Montag, 13. August 2018

Schnorcheln um die Daymaniyat Islands im Oman soll ein Geheimtipp bleiben!

Meine Geheimtipps, Lieblings-Orte und Entdeckungen zu verraten, ist mir bisher nie sehr schwer gefallen... gerne teile ich mit euch, wo es besonders schön oder wo die Aussicht besonders gut ist, welche Reise-Route mir gefällt und wie ihr auch an eher überlaufenen Orten noch viel Ruhe und Natur geniessen könnt.

* mehr zum Oman findet ihr hier: Oman - Roadtrip: eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land *


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Dieses Mal jedoch, unterwegs auf einem kleinen Motorboot von Muscat (Maskat) im Oman in Richtung Daymaniyat Inseln ist mir bewusst geworden, dass es hier um ein kleines, fast unentdecktes und unbekanntes Paradies geht. Wir schwammen über noch intakte Korallen-Riffe, die auf keinen Fall überrannt und zerstört werden sollen wie schon so viele Andere - wenn ich auch weiss, dass oft nicht der Tourismus (alleine) schuld daran ist.

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Dann wurde mir bewusst, dass ich den Ort nicht geheim halten und verstecken kann... Viele Omani wissen um ihr Paradies und im Oman wird der Tourismus stark gefördert - da wird ein solch schönes Juwel sowieso nicht unentdeckt bleiben.

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So teile ich diesen absoluten (noch-) Geheimtipp gerne mit euch und empfehle euch dafür auch gleich, mit welchem Anbieter ihr als Natur liebende Schnorchler guten Gewissens hinausfahren und eine wunderbare Zeit beim Entdecken all der kleinen und grossen Meeresbewohner haben könnt.

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Die ca. 18 km vor Muscat und der Omanischen Küste gelegenen 9 Daymaniyat Inseln mit den über 22 bisher bekannten Tauch- und Schnorchel-Spots erreicht ihr mit dem Schnellboot eines erfahrenen Guides ab al Mouj Marina (the Wave) am Rand von Muscat in ca 45 Minuten.

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Unser Guide Fahad hat uns mit seiner grossen Ruhe, immer einer Prise Humor und viel Liebe zur Natur und zu den Tieren die sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Schnorchel-Plätze, ihre Bewohner und ihre Besonderheiten erklärt.

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Dann hatten wir viel Zeit, selbst zu schnorcheln und die Unterwasserwelt zu entdecken. Ein ganz besonderes, naturnahes und Erlebnis für Naturliebhaber! Hier um die Daymaniyat Islands könnt ihr, wie ihr teilweise schon auf den Fotos oben seht, Meeres-Schildkröten, verschiedenste Korallen, Schwarzspitzenriffhaie, Mantas, Stachelochen, Kalamare, kleine, grosse, bunte und unauffällige Fische sowie viele andere Tiere entdecken - einfach ein Unterwasser-Traum!

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Im September (und manchmal auch schon ab dem frühen Sommer oder vereinzelt schon im Frühling) ist vor der Küste des Oman Whale Shark - Saison. Seid ihr schon einmal einem Walhai (Link) begegnet? Diese sanften, gepunkteten Riesenfische zu sehen, war natürlich auch unser Ziel!

Obwohl das dieses Mal nicht geklappt hat, waren wir nicht enttäuscht... Die Natur lässt sich eben nicht planen und all die anderen Meerestiere haben den Tag auch so erfüllt. Wer weiss, vielleicht erleben wir diesen absolut beeindruckenden, atemberaubenden Schnorcheltraum (wie damals am Ningaloo Reef in Westaustralien) ein anderes Mal wieder?

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Die Gewässer um die Daymaniyat Inseln sind sehr fischreich, immer wieder findet ihr euch mitten in einem Schwarm bunter Fische wieder. Kein Wunder, kommen die Walhaie (Whalesharks) von Zeit zu Zeit gerne hier vorbei und filtern sich davon ein paar Maul voll heraus...

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Auf den Daymaniyat Inseln brüten nicht nur Schildkröten, sondern auch viele Zugvögel und heimische Vögel wie zum Beispiel der Seeadler. Deshalb dürft ihr die Traumstrände der ansonsten recht kargen Inseln zwischen Frühsommer und Oktober nicht betreten. Sie sind jedoch auch vom Schiff aus gesehen wunderschön.

