Sonntag, 22. März 2020

Coronavirus Covid-19: Zuhause bleiben, Stornierungen, Quarantäne. Was nun?

Viele von uns sind - je nachdem, wo sie leben - durch das Covid-19 Coronavirus nicht nur gezwungen, geplante Reisen abzusagen, sondern auch möglichst komplett zu Hause zu bleiben.  Einige sind gar erkrankt oder waren in Kontakt mit Infiszierten und sind deshalb in strenger Quarantäne. Was nun?




Besonders schwierig ist das für "Reisefüdlis", wie wir Schweizer sagen, also Viel-Reisende, welche sich gewohnt sind, ständig frei und unterwegs zu sein oder sogar beruflich reisen und vom Reisen leben! Nicht zu unterschätzen ist die Situation auch für Familien mit Kindern, die definitiv einen starken Bewegungsdrang haben und irgendwann schwierig drinnen zu halten sind... Wie sollen wir mit dieser Situation umgehen, wie geht es weiter?




Auch mich betreffen die Einschränkungen, wenn auch noch nicht hart oder gar existenzbedrohend. Tag für Tag habe ich mich in den vergangenen drei Wochen an die veränderte Situation angepasst, musste flexibel sein, umdenken und stornieren.


Inhalt:


Einleitung
1. Meine persönliche Situation mit der Covid-19 Bedrohung
2. Ältere Menschen und andere Gefährdete schützen - Zuhause bleiben!
3. Langweilig? - Alternativen zu Reisen oder Business und andere Freizeitunternehmungen
4. Links und Intnernetseiten mit guten Tipps
5. Ihr seid im Ausland und braucht Hilfe bei der Rückkehr? Links zu Rückholungsaktionen:  Schweiz, Deutschland, Österreich



1. Meine persönliche Situation mit der Covid-19 Bedrohung


Selbst gehöre ich zum Glück nicht zu einer der Risikogruppen, die direkt vom Tod bedroht sind, sollte jedoch aus verschiedenen Gründen aktuell unbedingt vermeiden, mit Covid-19 angesteckt zu werden. Entsprechend vorsichtig bin ich seit ca 2 Wochen beinahe ununterbrochen zu Hause, das Restrisiko einer Ansteckung via Partner oder während dringenden kurzen Besorgungen blieb in der ersten Woche dennoch bestehen. In der Zwischenzeit haben wir uns weiter angepasst: Lebensmittel lassen wir uns liefern oder leben von dem, was wir noch zu Hause haben - da lassen sich oft überaschend kreative Menüs zusammenstellen!




Tag für Tag habe ich mich, wie oben schon erwähnt, in den vergangenen drei Wochen an die veränderten Situationen angepasst, musste flexibel sein, umdenken und mehrere Reisen stornieren oder sonst absagen. Was mich ziemlich hibbelig macht, ist die Ungewissheit, die Verunmöglichung, verlässlich zu planen. Auch die naheste Zukunft kann schon in wenigen Stunden wieder komplett auf den Kopf gestellt werden was sich in den vergangenen Tagen mehrmals gezeigt hat.




Abschalten und entspannen fällt mir momentan besonders schwer: Ständig versuche ich als News-Junkie an aktuelle, verlässliche und seriöse Informationen zu kommen, diese richtig einzuordnen und zu interpretieren. Manche meiner persönlichen Voraussagen hat sich dabei schon beinahe erschreckend genau bewahrheitet, so dass sich zum Glück auch bisher getroffene Entscheidungen als richtig herausgestellt haben. Mich Abends ruhig ins Bett zu legen  und das Handy loszulassen muss ich mich dennoch immer wieder zwingen.




Den Besuch der ITB habe ich mir dieses Jahr vorgemerkt, wenn auch lange nicht fix gebucht. Die Entscheidung, nicht nach Berlin zu reisen, habe ich wenige Tage vor der Absage der ITB für mich getroffen.

Die für vorletzte Woche geplante Reise nach London musste ich stornieren - und sass stattdessen zu dem Zeitpunkt bereits zu Hause im Home Office, welches noch bis vor kurzem von der Firma als kaum möglich definiert worden war. Aber es geht, wenn es muss!

Für den Sommer ist eine Reise nach Italien geplant, davor wäre ich gerne nach Wien (bereits abgesagt), vielleicht nach Malta, in den Oman und auf jeden Fall öfters ins Emmental gereist. Das Alles steht nun auf der Kippe, oder wurde gar bereits storniert / verschoben.

Wie ist eure persönliche Situation? Habt ihr Reisen geplant, die ihr nun absagen müsst, oder die auf der Kippe stehen?



2. Ältere Menschen und andere Gefährdete schützen - Zuhause bleiben!


Bis Anfang Februar war ich persönlich hin- und hergerissen zwischen dem Gedanken "ist ja nur so etwas wie eine Grippe, da müssen wir wohl durch, auch wenn es unangenehm ist" und der Hoffnung einer möglichst konsequenten Eindämmung von Covid-19. Die Notwendigkeit und der Wunsch der Behörden, die breite Erkrankung grosser Bevölkerungsteile möglichst lange hinauszuzögern und zu verlangsamen, hat mir dennoch von Anfang an eingeleuchtet.

Spätestens mit dem verstärkten Ausbruch des neuen Coronavirus in Italien wurde mir richtig bewusst, worum es wirkich geht: Die schnelle Zunahme der Anzahl schwerer Fälle überstieg dort in einigen Regionen bereits seit über einer Woche die Kapazität der Spitäler, der Intensivstationen, der Anzahl Beatmungsgeräte aber auch der Pflegenden. Das medizinische Personal musste anfangen, eine Triage vorzunehmen, wie es sonst in Kriegsgebieten oder bei grossen Katastrophen der Fall ist: Wer hat die grössten Überlebens-Chancen, wer eher nicht? Wer erhält die vorhandene Hilfe, das Bett, die Pflege, das Beatmungsgerät, für wen reicht es leider nicht mehr?




Ähnliche Befürchtungen gelten für die Schweiz und andere Europäische Länder, welche mit der Krankheits-Ausbreitung je nach Region ca. 5 bis 14 Tage hinter Italien stehen. Mit Erleichterung habe ich diese Woche die jeden Tag stärker werdenden von den Schweizer Behörden sowie auch anderswo in Europa angeordneten Massnahmen verfolgt.

