, die Wasserkanäle sowie über schmale Trampelpfade ins Wadi hinein spazieren.

Schon hier bietet sich viel Natur, wenn man die Augen dafür etwas offen hält.


Unzählige Libellen in allen Farben des Regenbogens flogen um uns herum und wärmten sich auf den Steinen in der Morgensonne.

 


Das glasklare Wasser in den Tümpeln schimmerte mal türkisgrün, mal türkisblau und liess uns problemlos bis auf den Grund blicken. Ein paradiesisches Plätzchen inmitten all dieser kargen Berge!


Einmal mehr kann ich auch bei dieser Idylle nicht genügend warnen: bitte geht auf keinen Fall in ein Wadi, wenn es regnet, weiter oben in den Bergen regnet oder bald regnen könnte! Die Wassermassen stürzen so unberechenbar und gewaltig das Tal hinunter, reissen Steine, Felsen, einfach alles mit, da habt ihr keine Chance.

Im Wadi Bani Khalid gab es im Mai 2019 eine solche "Flash Flood", bei welcher eine ganze Familie ums Leben kam. 

Das Foto unten habe ich bei unserem Besuch aufgenommen. Im kurzen Youtube - Video der Times of Oman sehr ihr im Vergleich das Schattenhäuschen rechts vom Wasser umgeben, die Brücke in der Mitte ist komplett überspült und das Restaurant links ragt auch aus den Fluten.


Auf diese Weise werden die Pools in den Wadis alle paar Monate oder Jahre auf natürliche Weise wieder etwas "umgestaltet" und es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie schnell nach einem solchen Ereignis alles wieder idyllisch aussieht und das Wasser wieder glatt, klar und türkisblau leuchtet.


Wer trittsicher und abenteuerlustig ist, kann vom grössten Wasserbecken aus dem Lauf des Wadi Bani Khalid entlang weiter nach hinten ins Tal klettern.


Immer wieder gibt es auch dort kleine Pools, in welchen man baden kann und grosse Steine, auf denen sich die Sonne geniessen lässt.


Uns wurde es hier auf den glattgeschliffenen Felsen zu rutschig und zu gefährlich, weshalb wir bald umgekehrt sind.

Wir fanden etwas weiter unten ein schönes, individuelles Plätzchen, direkt am Ufer des kleinen Sees mit Blick auf Wasser, Palmen und die dahinter liegenden Felsen...


... doch ganz so alleine, wie wir erst dachten, waren wir hier nicht!


Die Spinne glich einer Art, die ich auch bei uns zu Hause schon gesehen hatte - einfach ein gutes Stück grösser. Auch sie war nicht alleine! Gleich nebenan hing ihr Kokon mit ziemlich vielen kürzlich geschlüpften Jungtieren.


Unser Deal war ganz einfach: Wir lassen die Spinne in Ruhe und die Spinne lässt uns in Ruhe - das funktionierte wunderbar.

Im Wasser wartete schon die nächste tierische Überraschung auf uns! Wir zogen die Schuhe aus und badeten unsere Füsse im kühlen Wasser - und schon kamen viele kleine Fischchen angeschwommen. Sie knabberten an unseren Füssen: die etwas grösseren  ganz vorsichtig kitzelnd, die ganz kleinen Fischchen eher angriffig schnappend. Ein riesiger Spass! Es scheint, dass wir hier im Wadi Bani Khalid ein natürliches Fisch-Spa entdeckt haben :-)


Der Ausflug ins Wadi Bani Khalid hat uns sehr gut gefallen, auch wenn es alles Andere als ein Geheimtipp ist. Wer möchte, findet jedoch auch hier seine Ruhe und ein Stück beeindruckende Natur für sich.


Für uns war es gegen Mittag Zeit, wieder aufzubrechen und uns auf den Weg zurück in Richtung Muscat zu machen.


Mehr spannende Reiseberichte und alle Etappen unseres Roadtrips durch den Oman findet ihr hier: Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land

Die vorherige Etappe, unsere Fahrt ins Wadi Bani Khalid von der "falschen" Seite her, findet ihr hier:
Oman Roadtrip: So schön kann es sein, sich zu verfahren - unbekanntes Wadi

Vor dem Besuch des Wadi Bani Khalid haben wir hier übernachtet:
Oman Roadtrip: Desert Nights Camp in der Wahiba Wüste - 1001 Nacht luxuriös

Liebe Reisegrüsse
Miuh


P.S. Gerne zeige ich das traumhafte Wadi Bani Khalid auch beim Freutag

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Oman Roadtrip: So schön kann es sein, sich zu verfahren - unbekanntes Wadi

Noch bevor wir von Masirah Island her kommend ins Desert Nights Camp fuhren wollten wir einen kurzen Abstecher ins Wadi Bani Khalid wagen. Es war das erste Wadi im Oman, welches wir zu besuchen planten: Endlich wollten wir eines dieser grünen Bergtäler, eine dieser Oasen der Berge mit türkisblauem Wasser und Palmen rundherum besuchen.