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Als wir im April zum zweiten Mal einen Kurztrip in den Oman unternahmen, waren die Vögel nicht mehr / noch nicht auf den Inseln am brüten und wir durften deshalb auch eine der wunderschönen, kaum berührten Daymaniyat Islands betreten.



Für viel mehr Menschen als unsere kleine Gruppe wäre am kleinen Strand auch gar kein Platz gewesen...


Der Sand war hell und puderfein, das Wasser türkisblau-klar - ein Traum!


Interessant waren auch die Felsen, welche einen grossen Teil der Insel ausmachten, sie schienen (ähnlich wie ich es zum Beispiel aus der Region um Broome in Nordwest-Australien kenne) aus einem grossen Anteil an Eisen zu bestehen.


Wir erkundeten die Insel etwas, wobei es nicht allzuviel zu erkunden gab... von einem leichten Hügel aus konnten wir den Ausblick über die kleine Badebucht und die ganze Insel geniessen.


Aber auch zum Schnorcheln blieb noch etwas Zeit. Jede der Daymaniyat Inseln ist anders, bietet andere Unterwasserlandschaften und andere Lebensräume für andere Tiere... hier war direkt vor der Küste auch unter Wasser der Sand an einer flach abfallenden Küste vorherrschend, verbunden mit kleinen, steinigen, teilweise steil abfallenden Klippen über- und unter Wasser.




Während der Zeit von Herbst bis Frühling, in welcher die Daymaniyat Inseln betreten werden dürfen, bietet Daymaniat Shells Sea Tours auch Camping-Übernachtungen auf den Inseln an. Diese werden genauso sorgfälltig und mit Rücksicht auf die Natur durchgeführt, wie auch die Schnorcheltouren und müssen ein riesig beeindruckendes Erlebnis sein.


Die ganze Region ist ein Natur-Reservat und deshalb ist es besonders wichtig, mit einem verantwortungsvollen und Natur liebenden Guide unterwegs zu sein. Wir hatten das grosse Glück, genau mit einer solchen Organisation mitzufahren, die ich euch nun besonders ans Herz legen möchte:

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Daymaniat-Shells Sea Tours (link) bieten euch hier alles, was ihr euch nur wünschen könnt! Traumhafte Touren zu den schönesten Korallen-Riffen und Schnorchel-Spots, persönliche Betreuung, kleine Gruppen, zur Verfügung gestellte Schnorchel-Ausrüstung, Badetücher, zu Essen und zu trinken, günstige Preise und vor Allem einen respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur.

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Dass wir all unseren Abfall wieder mitnehmen, hatten wir ja schon als selbstverständlich erwartet. Unser Guide Fahad hat aber auch die Geschwindigkeit gedrosselt und das Schiff gewendet, um im Meer schwimmenden Abfall herauszufischen und mitzunehmen. Auch grössere Strand-Reinigungen hat er mit seiner Crew schon durchgeführt, denn er erträgt es einfach nicht, wenn "sein" Paradies leidet und vermüllt wird. Das hat mich sehr beeindruckt!

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Wenn ihr im Oman in Muscat / Maskat seid und schnorcheln mögt, empfehle ich euch Daymaniat-Shells Sea Tours von Herzen. Schon der Kontakt via e-mail (in Deutsch oder Englisch möglich) ist sehr nett und informativ, alles klappt und ist gut organisiert. Das Wichtigste ist mir jedoch, wie bewusst, liebevoll und beschützend hier mit dem Meer, mit den Korallenriffen und all seinen Bewohnern umgegangen wird.

Auf der Seite von Daymaniat-Shells Sea Tours sind keine Preise angegeben. Lasst euch davon nicht abschrecken! Ich fand die Preise für die Schnorchel-Touren sehr moderat. Auch die Dauer der Touren war bei uns immer sehr grosszügig bemessen und wir kamen ein gutes Stück später wieder im Hafen an, als eigentlich geplant - einfach, weil es unter Wasser so viel zu sehen und zu bestaunen gab...

