Donnerstag, 18. April 2019

St Dunstan-in-the-East - "lost Place", aber nicht verloren!

Alte Kirchen sind immer speziell und einen Besuch wert, doch eine halb zerfallene und romantisch bewachsene Kirche mitten in der City von London ist erst recht mystisch! St Dunstan-in-the-East ist noch immer ein Geheimtipp, eine Oase der Ruhe mitten in der hektischen Stadt. Die Kirche ist so etwas wie der kleinste Park in London oder ein aussergewöhnlicher Garten - ein Kirchengarten.

Hier erkläre ich euch interessante Details zur Geschichte der Kirche St Dunstan-in-the-East, zeige euch, wie ihr den Ort findet und hinkommt, und wie ihr die romantische Location sogar mieten könnt!




St Dunstan-in-the-East ist reich an Geschichte: Schon vor etwa 1000 Jahren stand an dieser Stelle eine Kirche, mit immer wieder bewegter Vergangenheit. Sie wurde im grossen Feuer von London 1666 weitgehend zerstört und später wieder auf- und ausgebaut. 1941, im zweiten Weltkrieg, wurde die Kirche dann vom Bombardement schwer getroffen und bis auf den stabilen Turm und die Seitenmauern zerstört.




Später wurde beschlossen, die Kirche nicht mehr wieder aufzubauen, sondern die Mauern als Mahnmal in ihrem Zustand zu lassen. Stattdessen wurde St Dunstan-in-the East zu einem kleinen Park und Garten umgewandelt.

Man könnte nun sagen, der Ort ist ein "Lost Place", eine alte Ruine. Als verloren würde ich die Kirche aber keinesfalls bezeichnen: da ist jetzt so viel Leben, wilde Schönheit und entspannte Ruhe!




Ausser an Feiertagen ist der Ort von 8 Uhr Morgens bis zum Eindunkeln oder bis spätestens 19 Uhr Abends frei und kostenlos zugänglich. Fotografieren für private Zwecke ist erlaubt. Wird die Kirche jedoch als Foto- oder Filmlocation - zum Beispiel für Hochzeiten - gewünscht, braucht es eine kostenpflichtige Bewilligung je nach Aufwand.




Oft verbringen einzelne Mitarbeiter aus den Büro-Türmen der Umgebung ihre Mittagspause in der Openair-Kirche und einige Touristen geniessen die Ruhe mitten in der Grosstadt London. Nur manchmal zu den Feiertagen, oder eben für Hochzeiten, wird die Kirche noch gemäss ihrem ursprünglichen Zweck genutzt.




Die alte, zerfallene Kirche hat auf jeden Fall einen ganz speziellen Zauber und wirkt sogar bei Regenwetter noch schön mystisch! Obwohl St Dunstan-in-the East mitten in der Stadt steht, ist sie noch immer ein Geheimtipp! Der Ort ist zum Glück unbekannt und von aussen unauffällig genug, so dass ihr hier einige ruhige Minuten an einem etwas versteckten Platz mitten im Grossstadtdschungel verbringen könnt.




Ihr findet die Kirche St Dunstan-in-the-East in London in nur ca. 5 Minuten Gehdistanz in der Nähe des "Monument" und des riesigen "Walkie Takie" - Gebäudes mit dem Skygarden (offiziell 20 Fenchurch Street genannt). Sie ist gut erreichbar von der Metro-Station "Monument" her, aber auch von der Station "Tower Hill". Auch von der London Bridge her seid ihr in gut 5 Minuten zu Fuss schon bei der Kirche angekommen.




Bisher habe ich die alte Kirche St Dunstan-in-the-East zwei mal besucht: einmal im Hochsommer, als die Pflanzen kräftig grün waren und einmal im frühen Frühling, als noch alles mehrheitlich kahl war. Beide Male schien mir der Ort magisch und hat mir sehr gefallen. Das Aussehen und die Wirkung war jedoch ganz unterschiedlich!




Im Sommer spielten die Pflanzen und der Garten im Inneren der Kirche die Hauptrolle: Jedes alte Kirchenfenster und jeder Torbogen eröffnete wieder neue Blicke auf noch mehr dichtes Grün.




Im noch zeitigen Frühling jedoch zeigte sich die Umgebung durch die teilweise noch kahlen Pflanzen viel stärker.




Anders als im Sommer war der Kontrast zu den umliegenden, modernen Gebäuden besonders stark. So ragte zum Beispiel das "Walkie Talkie" (20 Fenchurch Street) weit über den alten Bau.




Durch einen der Torbögen war in der Ferne gar "the Shard", das hohe, spitze Gebäude auf der anderen Seite der Themse zu sehen. Daneben leuchteten bereits die Blüten der Magnolie durch die gotischen Fenster.




Auch der alte Kirchturm ist durch die noch blätterlosen Bäume besser zu erkennen...




Zu welcher Jahreszeit würde euch die Kirche St Dunstan-in-the East besser gefallen?




Mich würde es nun sehr reizen, auch einmal im Herbst vorbeizuschauen! Bestimmt ergäbe auch die goldene Herbstfärbung der Bäume und anderen Pflanzen einen schönen Kontrast?




Weitere Infomationen zum Thema findet Ihr hier:

London Visitor Information
Wikipedia


Liebe Reisegrüsse, Miuh




Ursprünglicher Beitrag: 28.08.2016 / 13.45h
Aktualisierte Informationen und Links, sowie neue Fotos am 18.04.2019 / 00.10h

Montag, 15. April 2019

Oman - News Aktuell

Spannende, aktuelle News, Geheimtipps und Informationen aus dem Oman, die ich als wichtig, interessant und für euch hilfreich ansehe, fasse ich hier jeweils kurz zusammen und verlinke weiterführende Artikel und Seiten. Schaut am Besten immer wieder einmal hier vorbei, wenn euch der Oman interessiert, oder ihr eine Reise in dieses faszinierende Land plant:



20.05.2019
Schwere Regenfälle und Überschwemmungen im Oman kosten mehrere Menschenleben
Mit einem Tiefdrucksystem über dem Oman gab es seit Donnerstag, 16.5. an mehreren Orten im Land Gewitter und Starkregen. Die dadurch entstanden Flash Floods und Überschwemmungen in Wadis bedrohnten mehrere Menschen, so dass in den letzten zwei Tagen viele Leute in bisher mindestens 20 Rettungsaktionen aus gefährlichen Situationen befreit werden mussten. Besonders in der Region um das Wadi Bani Khalid verloren mehrere Menschen ihr Leben oder werden noch immer vermisst.
Die Regenfälle halten voraussichtlich noch bis Mittwoch, 22.5. an und höchtste Vorsicht - in diesem Fall das unbedingte Meiden von (auch trockenen) Flussläufen, Wadis und Bergregionen allgemeinen - wird wie immer bei möglichen Regenfällen dringend empfohlen!!
Times of Oman: Oman weather: will we ever learn? (19.05.2019)
Times of Oman: Volunteers flock to wadis to help search for missing (20.05.2019)
Times of Oman: In pictures - flood devastation in Wadi Bani Khalid (19.05.2019)
Youtube: Wadi Bani Khalid 18/05/2019 in Oman (19.05.2019)