Deshalb auch hier wie vielerorts nochmals der Hinweis: Bleibt wirklich zu Hause! Geht nur raus, wenn es unbedingt nötig ist (zB Einkaufen, Arbeit, welche nicht von zu Hause aus möglich ist) - und auch dann nur mit dem nötigen Abstand von mindestens 2 Metern. Besucht niemanden, insbesondere nicht ältere Menschen wie zum Beispiel eure Eltern oder Grosseltern. Organisiert deren Versorgung falls nötig anders, stellt Einkäufe oder Essen nur vor die Tür. Frische Luft schnappen und sich bewegen ist natürlich weiterhin möglich, zum Beispiel im eigenen Garten oder alleine (allenfalls mit Partner / Mitbewohnern) draussen.

Niemand hier hat bisher Abwehrkräfte gegen dieses Covid19 - Virus. Das heisst, wer in Kontakt damit kommt,  macht die Erkrankung durch: Junge und insbesondere Kinder oft in eher leichter Form, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen hingegen erleiden vermehrt Komplikationen, welche eine Hospitalisierung und den Einsatz eines Beatmungsgerätes und weiterer Intensivmedizin nötig machen. Alle diese Mittel sind jedoch auch in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich - ja überall! - beschränkt. Die aktuell angenommene Sterblichkeitsrate für das neue Coronavirus wird um 2-3% angegeben. Bei denjenigen Ländern mit einer vordergründig stark höheren Sterblichkeitsrate muss davon ausgegangen werden, dass es eine hohe Dunkelziffer an eher leicht erkrankten und gar nicht getesteten Personen gibt. Auch steigt die Sterblichkeitsrate der angesteckten Menschen, sobald das Gesundheitssystem überlastet wird und mehr schwere Fälle auftreten, als behandelt werden können.

Im Gegensatz dazu wird geschätzt, dass eine "normale Grippe" eine Übersterblichkeitsrate von etwa 0.1% verursacht. Ausserdem sind viele Menschen jeweils dagegen immun durch eine früher durchgemachte Grippe, oder durch eine erfolgte Grippeimpfung.

Gut 8.5 Millionen Menschen leben ständig in der Schweiz, weit über 1.5 Millionen davon sind älter als 65 Jahre - das sind mehr als 18% der Schweizer Bevölkerung. (Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Statistik / 2018) Weitere Risikogruppen, wovon auch jüngere betroffen sind, habe ich dabei noch nicht einmal dazugerechnet. Wenn nun in sehr kurzer Zeit sehr viele dieser älteren und vorbelasteten Menschen an Covid-19 erkranken, reicht die vorhandene medizinische Infrastruktur leider bei Weitem nicht mehr für alle schweren Fälle aus. Dramatische Situationen und Triagen drohen auch hier.

Nun mag man kalten Herzens sagen:" ach ja, die älteren würden ja sowieso nicht mehr lange leben..." oder "gut für die Altersrenten..." Leider habe ich in den vergangenen Tagen tatsächlich solche schrecklichen Aussagen gelesen. Sobald den Leuten bewusst würde, dass es es auch um die eigenen Eltern, Oma und Opa, den netten Nachbarn, den nahen Freund oder die geliebte Tante geht, würden sie anders denken und reden, bin ich überzeugt!




Ja, es stimmt: das neue Coronavirus stellt für uns jüngere tatsächlich nicht eine sehr grosse Gefahr dar, solange wir gesunde Nichtraucher sind und ein gutes Immunsystem haben. Es geht jedoch in einer Gesellschaft nicht nur um mich selbst, sondern auch um die Gemeinschaft und den Schutz der Schwächeren. Gefragt sind hier deshalb meiner Meinung nach auch Solidarität und Empathie. dein Grossvater, die Mutter deiner Freundin sowie dein frisch operierter Kollege danken es Dir.

Das zweite Thema sind die Wirtschaftlichen Folgen: Aktuell steht das Geschäftsleben vielerorts still und mit jedem zusätzlichen Tag drohen weitere Einkommenslücken und Verluste! Diese treffen leider als erstes diejenigen Menschen und Unternehmen, die sonst schon eher knapp durchkommen. Je konsequenter wir nun die angeordneten und empfohlenen Massnahmen umsetzen, zu Hause oder sonst isoliert bleiben, desto schneller kann auch wirtschaftlich und auf dem Arbeitsmarkt wieder Normalität zurückkehren.

Mit diesen Gedanken finde ich es gut verschmerzbar, dass ich mein Sozialleben und meine Reisen nun einschränken muss, den zusätzlichen Aufwand für das Home Office in Kauf nehme und auch die nächsten nötigen Massnahmen der Regierung akzeptiere - auch wenn es persönlich oft nervt, schmerzt und verunsichert.

Wie geht es euch damit, was ist eure Einstellung zur Solidarität und zu den angeordneten Massnahmen? Seid ihr oder jemand in eurem Umfeld möglicherweise betroffen?



3. Langweilig? Alternativen zu Reisen und anderen Freizeitunternehmungen


Nun ist es also so weit... ich sitze zu Hause und musste schon mindestens drei meiner Reisen vom Plan streichen. Langeweile war hingegen bisher kein Problem: die Arbeitstage im Home Office sind sehr stressig und lange und die übrige Zeit konnte ich gut nutzen um zu lesen und Blogbeiträge zu schreiben. Oder wir haben uns einfach einmal mit den Katzen und einem feinen Drink zu Hause eingekuschelt. Auch habe ich Glück, dass ich kurz in den kleinen Garten hinaus kann, um frische Luft zu schnuppern, die Schultern und den Rücken mal zu lockern.

Irgendwann aber wird bestimmt der Koller kommen, ein Gefühl des Eingesperrtseins, die Sehnsucht nach sozialen Kontakten, Weite, Freiheit, Freunden, Reisen! Schon jetzt suche ich nach Möglichkeiten, mich abzulenken und dem aufkommenden Fernweh von daheim aus zu begegnen. Einige davon teile ich hier mit euch:


- Alte Fotoalben ansehen:
Wann habt ihr zuletzt eure oder die Fotoalben der Familie angeschaut? Per Zufall habe ich letzte Woche ein Fotoalbum der ersten gemeinsamen Ferien mit meinem Partner hervorgeholt - Weil wir in einem Youtube-Film das Hotel erkannt hatten, wo wir damals einen Zwischenhalt eingelegt haben. In den nächsten Tagen kommen sicher noch weitere unserer alten Fotoalben ans Tageslicht! Weist Du noch? Brr, war es da kalt! Wie es dort wohl jetzt aussieht? Auf schöne, nostalgische Abende!