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4 zusätzliche Tipps zum Schnorcheln um die Daymaniyat Islands:

1. Falls das Wetter etwas windiger und das Meer wellig ist, kann es sich unbedingt lohnen, vor der Tour ein Medikament gegen Übelkeit zu nehmen. Unser zweiter Daymaniyat - Schnorchel - Ausflug schien uns zwar vom Wetter her nicht soo extrem, aber wir büssten schon bald unsere "Tapferkeit" mit grausamer Übelkeit, die fast nicht mehr aufhören wollte. Zum Glück war es in dieser Saison (im April) erlaubt, an Land zu gehen - Festes Land unter den Füssen war unsere einzige Chance, die Übelkeit wieder loszuwerden.

2. Probiert unbedingt verschiedene Möglichkeiten, zu schnorcheln: Ich selbst bevorzuge noch immer, nur mit einer selbst mitgebrachten Schwimmbrille zu schnorcheln, weil es mir am bequemsten ist und mich am natürlichsten dünkt. Es gibt aber auch die klassischen Schnorchel-Brillen oder die neuen, das ganze Gesicht abdeckenden Masken. Normalerweise habt ihr an Bord die Möglichkeit, verschiedene Schnorchel-Masken auszuprobieren - ein kostenloser Zusatz-Service von Daymaniat Shells Sea Tours.

3. Anders, als ich es erwartet hätte, ist das Wasser um die Daymaniyat Islands im Sommer am klarsten. Wir sind einmal im Frühling (April) und einmal im Herbst (September) geschnorchelt und konnten uns auch überhaupt nicht über die Wasserqualität beschweren, im Sommer soll die Sicht aber noch weiter möglich sein. Dies ist im Süden des Omans (z.B. um Salalah) anders: hier ist das Wasser im Sommer trüb von Algen und es herrschen so starke, gefährliche Ströhmungen, dass das Schwimmen oder Schnorcheln dann verboten ist.

4. Die Wassertemperaturen sind auch im Frühling und im Herbst sehr angenehm, so dass ihr auch ohne Neopren-Anzug sehr lange im Wasser bleiben könnt, ohne zu frieren. Im Sommer ist das Meer noch etwas wärmer und für den Winter habe ich noch keine persönlichen Erfahrungswerte.

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Nun hoffe ich, ich konnte euch dieses Unterwasserparadies so zeigen, wie ich es erlebt habe: als sehr schützenswerten Ort, welchen ihr mit Respekt und Rücksichtsnahme, aber auch mit grosser Freude und Staunen besuchen könnt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auch meine anderen Berichte zum Oman (hier: Übersicht zum ganzen Oman Roadtrip: eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land) anschaut und vielleicht noch mehr findet, was euch interessiert... und natürlich freue ich mich besonders, wenn ihr meinen Blog gleich abonniert.

Liebe Reisegrüsse, Miuh


P.S.  / Links und Empfehlungen

Kürzlich hat Traude vom Rostrosen-Blog (hier) einen spannenden und hilfreichen Beitrag zum Thema Mikroplastik (und was man dagegen tun kann) geschrieben, untermalt mit wunderschönen Unterwasser-Fotos, welche ihre Tochter deren Freund in Ägypten aufgeommen haben. Der Post zeigt, wie auch wir hier weit auf dem Festland etwas für die Meere und für die dortige Unterwasserwelt unternehmen können indem wir Mikroplastik vermeiden. Hier (Link) mehr dazu.

Bei Bunt ist die Welt (link) findet ihr noch viel mehr unterschiedlichste Wasser-Themen und Wasser-Bilder, welche letzte Woche zusammengetragen wurden. Beim Naturdonnerstag (link) findet ihr andere Natur-Bilder und Natur-Geschichten.

Die wunderbare Natur unter Wasser zeige ich gerne auch beim Sonntagsglück (hier) - tatsächlich war auch der Sonntag unser Schnorchel-Tag.

Auch bei  ANL "A New Life / Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität" (link) zeige ich gerne das achtsame Schnorcheln.





Mittwoch, 8. August 2018

Viamala Rheinschlucht - eine willkommene Abkühlung im heissen Sommer

Dieser Sommer mit ständig strahlend schönem Wetter und Temperaturen bis 35C bringt auch wärmeliebende Menschen wie mich dazu, einmal in die Höhe und in die Berge zu fahren, um dort wenigstens ein bisschen Abkühlung in der Natur zu finden.