10.05.2019
Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit ist während des Ramadan verboten
Seit dem 5. Mai und noch bis am Abend des 4. Juni 2019 ist die Zeit des Fastenmonats Ramadan. Unter Anderem gilt, dass während des Ramadan tagsüber in der Öffentlichkeit weder gegessen noch getrunken oder geraucht werden darf - und das gilt im Oman auch für Touristen und andere nicht-Muslime, ausgenommen sind nur Kinder und Menschen, welche körperlich nicht in der Lage sind, zu fasten.
Wer sich nicht an das Verbot hält und dennoch in der Öffentlichkeit isst, trinkt oder raucht, kann im Oman verhaftet und zu 10 Tagen bis 3 Monaten Gefängnis verurteilt werden. Wie in solchen Fällen mit Touristen umgegangen wird, ist jeweils den Behörden überlassen und es wird angenommen, dass es meist bei einer mündlichen Verwarnung bleibt. Dennoch: in eine solch missliche Situation mit der Aussicht auf einen möglichen Gefängnisaufenthalt wollt ihr euch bestimmt nicht bringen!
Wie ist das mit dem Fasten, wenn ihr im Auto seid? Aus Sicherheitsgründen ist im Oman Essen und Trinken im fahrenden Auto sowieso nicht erlaubt. Falls ihr euch in einem parkierten Auto befindet, wird unterschieden, ob euch jemand sehen kann: falls ja, seid ihr in der Öffentlichkeit und dürft während des Ramadan im Auto ebenfalls nicht essen oder trinken.
Wenn ihr während des Ramadan in einem internationalen Hotel untergebracht seid, fragt ihr am Besten an der Reception nach der Handhabung der Fastenzeit. Einen Einfluss auf den Aufenthalt hat der Ramadan oft auch in den Touristenhotels.
Mehr über das Essen im Oman, auch während des Ramadan, findet ihr hier:
Typisch Omanisches Essen - und viele feine Möglichkeiten für Vegetarier und Veganer im Oman
Einen aktuellen Bericht zum Ramadan mit Empfehlungen eines lokalen Rechtsberaters findet ihr hier:
Times of Oman: Know Oman: Ramadan eating and drinking restrictions apply to all (08.05.19)



14.04.2019 
Wetterbesserung nach schweren Regenfällen im Oman
Nachdem es in den letzten Tagen in weiten Teilen des Oman und insbesondere in der Region um Muscat stark geregnet hat, wurden teilweise auch Strassen und Wadis überschwemmt. Nun zeichnet sich eine Wetterbesserung ab, wobei ihr natürlich besonders in den Bergen und in den Wadis weiterhin vorsichtig sein müsst! Auch an der Küste wird noch mit bis zu zwei Meter hohen Wellen gerechnet.
Times of Oman: Breaking Weather update: End of Bad Weather in Oman (14.04.2019)
Times of Oman: Oman Weather: Overflown Wadi in al Rustaq (Video, 14.04.2019)
Times of Oman: Video: Waterfall in Khasab (14.04.2019)
... ich kann es nicht oft genug wiederholen: Raus aus den Wadis, wenn sich nur schon in weiter Entfernung schlechtes Wetter / Regen abzeichnet! Spätestens nach dem Anschauen der Videos ist das logisch, oder?


12.04.2019
Daymaniat Shells hat seine neue Homepage online
Die Anbieter von naturnahen Schnorcheltouren, Delfinbeobachtungen, Camping-Ausflügen und Sunset Cruises entlang der Küste von Muscat und rund um die Daymaniyat Inseln stellen auf der neuen Homepage sich selbst und ihre Angebote genau vor und auch direkte Buchungen über die Seite sind nun möglich:
Daymaniat-Shells.com
Daymaniat Shells hat unterdessen nicht nur ein "Zertifikat für Exzellenz" von Tripadvisor als Nr.1 aller 58 Anbieter von Wasser-Aktivitäten rund um Muscat, Top-Bewertungen auf  Google Maps und eine Auszeichnung als bester Anbieter ihres Heim-Hafens "Al Mouj Marina", sie sind auch von Beginn an mein klarer Favorit für Unterwasser-Touren mit Herz für Tiere und Natur, wie ihr hier nachlesen könnt:
Schnorcheln um die Daymaniyat Islands im Oman soll ein Geheimtipp bleiben!
Schnorcheln mit Walhaien (Whale Sharks) bei den Daymaniyat Islands - ein Geheimtipp im Oman


15.01.2019
Das Tragen von Camouflage- Tarnfarben- und Military-Look Kleidung und Accessoires wird verboten
Die PACP (Public Authority for Consumer Protection) hat mit dem Ministerial Decree 9/2019 im Artikel 1 verboten, Camouflage- Tarnfarben- oder Military-Look Kleidung und Accessoires zu tragen und im Artikel 2 Strafen für Zuwiderhandlungen angesagt. Das Tragen solcher Artikel wird mit einer administrativen Busse von mindestens 50 OMR bestraft. Im Fall von wiederholten Widerhandlungen werden weiterhin jeden Tag 50 bis maximal 2000 OMR (50 OMR sind aktuell ca. 115 EUR, 2000 OMR sind aktuell ca. 4´550 EUR) fällig. Ihr seht: zwar kommt ihr nicht gleich ins Gefängnis, aber das brechen dieses neuen Gesetzes lohnt sich dennoch nicht unbedingt.
Times of Oman: Heavy fine if found wearing this clothing (13.01.2019)
Mehr Informationen dazu findet ihr in meinem extra aktualisierten Beitrag:
Welches ist die richtige Kleidung im Oman - wie ziehe ich mich an? 



Oman - News Aktuell... weshalb dieses Format?



Spannende, aktuelle News und Informationen aus dem Oman erfahre ich immer wieder - und oft wären diese auch für euch wissenswert, vor allem, wenn ihr bald in den Oman reisen möchtet. Das Meiste davon wird es nie in ein deutschsprachiges Nachrichtenportal schaffen, dafür ist der Oman einfach zu weit weg. Für Reisende und am Oman interessierte Menschen jedoch sind aktuelle lokale Informationen sehr wohl wertvoll, wichtig und interessant!




Einige Insider-Informationen, oder auch einmal Geheimtipps erhalte ich von Leuten, die ich mittlerweile im Oman kenne. Das meiste aber erfahre ich ganz einfach, weil ich Omanische News- und Tourismus-Seiten abonniert habe. Besonders empfehlen kann ich hier die "Times of Oman" - für mich immer wieder eine gute Quelle für hilfreiche Oman-Infos.




Diejenigen Informationen, welche ich als wichtig oder spannend erachte, werde ich euch hier in Zukunft kurz und auf Deutsch übersetzt weitergeben. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Wetter- und Natur- Phänomenen, auf Gesetzesänderungen und Verordnungen, welche euch betreffen könnten, sowie auf touristischen Angeboten und Informationen. Wenn möglich verlinke ich euch natürlich jeweils die Quelle dazu, so dass ihr euch selbst weiter informieren, den Originaltext lesen oder die dazu gehörenden Videos schauen könnt.




Was ihr hier vor euch habt, ist also eine Art persönlicher Newsblog im Reiseblog

Eine Garantie darauf, alle relevanten News abzudecken, kann ich natürlich nicht geben. Bestimmt aber werdet ihr hier immer wieder spannende Themen, Informationen und Links aus dem Oman finden.

Die ersten aktuellen Oman-Themen habe ich oben bereits für euch zusammengefasst. - Viel Spass beim Lesen!

Nun bin ich gespannt, was ihr über dieses Format denkt und welche Art von News ihr euch am meisten wünschen würdet?