 


Links erstreckten sich steinige Ebenen, welche weiter draussen in die Wahiba Wüste übergingen, rechts von uns erhoben sich die Berge. 

 


Beim Abzweiger in Richtung Wadi Banki Khalid bogen wir rechts ab, fuhren vorbei an einem kleinen Dorf mit Moschee weiter hoch. Die Ziegen waren hier so frech, wie wir sie immer wieder sahen... Autos nutzen sie sehr gerne zum draufklettern!

 


 

Dann ging es immer weiter entlang dem breiten, wasserlosen Bachlauf. An einigen Stellen konnten wir dennoch erkennen, wie stark die Kraft des Wassers sein musste, wenn es doch einmal in Massen hier hinunterschoss.

 




Die immer grösser werdenden Berge links und rechts leuchteten teilweise in kräftigen Erdfarben und würden jedem Geologen Freude bereiten: Verschiedene Gesteine sind hier geschichtet und gefaltet zu sehen - wunderschön und spannend zugleich!

 



Irgendwann kam uns der Weg etwas weit vor - und nicht sehr touristisch - aber das war ja oft so im Oman. Die geteerte Strasse war zu Ende und wir fuhren auf Schotter weiter, bald auch etwas steiler, bergiger...





Doch dann kamen wir zu einer schönen, neu gebauten Toilettenanlage - Hier musste also für Reisende geplant worden sein, hier schienen wir doch richtig...

 


Und dann dahinter: Palmen, Schilf, flache Bachläufe, die sich kreuz und quer durch die Talbreite schlängelten sowie Grasbüschel und runde Steine die aussahen, als wären sie extra plaziert worden, um so ein wunderschönes Biotop zu schaffen.

 


Hier war es, das erhoffte, das gesuchte Wadi!



Wir konnten uns kaum sattsehen an der Landschaft rundherum!

 


 

Auf der holprigen Strasse durchquerten wir auch einen der Wasserläufe und stellten dann das Auto ab, um die Gegend genauer zu erkunden.



Im Wasser schwammen unzählige kleinere und grössere Fischchen - welch ein kleines Naturparadies hier mitten in den Bergen!



Dennoch wollten wir schliesslich noch weiter, denn wie auf den Fotos, welche wir vom Wadi Bani Khalid gesehen hatten, sah es hier nicht aus... Durch ein kleines Dörfchen hindurch führte die schmale Strasse weiter bergwärts.

 




Irgendwann liess sich leider immer weniger ausmachen, wo und ob noch eine Strasse weiterführte... Auch hatten wir ja noch den Plan, ins Desert Night Camp in der Wahiba - Wüste weiterzufahren. So haben wir uns schliesslich schweren Herzens entschlossen, umzukehren.



Nochmals furen wir vorbei am faszinierenden, alten, kleinen Dörfchen... 

Erst viel später, schon wieder zu Hause in der Schweiz fand ich mit vielen Recherchen in Google Maps heraus, dass wir wohl tatsächlich im Wadi Bani Khalid gewesen waren - allerdings nicht bei den bekannten Pools, sondern in einem anderen Seitenarm des Tals. Viel weiter wären wir mit dem Auto auch wirklich nicht mehr gekommen, zu abgelegen, steil und felsig waren die Berge dazwischen. 

Das kleine Dörfchen heisst Sayq und die schöne, neue öffentliche Toilette führt in Google Maps einen eigenen Beitrag als "Public Toilet" - sie war auch der entscheidende Orientierungspunkt, wie ich schlussendlich das schöne, "unbekannte" Wadi doch noch orten konnte. So geht das manchmal im Oman!



Schaut ihr auch so gerne mit solchen Reiseberichten zurück auf schöne Reise-Zeiten und lasst euch in fremde Welten entführen? 

Alle Informationen über unseren spannenden Roadtrip durch den Oman sowie weitere Etappen findet ihr HIER: Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land.