- Neue Fotoalben / Fotobücher zusammenstellen:
Ihr habt vielleicht kein einziges oder noch gar nicht so viele Fotoalben? Na dann ist es höchste Zeit, dass ihr euch daran macht! Nur schon die Auswahl der Fotos benötigt viel Zeit und ermöglicht wunderbare Erinnerungen! Ob wohl heute wirklich noch jemand Fotos bestellt und sie dann in ein Album klebt? Die Meisten mögen wahrscheinlich lieber gleich online ein Fotobuch erstellen.

- Schöne Bilder oder Foto-Prints für die Wände aussuchen und bestellen
Ob wir es wollen oder nicht... viele von uns werden wohl in den nächsten Wochen vermehrt Zeit zu Hause in den eignen vier Wänden verbringen. Dann soll es hier wenigstens auch richtig gemütlich sein! Vielleicht habt ihr ja ein Bild, welches ihr euch schon länger wünscht, oder wollt eigene Ferienfotos als Print auf Leinwand oder Alu an die Wand bringen?

- Die Wohnung so richtig aufräumen / umräumen / umstellen / umdekorieren
Nicht nur die Wände sollen schön sein, auch der Rest des Zuhauses! Vielleicht müsst ihr ja etwas umstellen, um das Home-Office unterzubringen? Oder der Frühlingsputz ist gerade angesagt, ihr dekoriert die Wohnung nach einem Motto oder einer Ferienregion passend um...

- Neue Blogs entdecken
Eure üblichen, abonnierten Blogs habt ihr alle schon gelesen? Dann ist es nun Zeit, neue zu entdecken! Lasst euch zum Beispiel von bisher unbekannten Reiseblogs inspirieren für die Zukunft. Vielleicht mögt ihr aber auch ganz neue Themen entdecken: Gartenblogs, Kochblogs, Familienblogs, handwerkliche Tätigeiten, Literatur, Natur... - es gibt kaum ein Thema, welches nicht abgedeckt wird.

- Fortlaufende Reiseberichte lesen
Die Art Reiseberichte, welche ich am meisten mag, sind die fortlaufenden, bei denen nach jedem Kapitel schon das nächste - entweder für den nächsten Tag oder für das nächste Etappenziel - wartet.
Zwei solche Serien halte ich hier auf meinem Blog für euch bereit:
* Traum - Australienreise: Westen, Süden und Ostküste
* Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land (einige Kapitel folgen noch)




- Youtube-Filme über fremde Länder und spannende Reisen ansehen
Auf Youtube könnt ihr nicht nur Filme schauen über Destinationen, die ihr gerne einmal selbst bereisen würdet, sondern auch solche, die ihr euch momentan nicht vorstellen könnt. Auch verschiedenen Reise-Arten könnt ihr so virtuell ausprobieren: Campen, trampen, Roadtrip, Luxushotel, Weltreise... alles ist möglich!

- Fotos bearbeiten
Habt ihr auch noch jede Menge Fotos, die nur darauf warten, passend bearbeitet und entwickelt zu werden? Jetzt wäre allenfalls die Zeit dafür! Vielleicht packt ihr auch gleich die Gelegenheit, euch endlich Kenntnisse in einem neuen, favorisierten Fotobearbeitungs-Programm anzueignen?

- Blogbeiträge erstellen
Ähnlich wie mit den Fotos geht es mir beim Schreiben von Blogbeiträgen: Themen, Destinationen, Fotos und Ideen hätte ich noch unzählige - alleine an der Zeit fehlt es mir. Vielleicht habt ihr ja nun durch eine abgesagte Reise unerwartet viel freie Kapazität für neue Blogbeiträge?

- Neue Angebote überlegen: Onlinekurse, Berichte, Onlinepräsentationen... anstatt Moderationen und Auftragsreisen
Sind euch durch die aktuell gültigen Einschränkungen und Stornierungen Aufträge (und damit auch Einkünfte) verlorgen gegangen? Nicht nur ihr, sondern möglicherweise auch eure bisherigen oder andere Auftraggeber sind auf der Suche nach Alternativen. Entwickelt neue Lösungen, neue Werbeformen, digitalisierbare Ideen und innovative Angebote. Erweitert und bearbeitet euer Angebot und Portfolio entsprechend. Verschiedene Online-Dienstleistungen werden in den nächsten Wochen einen starken Boom erleben. Seid flexibel und innovativ und sichert euch schnellstmöglich ein Stückchen dieses Kuchens - insbesondere, falls euer angestammtes Business gerade am wegbrechen ist.

- Telefonieren, Skypen, Chatten mit Freunden und Familie
Allzu lange bin ich selbst noch nicht komplett zu Hause, gerade einmal zehn Tage. Auch bin ich nicht eingesperrt oder in Quarantäne - und dennoch fehlen mir die sozialen Kontakte sehr. Zum Glück lebe ich nicht alleine... da würde ich mich so richtig einsam fühlen! Dagegen hilft wenigstens ein bisschen: telefonieren, Chatten, Skypen. Gerade in turbulenten Zeiten mit so vielen Unsicherheiten und Ängsten ist es unglaublich wichtig, sich auszutauschen, vertraute Stimmen zu hören, einander Mut zuzusprechen. Eine herzliche Umarmung ist leider dennoch durch nichts wirklich zu ersetzen. Ausserdem überlege ich mir bereits, ob wir wohl neue, digitale Arten des Zusammenseins versuchen werden, falls die aktuelle Situation länger dauern sollte: Party-Telefonkonferenzen oder so?