Liebe Reisegrüsse
Miuh


Mittwoch, 10. April 2019

Oman Roadtrip: Ubar - das Atlantis der Wüste? Unesco Weltkulturerbe im Sand

Ubar ist eine uralte, geheimnisvolle Oasenstadt, von vielen auch Atlantis der Wüste genannt, weil der sagenumwobene Ort vor langer Zeit im Sand versunken ist und später lange erfolglos gesucht wurde. Heute ist das tausende Jahre alte Ubar (auch Wubar genannt) beim Wüstenörtchen Shisr im Oman teilweise ausgegraben und gilt als Unesco Weltkulturerbe.

Was so mystisch, spannend und geschichtsträchtig tönt, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und nahmen dafür während der schon ziemlich langen Wüstenstrecke durch die Rub al-Khali vom Norden in den Süden des Oman zusätzliche Umwege in Kauf. Dabei war uns bewusst, dass wir möglicherweise nicht viel mehr als ein paar Steine in der Wüste sehen würden. Sehr bekannt scheint Ubar noch nicht zu sein, sondern viel mehr ein Geheimtipp, welcher nicht am Wegesrand liegt oder per Zufall gefunden wird, sondern ein geheimnisvoller Ort, der gesucht werden will.




Wo die sagenumwobene alte und unterdessen teilweise ausgegrabne Oasenstadt Ubar liegt, und was ihr dort finden könnt, zeige ich euch hier ausführlich:


Einleitung
1. Wegbeschreibung nach Ubar
2. Unsere Erfahrung: was gibt es in Ubar zu sehen?
3. Die Geschichte von Ubar, so weit heute bekannt
4. Legenden und Mythen um Ubar - das Atlantis der Wüste?
5. (Wieder-) Entdeckung von Ubar
6. Ubar - Unesco Weltkulturerbe
7. Quellen und weitere Informationen zu Ubar





1. Wegbeschreibung nach Ubar


Ubar liegt im Oman, ca. 170 Kilometer nördlich von Salalah am südlichen Rand der Rub al-Khali Wüste. Dazu empfehle ich euch auch meinen Bericht:
Oman Roadtrip: 1000 Kilometer Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste mit einem Zwischenhalt in Haima - und Sicherheitstipps für die Wüstentour

Bei Kilometer 196 vor Salalah (834 Kilometer ab Muscat) findet ihr die Wegweiser "Shasar 66km und Dokah 1km". Dieser in süd-westlicher Richtung abzweigenden Strasse sind wir als erstes gefolgt, mussten jedoch nach wenigen Kilometern umkehren, da wir entweder falsch gefahren sind, oder die Strasse nicht durchgängig zugänglich ist.

Bei Kilometer 116 vor Salalah (915 Kilometer ab Muscat) findet ihr eine weitere Kreuzung in der Wüste, an welcher unter anderem "al Shasar", "Hanfeet Farms" und in der Nähe auch "Shisr Archeological Site 52 Km" angeschrieben seht. Auf dieser Strasse in leicht nord-westlicher Richtung haben wir schliesslich Ubar erreicht - und sind später auf demselben Weg auch wieder zurück zur Hauptstrasse gefahren, um die Reise fortzusetzen.




Auch ca. bei Kilometer 90 vor Salala, kurz vor der Stadt Thumrait, zweigt nochmals eine Strasse in nord-westliche Richting in Richtung Ubar ab. Dieser sind wir jedoch nicht gefolgt und haben die Strecke auch nicht weiter recherchiert.

Wichtig: Da schon während unserer Reise durch die Wüste und insbesondere auch an den Strassen in Richtung Ubar viel gebaut wurde, ist es möglich, dass die Strecken heute leicht anders - wahrscheinlich auch mit stärker ausgebauten Strassen oder gar Autobahnen - geführt werden. Konsultiert deshalb vor und während euer Reise Google Maps, aktuelle Strassenkarten und fragt wenn möglich Einheimische.

Auch dürft ihr nie vergessen, dass die Schreibweise von Ortsnamen immer wieder variieren kann, da Vokale in der Arabischen Schrift anders oder teilweise gar nicht verwendet werden. So werden dann ins Englisch übersetzte Orte je nach Aussprache unterschiedlich niedergeschreiben. Sprecht die Namen auf den Wegweiser am besten laut aus, so findet ihr am besten heraus, ob es jeweils die gesuchten sind?



2. Unsere Erfahrung: was gibt es in Ubar zu sehen?


Ubar selbst war schliesslich einfach zu finden und sehr übersichtlich. Auf einem kleinen Parkplatz stellten wir unser Auto ab. Auf einer Wand war "The lost City of Ubar" angeschrieben. Dort bogen wir um die Ecke eines weiteren Hauses, sahen ein halbfertiges (unterdessen in Betrieb stehendes) Informationszentrum und gleich daneben die Ruinen von Ubar. Viele Besucher kommen nicht hierher, zu weit draussen im Nirgendwo - und vielleicht auf den ersten Blick auch zu unspektakulär - ist die Stätte.





Tatsächlich findet ihr in Ubar nur noch Grundmauern, welche die Umrisse der ehemaligen Festung in der Wüste anzeigen. Die Wüstenstadt war auf  einer Felsplatte erbaut, unter welcher die für all das Leben und Wirken in der Wüste so wichtige Quelle lag. Man nimmt an, dass die natürlichen Wände der unterirdischen Wasseradern irgendwann brüchig wurden und zusammenstürzten, was das darüber liegende Ubar mit in die Tiefe riss und zerstörte.




Ein Stück weit wurden die alten Mauern rekonstruiert und wieder aufgeschichtet. Darunter seht ihr, sorgfältig mit einem feinen Gewebe abgedeckt, die originalen Mauer-Fragmente der alten Bauten.




Die grosse Felsplatte, welche als Fundament der noch bestehenden Gebäude-Teile dient und rund 25 Meter über der alten Quelle liegt, wird heute mit einer beängstigend dünnen Säule abgestützt. Mit gruseln denke ich daran, dass wir da kurz vorher noch oben drauf gestanden waren...




Auch wenn die noch vorhandenen Ruinen von Ubar nicht spektakulär und sensationell scheinen: die Geschichte dahinter, sowie die darum entstandenen Mythen und Geheimnisse aus längst vergangenen Tagen sind faszinierend.





3. Die Geschichte von Ubar, so weit heute bekannt


Die Oase bei Ubar wurde bestimmt schon seit der Eisenzeit oder gar vor über 5000 Jahren bis ins Mittelalter als Rastplatz und für den Handel genutzt.

Bei Ausgrabungen wurden unter Anderem uralte (frühmittelalterliche) Schachfiguren und Gefässe, sowie Spuren der Weihrauchverarbeitung über all diese Epochen hinweg gefunden. Ebenfalls fanden sich Münzen aus Rom, Syrien, Griechenland und Ägypten.


Copyright: Ubar Ausgrabungsstätte


Es wird deshalb vermutet, dass das Fort von Ubar nicht nur Rastplatz, Kreuzungspunkt und Oase in der Wüste, sondern auch ein wichtiger Umschlagplatz für Weihrauch auf den südlichen Routen durch die Rub al-Khali Wüste und nordwärts auf dem Weg zur Yabrin - Oase war.




Gemäss den Angaben vor Ort wird angenommen, dass die Kalksteinhöhle über der Quelle, auf welcher Ubar gebaut wurde, um das 15. oder 16. Jahrhundert einstürzte und die Siedlung dabei in die Tiefe riss. Andere Quellen datieren das Ereignis noch früher.