Ich freue mich, wenn ihr mich weiterhin begleitet - und den Geheimtippreisen-Blog am besten gleich abonniert.

Liebe Reisegrüsse mit etwas Reise-Sehnsucht, Miuh

Montag, 12. Oktober 2020

Der Himmel über dem Gotthard - Pass

Neben dem Gotthard haben wir in der Schweiz noch einige Alpenpässe mehr - jeder mit seinen landschaftlichen Besonderheiten. Meist bedeutet die Fahrt über einen Pass, dass wir auf einer längeren Reise in Richtung Süden sind - für Ferien im Tessin, in Italien oder noch weiter...

 


Der - auch international - bekannteste Pass der Schweiz ist und bleibt jedoch der Gotthard: viele kennen ihn der Staus wegen, welche sich regelmässig zu Ferienzeiten kilometerlang ausdehnen und am Radio sowohl in Kilometern als auch in Stunden angegeben werden. Nur diesen Sommer gab es "Corona sei Dank" selbst an den Wochenendenn kaum Stau vor den Gotthardportalen - nun im Herbst ist der Gotthard-Stau jedoch wieder voll da.

 


Auch mit Stau ist die Fahrt durch den Tunnel oft schneller als über den Pass: Die Tunnelfahrt selbst dauert nur knapp 13 Minuten für die ca. 17 Kilometer Tunnel (der Stau wird immer davor zurückgehalten, im Tunnel steht ihr nicht!).

 


 

Die Fahrt über den Pass hingegen mindestens eine halbe Stunde. Ausserdem werden bei Stau die nächstgelegenen Autobahneinfahrten für Pass-Fahrer gesperrt, so dass ihr eine noch weitere Strecke auf Nebenstrassen fahren müsst. Zusätzlich gibt es aktuell auch auf dem Pass mehrere Baustellen mit langen Rotlichtphasen. 

 


 

Dennoch: Wann immer die Zeit es erlaubt, entscheide ich mich für die Fahrt über anstatt durch den Gotthard. Ich liebe die wilden, bergigen Landschaften und besonders auch die oft beeindruckenden Wetterveränderungen zwischen Norden und Süden. 

 


So sieht der Himmel jeweils alle paar Minuten wieder ganz anders aus, Wolken jagen über den Himmel und der Nebel quillt vom Norden in Richtung Süden oder auch mal vom Süden gegen Norden.

 


Meist halten wir auf der Passhöhe beim kleinen See mit dem klaren (und bestimmt eiskalten!) Wasser kurz an, steigen aus, bestaunen die Landschaft, machen einige Fotos und fahren dann weiter. Jedes Mal, aber auch wirklich jedes Mal unterschätze ich die Kälte und den beissenden Wind auf etwa 2100 müM bei der Passhöhe. Hier oben ist es einfach kühler, egal, wie schön es aus dem Autofenster heraus aussieht!

 



In der Zwischenzeit haben wir auf dem Gotthard bald jedes Wetter gesehen: 

Strahlenden Sonnenschein...

 


 

Fluffige Schönwetterwolken...

 


 

Dichten Nebel...


 

Regen... 


 

Nur dichter Schneefall und meterhohe Schneemauern links und rechts der Strasse fehlen noch. Welch eine Vorstellung in dieser im Sommer so idyllischen Landschaft...

 


Apropos Wind: die hohen Bauten auf dem Gotthard sind keine riesigen Kamine, sondern hier werden Windturbinen aufgebaut, von welchen in der Zwischenzeit einige bereits fertiggestellt sind:

 

 

Das mystischtste Erlebnis auf dem Gotthard hatte ich diesen Sommer, als plötzlich auf der alten, noch mit Kopfstein gepflasterten Pass-Strasse neben uns die alte Gotthard-Kutsche aus dem Nebel auftauchte...

 


Und mein erstaunlichstes Erlebnis auf dem Gotthard war, als ich eine Woche nach der Gotthard-Kutsche einen Abenteuer-Truck auf dem Gotthard parkiert sah: Es war derselbe Truck, welchen wir acht Monate früher am Ningaloo Reef an der Westküste Australiens in der Nähe von Exmouth angetroffen hatten... Leider war der Besitzer nirgendwo zu sehen. Aber welch ein toller Zufall!?

 


Welche Erlebnisse, schönen Landschaften, Himmel oder Wetterphänomene verbindet ihr mit dem Gotthard oder einem anderen Pass?

 

Liebe Reisegrüsse, Miuh