- Morgens früh rausgehen für Sport, Spaziergang, Foto-Tour
Solange keine Ausgangssperre gilt, dürft ihr sehr wohl hinaus in die Natur! Frische Luft und Bewegung sind schliesslich auch gut für Geist und Gesundheit. ABER: achtet auch hier darauf, viel Abstand zu anderen Menschen zu halten! Besonders gut eignen sich deshalb auch Randzeiten, wie zum Beispiel Morgens früh - und vielleicht bietet sich hier sogar das eine oder andere Foto-Sujet an? Ich erinnere mich, wie wir während unserer kürzlichen Australien-Reise zeitweise jeden Morgen vor dem Sonnenaufgang aufgestanden sind und diese besondere Zeit draussen in der Natur miterlebt haben. Meist waren wir dabei ganz alleine an wunderschönen Orten.
HIER: Die schönsten Sonnenaufgänge in Australien habe ich dem Thema sogar einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Weshalb sollte das hier zu Hause nicht auch möglich sein? Spezielle Silhouetten, ein spannender Vordergrund, romantischer Himmel, tolle Landschaften... sind doch überall zu finden!





- Bildet euch mit einem Online-Kurs weiter
Mittlerweise gibt es eine Riesige Zahl an online Weiterbildungsangeboten. Vom wenige Seiten langen Dokument oder kurzen Lernvideo bis zu mehrere Semester dauernde Studiengänge. Wichtige Stichworte in diesem Zusammenhang sind: MOC (Massive Open Online Course), Nanodegree und E-learning. Eine Überischtsseite, welche ich sehr mag, ist: Edukatico.org. Hier findet ihr die verschiedensten Kurse mehrerer Anbieter wie zum Beispiel Udemy, edx, Lecturio, Udacity, Coursera, sowie viele Universitäten. Die meisten Vorlesungen werden in Englisch angeboten, viele aber auch auf Deutsch. Einige der Kurse sind kostenlos, bei anderen werden Gebühren verlangt (oft gibt es Discounts) und meist könnt ihr wählen, ob ihr zusätzlich eine Schlussprüfung ablegen und ein Abschlussdiplom erhalten wollt.
Selbst habe ich leider bisher noch keinen solchen Kurs absolviert und das hat zwei Gründe: Erstens fehlt mir bisher komplett die Zeit dafür und zweitens komme ich jedes Mal, wenn ich auf den verschiedenen E-Learning-Seiten herumsurfe, in arge Entscheidungs-Schwierigkeiten! Da gibt es so viele tolle Themen und Inhalte!

- Fein kochen / Reste kochen
Gönnt euch auch etwas Besonderes, wenn ihr zu Hause bleiben müsst! Nehmt euch die Zeit, mit viel Liebe etwas Besonderes zu kochen, sei es für euch selbst, den oder die Liebsten... Auch wenn ihr nicht mehr allzu viel Essbares zu Hause habt und nicht mehr raus wollt oder sollt, ist das möglich. Eine meiner Lieblingsdisziplinen in der Küche ist das Reste Kochen! Meine Geheimtipps dabei sind: besondere Gewürze (aber nicht übertreiben!), Knoblauch, Tomatenpüree, Gratin, anbraten - und (falls vorhanden) mit Käse überbacken. Vielleicht habt ihr auch schon die ersten Gartenkräuter, welche ihr in der Küche einstzen könnt?




- Humor
Zugegeben, in den letzten Tagen war ich auch viel zu oft ernst und gestresst: so fordernd war die berufliche Situation und bohrend die Ungewissheit in Zusammenhang mit dem Covid-19 Coronavirus und den dagegen entschlossenen Mitteln, dass mein Lachen etwas zu kurz kam. Die beste Medizin gegen all die aktuelle Unsicherheit ist eigentlich Humor, eine sehr menschliche Art, mit schwierigien Situationen umzugehen. Entsprechend viele lustige Filmchen, Memes und Witze werden aktuell auch zum Thema "Corona" herumgeschickt. Heute schon gelacht? Was auch immer eure bevorzugte Art von Humor ist: pflegt auch in diesen schwierigen Zeiten wenn möglich etwas die Fröhlichkeit - Lachen ist gesund!


* Updates:

In den nächsten Tagen und wenn nötig auch noch in den nächsten Wochen werde ich meinen Beitrag hier um weitere Ideen und Inputs ergänzen.

Auch eure Ergänzungen und Tipps für schöne Zeiten zu Hause und für Alternativen Ideen zu den im Moment unmöglichen Reisen sind hier herzlich willkommen!

Wie erlebt ihr die Zeit zu Hause und welches sind eure Alternativen zum Reisen und allenfalls zu eurem (selbständigen oder angestellten) Job? 
Meldet euch gerne in den Kommentaren



4. Links und Seiten mit guten Tipps


Hier werde ich in nächster Zeit eure Links, Tipps und Ideen sammeln: Egal, ob Beiträge von euch selbst stammen oder sonst von euch für gut und empfehlenswert empfunden wurden. Wichtig ist mir dabei ein positiver Ansatz - und natürlich die Einhaltung der aktuellen Vorschriften und Empfehlungen offizieller Stellen.

- Naehfrosch.de: Spielideen für Kinder: Lern- und Bschäftigungsideen für Zuhause


Habt ihr selbst weitere Links und Tipps, die ihr hier gerne empfehlen würdet?
Hinterlasst sie mir gerne in den Kommentaren!



5. Ihr seid im Ausland und braucht Hilfe bei der Rückkehr? Links zu Rückholungsaktionen:  Schweiz, Deutschland, Österreich


In vielen Ländern der Welt gelten mittlerweile ähnlich strenge Massnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Corona Covid-19 Virus, wie auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich: Die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt, Touristen werden aktuell vielerorts nicht ins Land gelassen oder direkt in Quarantäne geschickt und internationale Flugverbindungen wurden eingestellt.

- Falls ihr nächstens eine Reise geplant habt, setzt euch am besten so schnell wie möglich mit eurem Reisebüro, der Airline oder dem Hotel direkt in Verbindung für eine Umbuchung.

- Falls ihr euch aktuell im Ausland befindet seid ihr je nach Information eures Landes angewiesen, so bald wie möglich selbst zurück nach Hause zu kommen.