4. Legenden und Mythen um Ubar


Legenden um eine glanzvolle Stadt namens Ubar gibt es in vielen Quellen. Für den möglichen Standort dieser legendären Stätte wurden allerdings ganz unterschiedliche Lokalitäten genannt und auch die Namen waren nicht immer einheitlich.

Ubar soll in der Bibel erwähnt worden sein: Ptolemäus zeichnete eine Region "Lobaritae" mit drei bis vier Zentren, von denen eines Ubar sein könnte.




Ubar soll im Koran erwähnt worden sein: Das Volk der Ad in der Stadt Iram (welche oft mit Ubar gleichgesetzt wird) soll vom Glauben abgefallen sein, sündig gelebt und dem Geld eine zu grosse Rolle eingeräumt haben, worauf ihre "Stadt der Säulen" von Gott vernichtet wurde, von der Erde verschlungen im Sand untergegangen ist.

Auch in den Märchen von 1001 Nacht wird dieselbe, reiche Stadt Iram (Ubar) zwei mal erwähnt.




Solche Geschichten, welche meist auch einen Kern der Warheit und tatsächlicher geschichtlicher Ereignisse in sich tragen, faszinieren natürlich! Lawrence von Arabien (T.E. Lawrence), Britischer Archäologe und Militär, bezeichnete Ubar mit dessen Geschichte des Untergangs im Sand schliesslich gar als "Atlantis der Wüste". Die Möglichkeit, danach zu suchen, hatte er jedoch nicht mehr.


5. (Wieder-) Entdeckung von Ubar


Um 1930 wurde der der Entdecker Bertram Thomas von einem Beduinen, welcher ihn auf seinen Touren begleitete, an einem Ort darauf aufmerksam gemacht, dass hier der Weg nach Ubar führen würde. Er markierte den Ort auf einer Karte, beschrieb ihn in seinem Buch "Arabia Felix" und verband die Erzählungen der Beduinen später mit Lawrence von Arabien's Benennungen Ubars als Atlantis der Wüste. Gelegenheit, den Hinweisen nachzugehen, fand er jedoch später nicht mehr.

Mehrere Wissenschaftler und Entdecker, welche in der Region unterwegs waren und Shisr besuchten, berichteten in der Folge zwischen 1946 und 1953 von den alten Ruinen auf der markanten Felsplatte, ohne dass jedoch wohl das tatsächliche Alter erfasst wurde oder weitere Entdeckungen möglich wurden.




Ab Anfang der 1980er Jahre machte sich erneut ein Team auf die Suche: Nicholas Clapp, George Hedges, Juris Zarins und Sir Ranulph Fiennes. Sie folgten einerseits den alten Erzählungen aus Bibel, Koran und Geschichten aus 1001 Nacht für Hinweise, konnten aber auch die Nasa dazu bringen, über der Region das SIR (Space Imaging Radar) System der Challenger Raumfähre einzuschalten. Die daraus gewonnenen Daten konnten verarbeitet und aufbereitet werden, so dass uralte Karawanen-Routen durch die Wüste sichtbar wurden. Diese kreuzten sich bei Shisr - möglicherweise dem alten, gesuchten Ubar.

Eine erste Expedition um 1990 bestätigte die Strassenverläufe und brachte altertümliche Fundgegenstände zutage. Schliesslich wurde auch bei Shisr gegraben, wobei die heute bekannten Ruinen und Gegenstände gefunden wurden. Als das offizielle Jahr der (wieder-) Entdeckung Ubars gilt 1992.




Ob das Ubar bei Shisr tatsächlich diese sagenumwobene, reiche, im Sand versunkene Stadt der vielen Säulen ist, wie sie in all den Legenden und Erzählungen immer wieder beschrieben wurde? Mit Sicherheit ist das bis heute nicht bewiesen - und wird es vielleicht auch gar nie.

Ein wichtiger Hinweis auf den Untergang der Stadt sind jedoch auf jeden Fall die geologischen Gegebenheiten! Unter dem Fort befindet sich tatsächlich eine Quelle, welche für die Karawanen Jahrunderte und Jahrtausende lang eine wichtige Rolle gespielt hat, und die eingebrochene Kalksteinhöhle unter der Siedlung hat offensichtlich zu deren Zerstörung geführt.





6. Ubar - Unesco Weltkulturerbe


Bis heute ist nicht mit hundertprozentiger Sicherheit geklärt, ob das hier im Sand der Rub al-Khali Wüste im Oman gefundene Ubar demjenigen aller Erzählungen und Aufzeichnungen entspricht und ob es tatsächlich einmal so unfassbar reich und prächtig war, wie vielerorts beschrieben. Wahrscheinlich haben sich Legenden und Wirklichkeit irgendwann an langen Lagerfeuer-Abenden und über Generationen hinweg ein wenig vermischt. Ist daher eine Aufnahme Ubars als Unesco Weltkulturerbe auch wirklich gerechtfertigt?




Unbestritten ist, welch wichtige Bedeutung Ubar als letzter Rastplatz und lebenswichtige Oase vor der unendlich grossen und lebensfeindlichen Rub al-Khali Wüste seit Jahrhunderten und Jahrtausenden für die Karawanen der Region hatte. Dass sich hier die weit in ferne Länder führenden Routen der Karawanen und der Weihrauchhändler kreuzten, ist ebenfalls erwiesen.




Entsprechend gehört Ubar heute zu den als "Land of Frankincense" zusammengefassten Unesco World Heritage Sites. Zum Unesco Weltkulturerbe des "Land of Frankincense" / Weihrauchstrasse zählen insgesamt folgende vier Attraktionen:

- Der alte Hafen Khor Rori, teilweise auch Sumhuram genannt, 4. Jahrhundert v.Chr bis 5. Jahrhundert n.Chr, ca 40km östlich von Salalah, an der Mündung des Wadi Darbat

- Der alte Hafen al-Baleed, auch al Balid genannt, 8. Jahrhundert n.Chr bis 16. Jahrhundert n.Chr, am östlichen Rand von Salalah

- Ubar bei Shisr, als Oase und wichtiger Rastplatz für Karawanen, welche den Weihrauch durch die Wüste und zu den Häfen brachten

- Wadi Dawkah, wo die Weihrauchbäume (Boswellia Sacra) seit alten Zeiten und bis heute wachsen und beerntet werden.




Ausschlaggebend für die Aufnahme Ubars in diese zum Unesco Weltkulturerbe gehörende Einheit rund um den Weihrauch waren nicht all die Legenden oder die Frage, ob Ubar nun das gesuchte Atlantis der Wüste sei.




Wichtig ist für die Unesco, dass die vier zum "Weihrauchland" (Land of Frankincense) gehörenden Komponenten: Häfen, Oase und Handelsplatz (Ubar), sowie Produktion auf beeindruckende Weise den seit Jahrhunderten zur Region gehörenden, blühenden Weihrauch-Handel darstellen. Die Orte sind gemeinsam ein Zeugnis für die Südarabische Zivilisation und Kultur seit Neolithischen Zeiten.






7. Quellen und weitere Informationen zu Ubar


Wenn ihr nun noch mehr über Ubar nachlesen mögt, lege ich euch folgende Links ans Herz: Einige davon sind eher wissenschaftlich gehalten, andere konzentrieren sich mehr auf die mystischen Seiten von Ubar.

