Sonntag, 2. September 2018

Heimatliebe: Der schöne Thunersee

Nach einem Ausflug zum Ballenberg entschieden wir uns, den Rückweg zu einem kleinen Roadtrip entlang des schönen Thunersees im Berner Oberland auszuweiten und bereuten es keinen Moment:


Der Thunersee bietet so traumhafte Ausblicke auf den See und die umliegende Bergwelt, dass ihr hier sofort verstehen werdet, weshalb so viele Touristen in die Schweiz und in diese Region reisen - während wir Schweizer ja oft in der Ferne die Wärme und das Exotische suchen...


Jedes Mal, wenn ich hier bin, frage ich mich: weshalb verbringe ich nicht einmal eine Woche Ferien im Berner Oberland und rund um den Thunersee? Es gibt hier nämlich noch sehr viel mehr als die schöne Sicht auf den See zu entdecken.


Der erste Stopp führte uns zum Parkplatz bei den Beatus-Höhlen. Diese waren um die späte Tageszeit längst geschlossen (mit ganzjährig ca. 8-10 C in den Höhlen wäre es uns in Shirt und kurzen Hosen auch etwas zu kalt darin gewesen...)


Der Blick hoch zum Eingang ist dennoch imposant, genau so wie der Blick vom Strassenrand über das knappe Geländer in die Tiefe, senkrecht hinunter in den knallblauen Thunersee -  huh, die Höhenangst lässt grüssen!


Ob ihr hier die Höhlen besucht, oder nur einen Zwischenstopp einlegt, wie wir: Die Treppen in Richtung der Beatus-Höhlen könnt ihr auf jeden Fall ein gutes Stück hochsteigen und so die Sicht auf den Thunersee aus nochmas ganz anderen Perspektiven geniessen. Immer im Blick habt ihr hier den Niesen, den Thuner Hausberg mit der beeindruckenden Kegel-Form.




Nur wenig weiter, in der Beatenbucht, findet ihr nicht nur eine Schiffsanlegestelle, sondern wiederum eine wunderbare Aussicht über den Thunersee und die umliegenden Berge und Täler.




In Merligen ergriff ich nochmals die Gelegenheit, ausführlich den Blick über den traumhaften Thunersee und den Niesen schweifen zu lassen. Mit jeder Wolke verwandelte sich die Landschaft ein wenig: mal idyllisch, mal bedrohlich und immer irgendwie beeindruckend.



Das Wasser des Thunersees wirkt je nach Sonneneinstrahlung und Blickwinkel türkisgrün bis türkisblau. Das liegt an der sogenannten Gletschermilch: Das Wasser, welches unter anderem aus Gletschern stammt, enthält hier noch viele feine Gesteinspartikel, welche bei Sonneneinstrahlung stark das blaue Licht reflektieren. Ein Traum!



Habt ihr nicht auch das Gefühl, der Niesen, der Hausberg Thuns, sieht ein wenig aus wie ein rauchender Vulkan, welcher bald ausbrechen könnte?


Einige Leute glauben tatsächlich, dass der Niesen mit seiner charakteristischen Pyramidenform ein alter, schlummernder Vulkan ist. Aber so sagenumwoben und mystisch der Berg auch ist - ein Vulkan ist er nicht.


Weiter verläuft die Fahrt entlang des Thunersees durch Gunten bis nach Oberhofen am Thunersee. Hier könnt ihr zum Beispiel im Hotel und Restaurant Niesenblick einkehren, wobei gilt: "Nomen est Omen", wie ihr am obigen Foto (welches dort aufgenommen wurde) seht...


Und auch sonst könnt ihr rundherum viel schöne, beeindruckende Bergwelt bewundern...


Im Gartenrestaurant befindet ihr euch hier wie in vielen Restaurants entlang des Thunersees direkt über dem Wasser, von Wind und Wetter geschützt durch eine Glaswand und eine ausfahrbare Überdachung. Direkt davor liegt ein schmaler, frei zugänglicher Steg, welcher sich perfekt zum fotografieren eignet!

 
Wenn ich hier so am Thunersee sitze, befällt mich ein ganz spezielles Gefühl... Wieso?


Das Dorf Oberhofen ist einer meiner Heimatorte. In der Schweiz ist das eine schöne, traditionelle, alte Sache: Es ist meist weder der Wohnort noch der Geburtsort, sondern der Ort, in welchem man ein Heimatrecht hat, weil die Vorfahren (ursprünglich einmal) von hier stammen. Was mit den heutigen sozialen Einrichtungen vor allem noch emotionalen Wert hat, war früher enorm wichtig: Wenn man verarmte, musste einen der Bürgerort (oder eben Heimatort) aufnehmen und versorgen.

Ganz ehrlich: hier wäre doch nicht der schlechteste Ort für eine "letzte Chance", oder?


Als die blaue Stunde anbrach, machten wir uns auf nach Hause. Wir warfen einen letzten Blick vom Parkplatz auf den See, bevor wir uns in Richtung Thun auf den Heimweg machten.