- Falls ihr selbst über die aktuell noch angebotenen Flüge keine Möglichkeit findet und nicht mehr sicher seid, wie ihr nach Hause kommt, oder sonst zusätzliche Informationen braucht, setzt euch mit den zuständigen Stellen eures Heimatlandes in Verbindung:

* Schweiz: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Fokus neues Coronavirus (Covid-19)
* Deutschland: Auswärtiges Amt - Rückholaktion und weltweite Reisewarnung: FAQ
* Österreich: Aussenministerium - speziell eingerichtete Seite: Heimflug.Austrian




Und nun sei es nochmals erwähnt: 

Lasst uns die Regeln des Abstandes und des Zuhause bleibens befolgen, dafür virtuell zusammenhalten, die schwierigen Tage und Wochen überstehen und dabei viel Fantasie und Innovationsgeist entwickeln - auf dass uns die aktuellen Schwierigkeiten am Schluss stärker machen und weiter bringen.

Liebe Reisegrüsse, Miuh

Dienstag, 3. März 2020

Oman Roadtrip: Dem Wüstenrand entlang bis zu den rosa Salz-Seen

Die knapp dreistündige Fahrt von Duqm (hier mehr dazu) in Richtung Norden bis zum Shannah Port verlief ruhig und ohne weitere Stopps.

Der grosse Star war hier eindeutig die Natur, die Landschaft mit Wüstengebieten (den Ausläufern der Wahiba), Gesteinsformationen, wechselnder Vegetation, Dromedaren am Strassenrand, Sandverwehungen und am Schluss den rosa  schimmernden Salz-Seen bei Shannah.




Deshalb findet ihr in diesem Beitrag ausnahmsweise kaum Text, sondern hauptsächlich einige der unterwegs entstandenen Fotos in chronologischer Reihenfolge. Ganz am Schluss werde ich euch zwei Orte verraten, welche ihr unterwegs besuchen könnt, wenn ihr etwas mehr Zeit zur Verfügung habt.




















Nur noch wenige Kilometer vom Shannah Port entfernt, von wo später unsere Fähre nach Masirah Island übersetzen würde, veränderte sich die Landschaft plötzlich erneut: Salzseen waren links und rechts der Strasse zu sehen - und bald auch aufgehäuftes und schliesslich in Säcke abgefülltes Salz. Die Farbe der Salzseen schimmerte fein rosa - ein toller Kontrast zum zartblauen Himmel!










Nun fehlen nur noch die beiden versprochenen Zusatz-Tipps und Ausflüge entlang der Strecke von Duqm bis nach Shannah Port:

Etwa auf halber Strecke findet ihr hier die Sugar Dunes, beinahe Schneeweisse Sanddünen am Meer, sowie die al Khaluf Cave, eine Grotte direkt am Meer.

Aber Vorsicht! Nicht nur sind die weissen Dünen schwer zu finden und nicht an dem Ort anzutreffen, welcher auf Google Maps eingezeichnet ist. Auch ist ein 4x4-Fahrzeug unerlässlich und es wird - wie auch in allen anderen Wüstengebieten - dringendst empfohlen, mit einem Guide und in einem Konvoi von drei oder mehr Fahrzeugen hinzufahren. Durch den ständigen Wind am Meer werden die Dünen ständig umgeschichtet und der Sand ist noch weicher als sonst - das heisst, man fährt sich noch schneller fest, als normalerweise schon auf Sand.

Mehr zur vorhierigen Etappe findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Duqm - wie einer der grössten Häfen der Region entsteht

Und mehr zur ganzen, grossartigen Oman-Reise hier:
Oman Roadtrip: Eine abenteurliche Traum-Reise durch das ganze Land

Liebe Reisegrüsse
Miuh


P.S. Gerne zeige ich meine geliebten Reisebilder dieser schönen Strecke als Reise-Erinnerung beim Sonntagsglück

Sonntag, 1. März 2020

Oman Roadtrip: Duqm - wie einer der grössten Häfen der Region entsteht

Duqm - vor einigen Jahren noch ein Fischerdorf an der Omanischen Küste, etwa auf halbem Weg zwischen Muscat im Norden und Salalah im Süden - soll in Zukunft einer der grössten Häfen in der Region werden.

Für uns war Duqm vor allem ein wichtiger Zwischenhalt auf der Strecke von Salalah in Richtung Norden, aber natürlich waren wir auch gespannt auf die Situation vor Ort, auf die grosse Baustelle und was man davon überhaupt sehen würde? Es sollte dann mehr werden, als wir geplant hatten!




Wie hier: Die wilde Südküste zwischen Bergen und Meer beschrieben, kamen wir erst in Duqm und in unserem Hotel an, als es bereits dunkel war. Hier eine Unterkunft zu finden, war nicht schwierig gewesen: Schon von zu Hause aus hatten wir das Park Inn by Radisson Hotel & Residence in Duqm vorausgebucht.




Als wir den Raum betraten, staunten wir. Es war ein richtiges Appartement, modern und mit allem ausgestattet, um auch länger bleiben zu können: Küche, Wohnzimmer, Wäscheturm, Gartenterasse... alles war grosszügig bemessen.




Bald wurde uns bewusst: Die meisten Gäste blieben tatsächlich für länger hier: In Duqm's Hotels waren ausser uns nicht Touristen, sondern Ingenieure aus aller Welt untergebracht, welche auf einer der grossen Baustellen arbeiteten. Auch beim Abendessen und Frühstück herrschte eher Kantinen-Stimmung: viele kannten und begrüssten sich, sassen in wechselnden Gruppen zusammen und assen schnell.




Auch wir waren früh aufgestanden, weil wir wieder eine längere Tour vor uns hatten, aber Zeit für ein gemütliches Frühstück draussen auf der Terasse und eine kleine Tour durch das Hotel musste sein. Die Anlage lag direkt am Meer und wurde durch viele Grünflächen aufgelockert. Hier könnte man gut auch einige Tage mehr verbringen!






Anschliessend zog es uns weiter: bevor wir in Richtung Norden fuhren (hier mehr darüber), wollten wir Duqm entdecken und schauen, ob schon etwas vom entstehenden, grossen Hafen zu sehen war? Die Strecke führte uns mit Blick auf riesige Verkehrstafeln, auf breiten Strassen, über grosse Kreuzungen, vorbei an unzähligen Baustellen, Personalhäusern, Barackensiedlungen... Dort, wo sich teilweise noch weite Felder und Einöden breit machten, würde wohl in wenigen Jahren vieles überbaut sein - die Verkehrs-Infrastruktur ist zu einem grossen Teil jetzt schon vorhanden.