Wikipedia: Atlantis of the Sands
Reise Know How Reiseführer Oman: Ubar, das "Atlantis der Wüste"
Der Spiegel: "Metropole des Weihrauchs" (17.02.1992)
Ubar - das "Atlantis der Wüste"

Unesco World Heritage: Land of Frankincense




Ebenfalls empfehle ich euch natürlich den Bericht über unsere ganze Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste mit vielen weiteren spannenden Entdeckungen:
Oman Roadtrip: 1000 Kilometer Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste mit einem Zwischenhalt in Haima - und Sicherheitstipps für die Wüstentour

Noch mehr Informationen zum Oman findet ihr auf der Oman-Portalseite:
Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land

Liebe Reisegrüsse und spannende Entdecker-Träume
Miuh



Samstag, 30. März 2019

Oman Roadtrip: 1000 Kilometer Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste mit einem Zwischenhalt in Haima - und Sicherheitstipps für die Wüstentour

Einmal eine richtige Wüste erleben, einmal durch die Wüste fahren... das ist ein Traum! Die endlosen Dünen sehen, vielleicht eine Oase entdecken, eine Fata Morgana erleben, die Einsamkeit spüren - wo ist das noch gefahrlos und ohne Angst vor Entführungen möglich? Hier zeige ich euch, wie wir im Oman 1000 Kilometer von Muscat im Norden nach Salalah ganz im Süden gefahren sind, grösstenteils durch die riesige Rub al-Khali Wüste. Um es kurz zu machen: alle obigen Wünsche und Träume sind dabei tatsächlich in Erfüllung gegangen und wir sind sicher durch die Wüste gefahren.




Inhalt:



Einführung


1. Woher kommt die Sehnsucht nach der Wüste?


2. Erlebnisbericht: Unsere Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste im Oman

2.1. Muscat bis Nizwa
2.2. Nizwa bis Haima
2.3. Haima
2.4. Haima bis Muqshin
2.5. Muqshin Oase
2.6. Muqshin bis Salalah


3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps

3.1. Die Strecke von Muscat über Nizwa und Haima durch die Wüste bis Salalah 
3.2. Gefahren in der Wüste
3.3. Sicherheitstipps für die Wüstendurchquerung auf der befestigten Strasse
3.4. Sicherheitstipps für die Offroad Wüstendurchquerung

4. Weitere Informationen



1. Woher kommt die Sehnsucht nach der Wüste?


Den Wunsch, einmal so richtig die Wüste zu erleben haben wohl viele Menschen. Schon in meinem Kinderzimmer hingen auch Fotos aus einem alten Geo-Kalender, mit Dünen, Kamelen, Steinlandschaften und Beduinen darauf... Biblische Geschichten spielen teilweise in diesen für uns so fremden Landschaften und mystische Erzählungen von Fata Morganas und Oasen tragen das ihre zur Faszination Wüste bei.




Bei einer Zwischenlandung in Dubai auf dem Weg nach Australien habe ich bei Landung und Start aus dem Flugzeug hinunter auf die Wüste geschaut und von dieser Erfahrung geträumt. Waren Anfangs noch bis an den Wüstenrand gebaute Häuser und Strassen zu sehen, wurde die Wüste je weiter desto leerer. Von Zeit zu Zeit waren noch viereckige Steinbauten oder Camps zu sehen, dann wurde es immer einsamer - und dennoch nicht eintönig: die warmen Farben und Formen in der Wüste sind vielfältig, das Licht stimmungsvoll.


2. Erlebnisbericht: Unsere Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste im Oman


Bei der Planung unserer grossen Oman-Reise wurde uns schnell bewusst: in diesem Land gibt es jede Menge Wüstengebiete! Und meine Frage war sofort: können wir da hin? Nach einigen Recherchen war klar: Durch die riesige Rub al-Khali Wüste, welche sich vom Norden bis in den Süden des Oman (und weit nach Saudi Arabien, sowie Jemen) ausdehnt, führt eine recht gut ausgebaute Strasse bis ganz hinunter nach Salalah - und ja: wir können da hin, die Tour ist für uns gut zu machen. Mehr darüber findet ihr unter 3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps.

Die Rub al-Khali Wüste wird auch "the empty Quarter" - das leere Quartier genannt. Natürlich ist die Wüste riesig und es passiert auf weiten Strecken Landschaftlich nicht gerade viel, bis sich jeweils die nächste Veränderung ankündigt und ein etwas anderes Landschaftsbild die Szenerie übernimmt.

Dennoch haben wir während dieser zweitägigen Wüstenfahrt so viel erlebt und gesehen, dass die Rub al Khali für mich keineswegs eine leere Wüste ist. Eine lange Baustelle, Raststätten, Dromedare, Ölförderanlagen, eine Tankstelle, ein Wüstenstädtchen mit Hotels und Gaststätten, Moscheen, eine Oase, verschiedenste Landschaftsformen, Bäume, ausgebrannte Autos, eine alte, versunkene Oasenstadt, viele Menschen... schaut selbst:





2.1. Muscat bis Nizwa

Die erste Strecke von Muscat bis nach Nizwa ist eher bergig, bzw. von Bergen und Hügeln gesäumt. Auch hier seht ihr entlang der Strecke schon viele sandige oder steppenartige Gebiete. Wenn ihr genügend Zeit mitbringt, könnt ihr hier alte und teilweise gar verlassene Dörfer besuchen. Auch Nizwa selbst bietet viel! Hier könnt ihr zum Beispiel das Fort oder die Souks besichtigen - und am Freitag Morgen gar den traditionellen Tiermarkt erleben.



Mehr über Nizwa findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Nizwa, die altertümliche Stadt (Erlebnisbericht und Tipps)
Oman Roadtrip: Ursprünglicher Tier-Handel am traditionellen Viehmarkt in Nizwa





2.2. Nizwa bis Haima

Nach Nizwa in Richtung Süden, in Richtung Wüste, stieg unsere Spannung! Zu Beginn führt die Strasse weiterhin durch Täler und an Dörfern vorbei, es folgt eine letzte, grosse Kreuzung - und dann war es plötzlich da, dieses Gefühl: "wir sind in der Wüste"! Die Landschaft links und rechts der Strasse ist grau und flach und verschwindet am Horizont im Dunst. Noch stehen Büsche und einzelne Bäume in der Steinwüste - und immer wieder sind Dromedare zu sehen, die am spärlichen grün knabbern oder durch die Gegend schreiten.




Anfangs war ich ein wenig enttäuscht: das soll nun die Wüste sein - so grau und steinig? Aber natürlich: die Wüsten der Erde haben ganz verschiedene Gesichter! Etwas weiter westlich der Strasse wären auch auf dieser Höhe schon die "klassischen", gold-roten Sanddünen vorhanden, auf unserer Route sind sie uns etwas später ebenfalls begegnet.

Bald begleitete uns auch die grosse Autobahnbaustelle mit zahlreichen Baufahrzeugen neben unserer Strecke für viele Kilometer. Wie lange diese Baustelle war, hat uns sehr beeindruckt!




In weiter Ferne waren irgendwann Ölfelder zu erkennen, mit der weit herum sichtbaren Flamme der Abfackelung. Einmal mehr ein Moment, sich Gedanken zu machen: hier also kommt der Treibstoff unseres Autos her. Den Omanis ist bewusst, dass diese Quellen des Reichtums nicht ewig halten werden und sie entwickeln deshalb verschiedene Pläne für alternative Einkommen - unter anderem den Tourismus.