Welcher Ort könnte dafür geeigneter sein, als eine tiefe Schlucht? Die Viamala oberhalb von Thusis ist von Zürich aus in gut 1,5 Stunden schnell zu erreichen und bietet beeindruckende Berg-Landschaften. Ausserdem ist es eines der zur "Grand Tour of Switzerland" gehörenden Ziele, welche ich endlich einmal besuchen wollte.


Am Rand der Viamala Schlucht befindet sich das Besucherzentrum mit Parkplätzen gleich nebenan, Toiletten und einem einfachen Zugang zur Schlucht über Treppen, kleine Brücken und Felsgalerien. Die Angestellten sind sehr freundlich und hilfsbereit!


Der Eintritt zur Viamala kostet über das Besucherzentrum 6 CHF für Erwachsene und 4 CHF für Kinder. Inbegriffen ist dabei der Parkplatz für 1 Stunde (falls ihr längere Touren unternehmen wollt, empfehlen sich die Parkplätze in Thusis) und wenn ihr nach den Toiletten fragt, wird euch 1 Franken dafür ausgeliehen.
Für Kinder gibt es weitere Angebote wie Schatzkarten und Tafeln mit spannenden Geschichten darauf, welche auf den Wegen durch die Schlucht verteilt (und übrigens auch für Erwachsene interessant) sind und auch Führungen werden angeboten.


An einigen Stellen ist die Schlucht hier bis zu 300 Meter tief und teilweise dafür nur wenige Meter breit. Sie wurde vom Hinterrhein, sowie zeitweise auch von Gletschern in tausenden bis zehntausenden von Jahren so ausgeschliffen und immer tiefer in den Fels gegraben. Ja, die Natur ist stark - und die Kombination von Wasser und Zeit vollbringt immer wieder spektakuläre Kunstwerke.
359 Treppenstufen gilt es heute für euch hinunter- und später auch wieder hochzusteigen, um die Schlucht zu entdecken.


Nicht nur der Blick nach unten, sondern ebenso der Blick nach oben ist beeindruckend und manchmal etwas schwindelerregend. Hoffentlich bleiben alle diese Felsen da oben hängen - manchmal werden sie scheinbar nur noch von Baumwurzeln zusammengehalten...


Wir wagten den Abstieg in die Schlucht über den Weg, welcher mit den gemauerten Treppen und den kleinen Brücken sicher und bequem ist. Dort, wo die Sonne auf die Betonstufen niederbrennt, war es noch immer sehr heiss - die Abkühlung liess auf sich warten.

Schon bald boten sich von den (seit 2017) neuen Schluchtbrücken (Rätoromanisch: Punts da tgavorgia) des Brückenbauers Jürg Conzett aus...


... erste Blicke direkt in die Tiefen der Schluchten und auf das Wasser des Hinterrheins.

Immer wieder laden Bänkli (Sitzbänke) zum Verweilen ein und an einzelnen Orten war es auch möglich, direkt auf die Felsen zu sitzen (etwa um ein kleines Pic-Nic einzunehmen).


Vielleicht geht es euch ja auch so wie mir: den Rhein kenne ich eigentlich als breit dahinziehenden Fluss im Deutsch-Schweizerischen Grenzgebiet, welcher anschliessend noch hunderte Kilometer weiter durch Deutschland und später durch Holland fliesst und dabei weitere Nebenflüsse aufnimmt.


Es ist beeindruckend, sich vorzustellen, wie dieser Fluss, welcher hier in den Bündner Bergen noch so schmal - eigentlich eher ein Bach - ist, 86 Kilometer weiter in den Bodensee fliesst und ab dessen Ausfluss weitere ca. 20 Kilometer später breit den Rheinfall hinunter donnert.


Ebenso unvorstellbar ist für mich, dass am  8.8.1951 während eines Hochwassers der Wasserstand bis zum heute noch markierten Level angestiegen ist, welches etwa in der Hälfte der begehbaren Stufen liegt. Damals wurden mehrere Brücken im Tal weggeschwemmt, Natursteinstufen in der Schlucht weggerissen (welche später durch Betontreppen ersetzt wurden) und auch sonst wurden Dörfer und Strassen in der Region überschwemmt.