Wie schon erwähnt, ist geplant, dass Duqm von einem Fischerdorf zu einem der grössten und bedeutendsten Häfen in der Grossregion inklusive einer Sonderwirtschaftszone, sowie zu einem wichtigen Tourismusgebiet ausgebaut wird. Die Anzahl Bewohner sollte von ca. 5100 im Jahr 2004 gemäss einem 1995 entworfenen 25-Jahres-Entwicklungsplan auf 100'000 im Jahr 2020 anwachsen. Leider fehlen mir aktuelle Quellen und Zahlen, wie die heutige Situation tatsächlich aussieht.

Die bisher geplanten Tourismusprojekte rund um Duqm sind eher auf Gäste aus den Golfstaaten ausgerichtet und weniger auf europäische oder andere Touristen. Hintergrund ist das von diesen Besuchern bevorzugte Klima und die relative Nähe zu Salalah mit seiner regnerischen Khareef-Season im Sommer.

Der Flughafen Duqm wurde im Herbst 2018 erstmals angeflogen und im Januar 2019 offiziell eröffnet. In Zusammenhang mit der Sonderwirtschaftszone soll der Flughafen auch zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden können. Er wurde so ausgelegt, dass auch die aktuell grössten Passagierflugzeuge hier abgefertigt werden können. Momentan landet und startet hier ein Flugzeug pro Tag von und nach Muscat.




Nun ging es also für uns vorbei an der Baustelle für den zukünftig international wichtigen Hafen in Duqm. Von weitem sahen wir die riesigen Krane, unzählige Lastwagen und weite Flächen, auf welchen Hafengebäude und Strassen gebaut wurden. Faszinierend!






Wir hatten keine Ahnung, wo genau wir waren, alle Strassen hier waren neu und das ganze schien noch viel grösser, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall waren Verkehrsampeln bereits in Betrieb, aber auf den breiten Strassen waren ausser uns und einzelnen Lastwagen kaum Autos unterwegs... Die Situation und die ganze Gegend war irgendwie surreal und faszinierend gleichzeitig!




Plötzlich kamen wir zu einem Kontrollposten und wurden energisch in eine Strasse hineingewunken - natürlich folgten wir den Anweisungen!




Einige Zeit später kam uns das Ganze jedoch etwas merkwürdig vor: Die Fahrbahn war zu einer ungeteerten Strasse und später zu einer holprigen Schotterpiste geworden, immer wieder mussten wir auf entgegenkommende Lastwagen achten.




Um unser 4x4 - Fahrzeug waren wir unglaublich froh, sonst wären wir hier draussen längst stecken geblieben. Aber etwas schien nicht zu stimmen: Wir befanden uns anscheinend mitten auf der Baustelle oder wenigstens auf einer der Zufahrtstrassen dazu... Vielleicht waren wir mit einem Bauingenieur oder Baustellenleiter verwechselt worden?






Nun galt es, einen Weg wieder hinaus zu finden! Nach Navi zu fahren fiel sowieso weg, keine einzige der Strassen hier, geschweige denn der Baupisten, war darauf eingetragen. So fuhren wir grob in Richtung weg vom Meer und hielten gleichzeitig nach bereits fertiggestellten Strassen Ausschau.

Tatsächlich fanden wir später das Ende einer geteerten Strasse, wenn auch nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. "Egal", sagte mein Reisebegleiter... "wir müssen da jetzt irgendwie drauf"! Ein Hoch auf auf seinen Pragmatismus und seine Fahrkünste!






Ein kleines Hindernis erwartete uns noch: eine Strassensperre - allerdings kamen wir bereits von der falschen Seite her darauf zu gefahren... Auch hier liesse sich zum Glück der Geländewagen nicht aufhalten.




Nun war es für uns definitiv Zeit geworden, den weiteren Weg entlang der Omanischen Küste in Richtung Norden unter die Räder zu nehmen! (hier mehr darüber)

Leider wusste ich damals noch nichts vom Rock Garden, welcher hier direkt vor unserer Nase lag: Der Rock Garden umfasst ein Gebiet voller spektakulärer, natürlich entstandener Gesteinsformationen ganz in der Nähe von Duqm. Der Rock Garden wird je nachdem als Mondlandschaft-ähnlich, Geologisches Wunder, mindestens aber schwer beeindruckend beschrieben. Das Besondere dabei: der Ort wurde erst 2009 entdeckt und wird aufgrund seiner geografischen Lage weit weg von Muscat auch heute noch kaum besucht - ein echter Geheimtipp! Wenn ihr also schon in Duqm seid, macht euch die Mühe, die richtige Wegbeschreibung und Zufahrt zu finden und besucht unbedingt den Rock Garden!




Die nächste Etappe findet ihr HIER: Oman Roadtrip: Dem Wüstenrand entlang bis zu den rosa Salz-Seen

Mehr Informationen über unseren spannenden Roadtrip durch den Oman sowie weitere Etappen findet ihr HIER: Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land.

Natürlich freue ich mich besonders, wenn ihr den Blog gleich abonniert, um keinen weiteren Beitrag zu verpassen, oder wenn ihr mir einen netten Kommentar hier lässt!

Liebe Reisegrüsse, Miuh



Mittwoch, 19. Februar 2020

Oman Roadtrip: Die wilde südliche Küste zwischen Bergen und Meer

Die abenteuerlichste Strecke unserer Oman-Reise! Zugegeben: wahrscheinlich habe ich das öfters gedacht während unserem Roadtrip durch den Oman. Nun aber lag Salalah ganz im Süden hinter uns und vor uns eine zumeist gut ausgebaute aber einsame Strasse in Richtung Norden, zwischen atemberaubenden ockerfarbenen Bergen und dem türkisblauen Arabischen Meer.

Die Küste ist hier praktisch menschenleer - und die wenigen Siedlungen unterwegs sind weit davon entfernt, auf Touristen zu warten. So beschlossen wir, die gut 660 Kilometer von Salalah bis Duqm durchzufahren. Es gibt nach Mirbat schlicht nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten, wenn man nicht mit dem Zelt oder Camper unterwegs ist.