Bei einer Tankstelle unterwegs taten wir, was wir in Australien im Outback gelernt hatten: bei jeder Gelegenheit tanken, die Wasservorräte und Snacks überprüfen und allenfalls ergänzen. Hier zog ich mir zum ersten Mal unterwegs im Oman den Schal über die Haare. Da draussen in der Wüste waren praktisch nur Männer unterwegs und ich wollte nicht zu einer Attraktion werden. Ein Problem gäbe es auch mit unbedeckten Haaren nicht, aber hier in der Wüste sind kaum Frauen zu sehen - also werden sie schon neugierig angeschaut.




Auf der weiteren Fahrt beobachteten wir eine kleine, Staub aufwirbelnde Windhose in der Wüste, sahen scheinbar ins "Nichts" abzweigende Strassen und endlich auch die ersten hohen Sanddünen - so wie man sich eben die Wüste vorstellt. Immer wieder erinnerte uns die Natur rundherum auch an eine Mondlandschaft - die gleissende, helle Sonne tat das ihrige dazu. Tatsächlich ist die Rub al-Khali Wüste auch ein Eldorado für Meteoriten-Funde. HIER ein Bericht dazu, falls euch das Thema interessiert: "Glücksfälle vor der eigenen Haustüre und in der Wüste" (Naturhistorisches Museum Bern)


 






2.3. Haima

Als wir in Haima, unserem geplanten Übernachtungsort eintrafen, war auch hier allgegenwärtig, dass wir uns in der Wüste befanden: die tief stehende Sonne und die unendlichen Weiten an Sand waren ein spezielles Erlebnis.




Nachdem wir das Hotel schnell gefunden und bezogen hatten, ging es sofort wieder los: Wir wollten ein wenig hinaus fahren, um den Sonnenuntergang in der Wüste zu erleben. Natürlich bewegten wir uns nicht gross von den Strassen weg - wir wollten ja nicht verloren gehen - und dennoch gelangen uns beeindruckende Foto-Aufnahmen.




Die entstandenen Bilder vom Sonnenuntergang über dem Wüstenstädtchen Haima sind nicht nur auf der Festplatte, sondern auch fest in unseren Herzen eingebrannt: ein einmalig bewegendes, bleibendes Erlebnis! Hier waren sie nun, die warmen Farben der Wüste, die riesige, untergehende Sonne, die erhoffte Exotik und das Gefühl, verloren "irgendwo im Nirgendwo" und gleichzeitig völlig aufgehoben zu sein.






Nachdem es dämmerig geworden war, meldete sich der Hunger. Wir fuhren der Strasse entlang, wo sich augenscheinlich nicht nur unser Hotel, sondern auch die Restaurants (bzw. die Imbisse) von Haima befanden. Auch hier waren fast überall nur Männer zu sehen: mehrheitlich Bauarbeiter oder Lastwagen-Chauffeuere, darunter auch viele Expats.




Instinktiv verhielten wir uns typisch, den lokalen Verhaltensweise entsprechend und erlebten so auch ein Stück lokale, traditionelle Gastfreundschaft und Geschlechterverständnis:
Mein Reisebegleiter stieg bei einem der Restaurants aus, um die Karte zu studieren und zu schauen, ob es für mich als Vegetarier ein Angebot gibt. Der Wirt sah ihn, kam hinaus, bestätigte, dass sie sehr wohl vegetarisches Essen anbieten, bemerkte mich im Auto und wies sofort darauf hin, dass sie auch "Family-Rooms" hätten.




Durch einen von der grossen Gaststube getrennten Eingang wurden wir in den oberen Stock geführt, wo es mehrere kleine, jeweils durch Vorhänge abgetrennte Räume gab - einige ohne, andere mit Tisch (für Ausländer, die es weniger gewohnt sind, am Boden zu essen). Die Family Rooms dienen der Privatsphäre der Paare, der Familien - und insbesondere der Frauen. Nach einiger Zeit hörten wir auch, wie weitere Familien und Paare in die Räume neben uns geführt wurden, Essen bestellten, assen, redeten, lachten... ein spannendes, geheimnisvolles Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. Das (vorwiegend indische) Essen war reichlich und gut, die Bedienung sehr freundlich.


2.4. Haima bis Muqshin

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns wieder auf dem Weg, wobei uns an der Auffahrt zur Hauptstrasse bewusst wurde, dass wir hier tatsächlich mehr oder weniger die halbe Strecke geschafft hatten: 489 Km bis Salalah und 541Km bis Muscat wurden angezeigt.




Weitere Strecken mit scheinbar endlosen Weiten, Steinen und Sand in weiss, beige, grau, gold bis rot, Achtung - Dromedar Schildern, Ölfeldern, Sanddünen, welche gerne auch einmal auf die Strassen wandern, folgten. Das ist sie also, die Wüste!









2.5. Muqshin Oase

Vom nächsten Etappenziel erhoffte ich mir einiges und war gleichzeitig auch auf eine Enttäuschung eingestellt: eine richtige Oase - ob es diese wohl tatsächlich gab?

Schon die Tankstelle mit der kleinen Siedlung, der weissen Moschee und den Palmen entlang der Wüstenstrasse schien irgendwie unwirklich - ein mystischer Ort. Wir füllten den Tank und fragten nach dem Weg zur Oase, welcher uns gerne erklärt wurde: ca. 4.5 Kilometer in nördlicher Richtung auf einer geteerten Strasse.




Bäume und Sträucher kündeten die Wasserquelle an, es gab einen kleinen Parkplatz, ein einzelnes Gebäude - und da war sie, die Oase: blau schimmerndes Wasser, von Palmen gesäumt, mitten in der Wüste, in all dem Sand.




Ich war hin und weg: eine richtige Oase, ein solches Naturwunder war mehr, als ich zu träumen gewagt hatte. Genau so stellt man sich eine Oase vor, genau so wird sie in alten Erzählungen oder Märchen beschrieben!

An dem Ort konnte ich mich kaum sattsehen, und der Gedanke, dass hier wohl seit Jahrtausenden und weit vor der Zeit der Tankstellen und der gekühlten Getränke Karawanen rasteten und sich für die Weiterreise strärkten, liess mich erfürchtig staunen.




Auch hier zog ich mir den Schal über den Kopf, wickelte ihn bis über Mund und Nase ums Gesicht und war zusammen mit der Sonnenbrille fast vollständig verhüllt. Der Grund? Ein kleiner Sandsturm war aufgezogen und der Wind blies uns Sand in die Augen, in Mund, Nase, Haare, auf die verschwitzte Haut, einfach überall hin.




Gegen die heiss brennende Sonne schützte ich mich hier in der Wüste ebenfalls am liebsten mit weiter, langer Kleidung und Tüchern. In diesem Moment verstand ich, weshalb sich die Menschen in den heissen Wüstenregionen so anziehen - es ist einfach am angenehmsten, auch wenn es für uns auf den ersten Blick nicht so wirkt.

Wir verabschiedeten uns von der Oase und machten uns wieder auf den Weg, weiter in Richtung Süden.


2.6. Muqshin bis Salalah

Der Wind trieb feinen Sand über die Strasse, ein Naturschauspiel, welches sich kaum auf Bildern festhalten lässt. Streckenweise sahen wir in einiger Entfernung Bäume - die südlichen Ausläufer der Oase - und Dromedare, welche durch die Wüste streiften.