Wenn ihr weiter hinunter steigt, führen euch die Treppenstufen eher auf der linken Seite zu schmalen Fels-Galerien, über dem Wasser. Hier ist es immer etwas feucht - und endlich auch etwas kühler (bei unserem Besuch um die 23C anstatt 33C. Normalerweise würde ich euch raten, etwas wärmeres wie eine Jacke oder einen Pullover mit in die Schlucht zu nehmen, da es hier schon kälter sein kann.


Könnt ihr euch vorstellen, dass diese und ähnlliche Wege schon zur Römerzeit begangen wurden, um die Alpen zu durchqueren? Im Mittelalter verlagerten sich die bevorzugten Routen, weshalb die Viamala weniger gepflegt wurde, immer mehr zerfiel und eben zu ihrem Namen: Via Mala: Schlechte Strasse kam.

Erst 1473 beschlossen die umliegenden Gemeinden, die Strasse wieder instand zu stellen und schafften es damit, sie wieder zur bevorzugten Strecke zu machen. Mehr dazu im Wiki-Link.


An die alten Säumer (Menschen, welche mit Tieren Lasten durch die Alpen transportierten) erinnern heute noch die Silhouetten aus Eisen, welche sich ganz natürlich in die Felswand hoch über dem Besucherzentrum einfügen.


Pflanzen finden ihre Lebensräume auch auf kleinen Felsvorsprüngen unten in der Schlucht...


... und Tierische Besucher lassen sich nicht lange bitten.


Es fiel uns schwer, aus der schattigen Kühle der Felsgalerien wieder hoch an die Sonne zu steigen, aber schliesslich wollten wir noch den anderen Teil der Schlucht erkunden. Auch hier waren wir schnell wieder im Schatten: die nächste Steintreppe führte durch einen Felsentunnel in die Tiefe.


In der Mitte des Tunnels bietet ein kleines Fenster im Fels Ausblick in die Schlucht und die Möglichkeit, auf einem kleinen Felsvorsprung auszuruhen und die kühle Luft zu geniessen. Die Chance haben wir auf dem Retourweg genutzt und den Rest unseres Pic-Nic's eingenommen.

Ich habe übrigens nicht schräg fotografiert ;-) tatsächlich sind die Gesteinsschichten so schräg, genau so wie der kleine Abhang im Hintergrund - Geologie live!
Ganz allgemein ist jedoch das Fotografieren in der Schlucht durch die Lichtverhältnisse mit starken Kontrasten von hellen Sonnenstrahlen, Spiegelungen, dunklen Felsen, Schatten... eher schwierig.


Erst einmal wollten wir natürlich sehen, wie es unten in der Schlucht aussieht:


Der Blick ist wiederum beeindruckend, sowohl nach oben...


... wie auch nach unten, wo ein heller Findlings-Block in der Schlucht steckt, welcher wahrscheinlich einmal von einem Gletscher hierhin transportiert wurde, da er aus einem ganz anderen Gestein ist, als all die Felsen rundherum.


Wie überall in solchen Schluchten empfiehlt es sich nicht, über den Zaun ins Bachbett zu klettern, da - ob von Stauwehren oder nach Regen weiter oben im Tal - das Wasser plötzlich stark ansteigen kann.


Für mich war dieser kleine Ausflug über gesicherte Treppen perfekt. Zwar waren (Ferienzeit lässt grüssen...) auch viele Familen mit Kindern da, aber je weiter unten in der Schlucht wir waren, desto ruhiger war es.

Falls ihr aber gerne noch mehr von der Viamala entdecken mögt und weiter wandern wollt, gibt es die Möglichkeit, die ganze Schlucht auf verschieden langen Routen zu durchqueren:


Mehr dazu findet ihr auf der Viamala Wander-Homepage.


Habt ihr auch Orte in den Bergen, die ihr gerne besucht, um euch im Sommer zwischendurch einmal in etwas kühleren Temperaturen zu erholen?

Ich hoffe, mein Ausflug in die Berge - oder besser gesagt, in die Schlucht dazwischen - hat euch gefallen! Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr meinem Blog folgt und auch noch meine anderen Berichte über Ziele in der Schweiz anschaut: Schweiz Suisse Svizzera Svizra 

Liebe Reisegrüsse
Miuh

P.S. gerne zeige ich die Viamala-Schlucht auch beim Sonntagsglück, beim Freutag und beim Natur-Donnerstag