Meine Stimmung in dieser überwältigenden Landschaft, die wohl noch nicht allzu viele Ausländer überhaupt gesehen haben, weil hier keine der typischen Touristenrouten des Oman durchführt, schwankte im Sekundentakt zwischen Panik "fahr schneller, wenn diiie Felsen da runterkommen sind wir platt!" und überbordender Begeisterung: "schau wie unfassbar schön, halt an, das muss ich fotografieren!".




Wir waren Morgens früh in Salalah gestartet, hatten unterwegs jedoch bereits den Archäologischen Park von Sumhuram mit dem antiken Hafen Khor Rori besichtigt und die reiche Unterwasserwelt in der Nähe des Kairaba Mirbat Resort (ex Marriott Resort) bewundert, wobei wir uns tatsächlich trotz 4x4 Antrieb kurz in den Dünen des traumhaften Strandes festfuhren. Mehr darüber findet ihr in den Kapiteln 18 und 20 hier: Salalah im Süden - zwischen Tradition und Tourismus




An einer der beiden Tankstellen in Mirbat passten wir den Reifendruck (welchen wir für das Fahren im Sand vorher verringert hatten) wieder an für die Strasse und füllten den Tank für die lange Fahrt in Richtung Norden.




Der nächste Streckenabschnitt führte uns auf einer recht neuen Strasse durch felsiges und steiniges, beinahe öd scheinendes Hinterland.




Die neuen Umfahrungsstrasse brachte uns in einiger Entfernung am Dörfchen Sadah vorbei zurück in Richtung Meer. Mal mehr, mal weniger direkt dem Wasser entlang ging es weiter durch felsige Landschaften. Ein besonderer Ort war das Wadi Ataq, welches ins Meer mündete. Wie eine kleine Oase zeigte sich im Delta eine grüne Landschaft, wo Dromedare weideten.




Etwas weiter ging die Strasse wieder weg vom Meer, vorbei an kleinen Bergen, die von beinahe weissem Sand umgeben waren. Die nah am Boden liegenden knorrigen Bäume zeigten an, dass es hier wohl häufig sehr windig war.






Noch etwas weiter nördlich, etwa ab dem kleinen Fischerdörfchen Hadbeen, führte die Strasse dann wieder direkt dem Meer entlang, manchmal immerhin noch durch einen Strand getrennt. Linkerhand ging es recht steil weit hoch - und die Berge sahen hier alles andere als stabil aus! Auto- und gar Haus-grosse Felsbrocken hingen in den Berghängen oder lagen knapp neben der Strasse.




Ziemlich gruselig, wie die grossen Blöcke teilweise nur noch an ein paar kleineren Steinen oder an einer zerrissenen Felswand zu halten schienen. Ich fürchtete wirklich jederzeit einen sich lösenden Felssturz... dabei ist wohl - wenigstens bei gutem Wetter - alles viel stabiler, als es mir damals schien!




Der Strasse und den Stränden entlang spazierten immer wieder seelenruhig Dromedare. Nun erlebte ich also doch noch, was wenige Tage zuvor am Mughsayl Beach südlich von Salalah nicht geklappt hatte: Dromedare am Strand!

Einer dieser unzähligen hellen Sandstrände unter den rauhen, wilden Berge wird Dolphins Beach genannt. Selbst haben wir die Delfine hier leider nicht erlebt... Ich bin ehrlich: durch meine Angst vor allfälligen herunterstürzenden Felsen sind wir hier ziemlich zügig durchgefahren. Ausserdem hat uns (wie Anfangs schon erwähnt) durch die lange Etappe die Zeit für längere Stopps gefehlt.

Wir haben später während unserer Reise beim Warten auf die Masirah-Fähre eine spanische Familie auf Weltreise getroffen, die hier mit ihrem Wohnmobil eine Nacht verbracht hatte und mit den Definen geschwommen war. Hier: Vaya Viaje findet ihr einen kurzen Bericht und ein tolles Video darüber.

Ein deutsch- und englisch-sprachiger lokaler Reiseführer, den ich selbst jedoch nicht kenne, empfiehlt sich speziell für diese Region. Er kommt aus Hadbeen und bietet Camping-Touren in der Region, sowie Ausflüge zu den Delfinen an. Hier: DelphinTourSalalahOman findet ihr die Homepage von Salim




Etwas weiter, kurz vor dem kleinen Fischerdorf Hasik, wurde es durch das von einem Wadi her kommende Wasser wieder etwas grüner am Meer.




Der Ort Hasik selbst hat mich teilweise etwas an ein Retorten-Dörfchen erinnert... wie vielerorts wurde gleich eine ganze, neue Siedlung im gleichen Stil hochgezogen.




Der Strand mit den vielen Fischerbooten hingegen schien wiederum sehr traditionell.

Etwas nördlich von Hasik befinden sich ausserdem die Natef Falls, Wasserfälle über die steilen Felsen direkt entlang der Strasse. (nicht auf den Fotos hier)




In der Nähe fand auch eine Polizei- / Militärkontrolle statt. Dabei wurden unser Mietvertrag, sowie das Auto überprüft.

Kurz darauf zog sich die gut ausgebaute Strasse zum ersten Mal auf dieser Strecke hoch in die Berge. Wie andernorts auch schon, war die Strasse auf beeindruckende Weise in die Bergflanke geschnitten worden.




Schnell waren wir mitten drin in der grau-beigen Bergwelt und es ging immer weiter hoch - bis wir unser grünes Wunder erlebten: die Oase Khor Sanq / Wadi al Nakheel mitten in den Bergen! Damit hatten wir hier nicht gerechnet - umso mehr genossen wir den Ausblick, für uns ein weiteres Naturwunder des Oman.




Nach einigen Kilometern mehr auf engen Serpentinen der Bergstrasse genossen wir einen wunderbaren Rundumblick - zurück und weit hinunter auf die Küste, das Meer und die Strasse, welche uns schliesslich hier hoch geführt hatte.




Eine längere Strecke brachte uns anschliessend tief durch die Berge und später auf einer Art Hochebene weiter in Richtung Norden.




Beim etwas grösseren Fischerdorf Ash Shuwaymiyyah (wie so oft mit unterschiedlichen Schreibweisen möglich), ging die Strasse wieder hinunter in Richtung Meer.