Wir passierten die Raststätte von Qitbit, wo im Mai 2018 nicht nur Sand wie hier bei unserer Durchreise, sondern tatsächlich auch Wasser über die Strasse floss - für uns fast unvorstellbar. Auch im Oktober 2018 hat es in der Region nochmals geregnet und wir haben gehört, dass die Wüste momentan ziemlich grün und blühend sein soll!




Mehrere Gerippe ausgebrannter Autos und Lastwagen erinnerten uns immer wieder daran, wach und aufmerksam zu bleiben.




Ein Stück weiter bogen wir nach rechts auf eine Nebenstrasse ab, weil wir die Unesco Weltkulturstätte Ubar besuchen wollten. Hier erhielt ich eine Ahnung davon, wie es ist, eine Fata Morgana zu sehen. Auf der Strasse vor uns, aber auch draussen in der Wüste sahen wir flimmernde Flächen, die aussahen wie glattes, blaues Wasser, teilweise mit dunkelgrünem Hintergrund - Eine Oase mit Palmen?




Plötzlich sah ich auch eine Gestalt, welche sich im "Wasser" auf der Strasse spiegelte. Tatsächlich war da ein Mann zu Fuss mitten in der Wüste unterwegs! Die "Wasserpfützen" jedoch verschwanden alle, sobald wir näher kamen - sie waren eben wirklich nur eine Fata Morgana.




Leider war die Strasse nach wenigen Kilometern gesperrt, wir mussten zurück bis zur Hauptstrasse und konnten erst weiter südlich nach Ubar fahren. Über diesen speziellen Ort, welchen wir schlussendlich doch noch erreichten, könnt ihr HIER noch mehr lesen:

Oman Roadtrip: Ubar - das Atlantis der Wüste? Unesco Weltkulturerbe im Sand

Mitten in der Wüste gibt es in der Nähe von Ubar ausserdem riesige Bewässerungsanlagen, welche auch auf den Satellitenbildern von Google Maps als grüne Kreise sichtbar sind - grosse Farmen in der Wüste, wer hätte das gedacht?




Kurz vor der Stadt Thumrait verändert sich die Landschaft wieder: immer mehr und immer grössere, teilweise spitze Hügel säumen die Strasse und das Gestein ist oft sehr dunkel. Wieder sind viele Dromedare entlang der Strasse unterwegs und vermehrt sind Zeichen der Zivilisation zu sehen, wie zum Beispiel die vielen Strassenlampen und Strommasten.




Nochmals ca. 30 Kilometer weiter konnten wir beim "Natural Park of Frankinsense Tree" eine öffentlich zugängliche Weihrauch - Plantage besuchen. Durch noch leicht grüne Hügel mit hunderten Dromedaren und auf steilen Strassen fuhren wir anschliessend hinunter in Richtung Küste und Salalah.






Unser Wüsten-Abenteuer ging dem Ende zu und weitere, andere Abenteuer und Erfahrungen erwarteten uns.

Einige Hintergrundinformationen zum Fahren durch die Wüste findet ihr unter: 3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps.


3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps



Vom Norden bis in den Süden der Rub al-Khali Wüste führt eine gut ausgebaute Hauptstrasse, daneben war auf hunderten Kilometern gleichzeitig eine weitere, noch breitere Autobahn in Bau (die unterdessen vielleicht schon fertig ist?) und auf der anderen Seite der Strasse waren von Zeit zu Zeit die Überreste der alten, nur einspurigen Strasse durch die Wüste zu sehen.

Auf dieser Nord-Süd-Verbindung durch die grössten Wüstengebiete des Oman könnt ihr also problemlos fahren, sogar mit einem Auto ohne 4x4 - Antrieb. Die grösste Gefahr ist hier wohl die Eintönigkeit der langen Fahrt, welche euch müde machen kann. Also Achtung: bleibt wach und plant genügend Pausen ein!!




Auf der Strecke herrscht nicht gerade dichter Verkehr, aber ihr begegnet immer wieder Autos, Lastwagen und auch militärischen Fahrzeugen. Solange ihr die Strasse nicht verlasst, würdet ihr hier deshalb im Notfall auch innert Minuten Hilfe erhalten.



3.1. Die Strecke von Muscat über Nizwa und Haima durch die Wüste bis Salalah

Die Strecke von Muscat bis Salalah durch die Wüste beträgt gut 1000 Kilometer und ist theoretisch in etwa 10 Stunden Autofahrt (reine Fahrzeit) zu schaffen. Alle Kilometer- und Zeit- Angaben sind ungefähre Schätzungen mit Hilfe von Google Maps und eigenen Erfahrungen. Verlasst euch bitte nicht ausschliesslich darauf.




Noch nicht eingerechnet sind dabei die unbedingt empfohlenen Pausen, Foto-Stopps und Besichtigungen (teilweise mit weiten Umwegen) unterwegs, sowie die Übernachtung nach der ersten Hälfte der Strecke in Haima.

Muscat - Nizwa (Strecke eher bergig als Wüste): ca 160 km / gut 1.5 Stunden ab Stadtgrenze
Nizwa - Haima
(Wüstenstädtchen, Übernachtungsmöglichkeit): ca 385 km / gut 3 Stunden 40 Min
Haima -  Muqshin / Mughshin (Tankstelle und Oase): ca. 165 km / 1.5 Stunden
Muqshin - Salalah / Salala (Möglicher Abstecher unterwegs: Ubar): ca. 340km / 3.5 Stunden

In Haima gibt es gemäss Google Maps drei einfache Hotels, in welchen ihr relativ günstig übernachten könnt. Eine Webseite, auf welcher ihr euch vorab ein Zimmer reservieren könnt, bietet bisher keines davon. Wir haben deshalb vor unserer Abreise im vorherigen Hotel telefonisch reserviert, natürlich könnt ihr das auch schon länger voraus erledigen oder spontan euer Glück versuchen.




Von den drei möglichen Gästehäusern haben wir uns für das Arabian Sands Hotel entschieden: Der Empfang war freundlich, sogar unser Gepäck wurde ins Zimmer hoch getragen. Die Ausstattung ist einfach und zweckmässig: Bett, Tisch, Stühle, Kühlschrank, TV und ein Bad ohne viel Komfort. Normalerweise übernachten hier Arbeiter oder Lastwagenfahrer - entsprechend sind auch im ganzen Wüstenstädchen Haima kaum Frauen zu sehen.




Bei der Muqshin Tankstelle und Oase kommt ihr Saudiarabien am Nächsten während der ganzen Fahrt: nur 50 Kilometer trennen euch hier von der Grenze zum Nachbarland. Für mich war das ein merkwürdiges, irgendwie gruseliges Gefühl: Ich befinde mich in einer riesigen Wüste, irgendwo mitten hindurch verläuft eine Landesgrenze und die Lebensbedingungen - gerade für Frauen - sind auf der einen Seite so anders, als auf der anderen Seite.

In der Nähe der Muqshin Tankstelle (ca. 4.5 km Entfernung) habt ihr ausserdem die Möglichkeit, eine richtige Oase zu besuchen! Für mich war dieser Ort eines der beeindruckendsten Erlebnisse der ganzen Wüstenfahrt und ein unbedingter Geheimtipp! Zwar werdet ihr hier kaum trinkende Kamele finden, sondern einen Parkplatz und ein Gebäude in der Nähe. Das natürliche Wasservorkommen in der Wüste lässt dennoch staunen und ihr könnt euch hier gut vorstellen, wie wichtig der Ort früher für Karawanen war! Spannend finde ich, dass die heutige Tankstelle ebenso wieder in die Nähe dieses uralten Ortes der Rast gebaut wurde. Wurden hier früher die Wasserreserven von Mensch und Tier aufgefüllt, ist es heute vor allem der Treibstoff für Fahrzeuge - und etwas zu knabbern für die Leute.