Selbst sind wir hier weitergefahren, da wir noch eine weite Strecke zurückzulegen hatten. Eigentlich würde es sich aber unbedingt lohnen, hier einen Tag zu verbringen! Der Strand soll wunderschön und meist menschenleer sein, dafür bevölkert von den verschiedensten Vögeln. Auch Delfine und andere Meerestiere könnt ihr hier mit etwas Glück antreffen.

Noch viel spektakulärer, mit wunderschöner Natur und beeindruckenden Landschaften, ist das Wadi Ash Shuwaymiyyah - es ist ein richtiger Geheimtipp, noch immer kaum bekannt und wenig besucht dank seiner abgelegenen Lage. Es ist (wenigstens zu Beginn) ein sehr grosses, breites Wadi und etwas Abenteuerlust, gute Ausrüstung (und viel Wasser!!) sowie ein Geländewagen sind für den Besuch Pflicht!

Leider fehlt es auch hier an Unterkünften: gefunden habe ich die Shuwaymiyah Tourist Lodge - ein kleines Hotel, welches in Tripadvisor als "Alternativlos" und "möglicherweise in der Zwischenzeit durch ein wenig hygienisches, kleines Hotel ersetzt" beschrieben wird. Wie immer im Oman ist auch hier Camping eine Möglichkeit - falls ihr dafür ausgerüstet seid.

Weiter ging für uns die Fahrt entlang des langgezogenen Strandes, bis die Strasse an dessen Ende in nahezu rechtem Winkel nach links abbog.




Auch hier erwartete uns wieder ein recht steiler Aufstieg ab Meeresniveau durch einen Ausschnitt in der beinahe senkrechten Felswand. Und auch hier, wie auf der ganzen bisherigen Strecke, war die Strasse gut ausgebaut und relativ neu.




Oben angekommen, zog sich der Weg weiter über ein Hochplateau. Beim Dörfchen Shalem (auch Schalim), findet ihr eine wichtige Kreuzung, wo wir weiter in Richtung Duqm fuhren. In die andere  Richtung, eher ins Landesinnere, führt die Strasse später entweder gegen Norden nach Haima oder im Inland in Richtung Süden via Thumrait nach Salalah.




Auch in Schalim sahen wir Neubausiedlungen - überall, auch an den scheinbar entlegensten Orten im Oman wird gebaut, ob Strassen, Hotelanlagen, Dörfer oder in Städten!




Ein gutes Stück weiter fuhren wir auf einer steilen, links und rechts durch Felswände eng begrenzten Strasse wider hinunter in Richtung Meer.




Weiter ging es nun durch Wüstengebiete in Richtung Norden. Es war langsam Abend geworden...

Eigentlich hatten wir geplant, auf keinen Fall bei Dunkelheit fahren. Nicht, weil wir uns vor Überfällen oder ähnlichem fürchteten, sondern weil nachts plötzlich auf die Strasse laufende Tiere - insbesondere Dromedare, die wir immer mal wieder von weitem sahen - üble Unfälle verursachen könnten.

Auch die Müdigkeit holte uns nach dem langen Tag langsam ein. Hier draussen waren kaum andere Autos unterwegs. Bis wir in einem Notfall gefunden würden, hätten wir lange warten müssen.




Zum Sonnenuntergang gönnten wir uns nochmals eine kurze Pause, fotografierten und genossen die Ruhe hier draussen. Dann mussten wir weiter... vor der Dunkelheit würden wir es dennoch nicht mehr nach Duqm schaffen, denn ab hier waren es immer noch etwa 1.5 Stunden Fahrt.




In der Nähe kleiner Siedlungen, die hier in der Wüste verstreut lagen, waren auf der Strasse jeweils verkehrsberuhigende Schwellen eingebaut, die in der Dunkelheit kaum sichtbar waren. Gegenseitig warnten wir uns davor, sobald wir sie bemerkten: "Achtung, Bump!!!" Hätten wir einen davon mit 80kmh erwischt, wären wir wohl mit dem Auto abgehoben.




Eine Stunde später, bereits in absoluter Dunkelheit, wurden die Strassen breiter und zahlreicher. Grosse Verkehrsschilder, Autobahnauffahrten und helle, moderne Strassenlampen zeigten uns an, dass wir uns endlich in der Nähe von Duqm befanden.

Wie erleichtert waren wir, als wir das Hotel in Duqm endlich erreicht und die lange, anstrengende aber auch wunderschöne Strecke sicher hinter uns gebracht hatten.




Fazit: 

Den 660 Kilometer langen Weg von Salalah bis Duqm sind wir in einem Tag gefahren. Zwar haben wir Anfangs noch einiges besichtigt und erlebt und auch später unterwegs an speziellen Orten immer wieder kurz angehalten. Dennoch: die Strecke würde noch so viel mehr an spektakulären Natur-Schätzen und Erlebnissen bieten! Meiner Meinung nach könnte man hier als Naturliebhaber gut auch eine ganze Woche lang unterwegs sein...

Die Strassen sind neu, breit und gut ausgebaut, einzig an Übernachtungsmöglichkeiten fehlt es. Sehr einfache Unterkünfte mögen in den kleinen Dörfern entlang der Route existieren, jedoch dürft ihr hier zumeist keinerlei Ansprüche an Komfort, Reservierbarkeit, Englischkenntinsse und Hygiene stellen - Ausnahmen vorbehalten! Eine mögliche Alternative ist das Campen, welches im Oman verbreitet erlaubt ist: entweder mit Guide, oder selbst organisiert. 

Während in Muscat unterdessen viele Touristen ihre Ferien verbringen und etwas orientalische Abenteuerluft schnuppern, ist die südliche Küste des Oman zwischen Salalah und Duqm eine der noch weitgehend unentdeckten und selten bereisten Regionen des Landes. Mit all den Geheimtipps hier zwischen Bergen und Meer, welche ich teilweise erst während unserer Reise oder sogar noch später entdeckt habe, möchte ich unbedingt mochmals hierhin zurückkehren und mehr Zeit verbringen.


Mehr über unsere Reise durch den Oman findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land

Liebe Reisegrüsse
Miuh

P.S. Gerne zeige ich die naturgewaltige Küste im Süden des Oman auch beim Sonntagsglück, Freutag, Friday Bliss und Naturdonnerstag