Sucht, um die Oase zu finden, in Google Maps nach "Omanoil Filling Stagion Muqshin" oder "Muqshin Power Station Oman" und zoomt dann etwas heraus, bis ihr etwas oberhalb davon dunkel  und langezogen die Spuren des Wassers in der Wüste seht (HIER). Lasst euch den Weg dorthin am besten bei der Tankstelle erklären. Wenn ihr in Google Maps anschliessend auf den Pfeil für die Routenplanung klickt und als Start oder Ziel "Ramlat al Mugshin" eingebt, findet ihr eine Google-Markierung (HIER) mitten in der Wüste, wo ihr eine kurze Rezension, sowie einige Fotos von mir findet. Achtung: die Markierung befindet sich am falschen Ort in der Wüste - ich habe es bisher nicht geschaft, das bei Google umzumelden - so einfach ist das eben nicht mit den Adressen in der Wüste!



3.2. Gefahren in der Wüste


Auch wenn ihr auf einer gut ausgebauten Strasse unterwegs seid, gilt es auch hier wie andernorts in der Wüste, vorsichtig und auf Gefahren vorbereitet zu sein:

- Treibsand kann die Strasse "rutschig" und schwer erkennbar machen
- Sandstürme können euch völlig die Orientierung verlieren lassen
- Übermüdete Fahrer können euch entgegenkommen
- Die lange, teilweise eintönige Fahrt kann euch selbst schläfrig machen
- Die Sonne brennt heiss und macht durstig
- Tiere können auf die Strasse laufen (vor Dromedaren wird vielerorts gewarnt)
- Falls ihr in der Wüste die Strasse verlasst, droht schnell Orientierungslosigkeit





3.3. Sicherheitstipps für die Wüstendurchquerung auf der befestigten Strasse


Meine Sicherheitstipps für die Durchquerung der Rub al-Khali Wüste auf der Strasse:

- Informiert nicht nur eure Kontaktpersonen zu Hause, sondern unbedingt auch Einheimische, wie zum Beispiel in der Unterkunft eures Ausgangspunktes oder eures Zieles über eure Pläne. Nicht nur ist es beruhigend, wenn jemand weiss, wo ihr seid, Omanis können euch auch wichtige, hilfreiche und aktuelle Tipps zum Wetter, den Strassenverhältnissen und zur Sicherheitslage geben.
- Informiert euch vor der Fahrt über den Wetterbericht der durchzufahrenden Regionen
- Nehmt mehr als genügend Wasser mit. Das kostet fast nichts, kann aber Leben retten!
- Schützt euch bei Pausen vor der Sonne, am Besten auch durch Kleidung: Kopfbedeckung, Schal, lange Ärmel und Hosenbeine
- Bleibt aufmerksam, nutzt Möglichkeiten für Pausen: Tankstellen, Dörfer, Oasen, ausgeschilderte Parkplätze






3.4. Sichereitstipps für die Offroad Wüstendurchquerung


Wichtig ist: Die obigen Sicherheitstipps reichen nicht aus, wenn ihr in der Rub al-Khali Wüste die Strasse verlässt, oder in einer anderen Wüste, wie zum Beispiel der Wahiba-Wüste (Rimal Al Wahiba / Wahiba Sands) im Oman unterwegs seid. Dann sollt ihr zusätzlich:

- Nicht alleine, sondern mindestens mit zwei, besser mit mehr Fahrzeugen als Gruppe / Karawane fahren
- Kundige Guides dabeihaben
- Zusätzliche Vorräte, vor allem auch zusätzlich Wasser dabeihaben
- Campingausrüstung (Zelte, Schlafsäcke, Kocher, usw.), sowie ein Notfallset (Reiseapotheke, Signalraketen, etc.) mitnehmen
- Unbedingt einen 4x4 - tauglichen Geländewagen mit genügend Bodenfreiheit und der entsprechenden Untersetzung fahren
- Die richtigen Sand-Reifen montiert haben
- Equipment im Auto mit dabei haben, für den Fall, dass ihr stecken bleibt: Schaufel, Abschleppseil, bzw. Bergeseil, genügend Treibstoff, Sandbleche, nötigste Ersatzteile und Werkzeuge, etc)
- Luft ablassen vor der Fahrt in die Wüste und einen Kompressor dabeihaben, um den Reifendruck wieder zu erhöhen, wenn ihr wieder zurück auf eine Strasse kommt.
- Verlässliche Landkarten mitnehmen
- Mutige und Sand- und Offroad- erprobte Fahrer am Steuer haben, oder mindestens die richtigen Instruktionen vor der Fahrt erhalten
- Unbedingt jemanden - ob zu Hause, oder im Oman - infomieren über eure geplante Route und Zeitplanung (und diese Personen natürlich dann auch umgehend benachrichtigen, sobald ihr angekommen seid, um unnötige Rettungseinsätze zu vermeiden...)

Eine mögliche Checkliste für Expeditionen (mit dem Auto oder Motorrad) findet ihr HIER




Für die jeweils ca. 10-20 Kilometer weite Fahrt in eines der touristischen Wüstencamps in der Wahiba Wüste (Wahiba Sands) könnt ihr diese Sicherheitsmassnahmen reduzieren, auch wenn ihr dabei auf Sand und durch den Talboden riesiger Sanddünen fahrt:

Informiert allenfalls das Camp über eure voraussichtliche Ankunftszeit, lasst an der letzten Tankstelle entlang der Strasse gemäss Anweisungen etwas Luft aus den Reifen eures 4x4 Fahrzeuges (und füllt sie nach dem Aufenthalt in der Wüste unbedingt wieder auf!), fahrt zügig aber vorsichtig und achtet besonders auf Tiere (vor allem Ziegen, manchmal Dromedare) entlang der Fahrbahn. Auch genügend Treibstoff im Tank und Wasser als Vorrat dabei zu haben, empfiehlt sich immer.


4. Weitere Informationen


Weitere Informationen über unsere ganze Oman-Reise, die unterwegs erwähnten Orte und Verhaltenstipps findet ihr hier:

Oman Roadtrip: eine abenteuerliche Traumreise durch das ganze Land
Wüstenhimmel: der Himmel über der riesigen Rub al-Khali Wüste im Oman
Oman Roadtrip: Nizwa, die altertümliche Stadt (Erlebnisbericht und Tipps)
Oman Roadtrip: Ursprünglicher Tier-Handel am traditionellen Viehmarkt in Nizwa
Typisch Omanisches Essen - und viele feine Möglichkeiten für Vegetarier und Veganer im Oman (mit Restaurant-Tipps)
Welches ist die richtige Kleidung im Oman - wie ziehe ich mich an? (inklusive Verhaltenstipps und persönlichen Erfahrungen) 



Vielen Dank für eure Begleitung auf meiner Tour durch die Wüste! Seid ihr auch schon durch die Wüste gefahren, ob auf einer Strasse oder offroad durch die Dünen? Oder träumt ihr davon, die Wüste, eine Oase oder eine Fata Morgana eimal selbst zu erleben?

Meldet euch gerne mit einem Kommentar oder e-mail.

Liebe Reisegrüsse, Miuh