Ja, ich sollte wirklich öfters ins Berner Oberland und an den Thunersee fahren! Es gibt so viel zu entdecken und die ganze Region ist wunderschön - sie bleibt also unbedingt weiter auf meiner Bucketlist.

Gerne widme ich diesen Beitrag auch Astrid mit ihrem Blog le monde de Kitchi, welchen ich sehr schätze! Sie hat ebenfalls eine ganz spezielle Bindung zum Berg Niesen und zum Berner Oberland.

Liebe Reisegrüsse
Miuh

Freitag, 17. August 2018

Wandern im schönen Murgtal

Das Murgtal ist wunderschön, vielfältig, wildromantisch und bietet Natur pur - und ist doch bei den meisten Leuten völlig unbekannt. Einen kleinen Einblick in das Tal und verschiedene Möglichkeiten für Ausflüge an diesen schönen Ort zeige ich euch hier:


Den Namen des Dorfes Murg am Walensee hört ihr zwar fast jeden Tag am Schweizer Radio, wenn es um die Verkehrsnachrichten geht. Wie weit hoch von dort aus ein Tal direkt in die Berge führt, und wie schön es in diesem Tal ist, wusste aber auch ich lange nicht.


Es lohnt sich auch nur schon, für den beeindruckenden Ausblick über den Walensee die Autobahnausfahrt in Murg zu nehmen. Von hier aus könnt ihr einen Ausflug mit dem Schiff unternehmen, im Seebad einen entspannten Tag verbringen, oder wie wir am Ende des Tages nochmals die Aussicht geniessen und euch etwas von der Anstrengung erholen. Aber dazu später!


Um ins Murgtal zu gelangen, nehmt ihr oberhalb des Dorfes Murg an einer ganz schön engen Kurve die Abzweigung in Richtung Murgtal und Murgseen. Schon wenig weiter oben befindet ihr euch mitten in einem Wald, welcher von riesigen Felsblöcken durchsetzt ist. Besonders im Herbst könnt ihr schon hier unten auf Tour gehen: Der Kastanienwald von Murg ist - bedingt durch das milde Klima hier - der drittgrösste in der Schweiz. Heute aber geht die Fahrt weiter hoch...


... vorbei an Weiden mit weiteren grossen Felsblöcken, bis ihr zu einem Hof kommt, bei welchem entlang der Strasse ein Ticketautomat steht. Am besten habt ihr schon 10 CHF in Münz / Kleingeld bereit. So viel kostet ein Ticket, welches euch berechtigt, hier noch ein gutes Stück weiter zu fahren und auf den jeweils ausgeschilderten Plätzen zu parkieren. Da die Strassen und Parkplätze gut gepflegt sind (und auch weil ich manchmal etwas faul bin, und deshalb froh, dass man so weit hoch fahren kann :-) ) habe ich die 10 Franken gerne bezahlt.


Passt bitte beim wieder losfahren gut auf: Hier auf dem Hof wohnt (mindestens) eine sehr liebenswürdige, anhängliche Katze, die sich auch gerne einmal mitten auf die Strasse und vors Auto wirft, um ihre Streicheleinheiten zu erhalten!


Wenn ihr hier hochschaut, habt ihr schon eine kleine Vorahnung, wie schön das Murgtal ist:


Die schmale Strasse führt nun in engen Kehren und Schlaufen den Berg hoch und ihr gewinnt schnell an Höhe. Kommt ein Auto entgegen, gilt es frühzeitig nach einer Ausweichstelle Ausschau zu halten.


Ganz weit unten im Tal seht ihr den Walensee und die Berge auf der anderen Seeseite rücken immer mehr ins Blickfeld. Nur schon hier ist die Landschaft wunderschön!

Wenn ihr mögt und fit seid, ist es durchaus auch möglich, direkt vom Dörfchen Murg ganz unten im Tal hier hoch zu wandern - die Zeiten werde ich euch später im Beitrag notieren.


Auf einer kleinen Hochebene seht ihr den Merlenweiher. Bis hierhin donnerten am Abend des 19. Januar 2016 zwei grosse Brocken eines Felssturzes. Verletzt wurde zum Glück damals niemand, nur der Bachzufluss und die Wasserfassung wurden zerstört. Einen lokalen Zeitungsbericht darüber findet ihr HIER.



Überhaupt lassen mich all die grossen Felsen, welche überall im Tal liegen immer wieder respektvoll nach oben schauen... Irgendwie sind die ja schliesslich (viele wohl auch schon vor tausenden Jahren) alle hierhin gekommen.


Ab der Park-Kasse führt die Bergstrasse noch ca. 4 Kilometer in die Höhe, was aber durch das langsame fahren einige Zeit dauert. Unterwegs liegt der "Parkplatz 1", von welchem aus ihr eine Rundwanderung zu den drei Murgseen: "Unterer, mittlerer und oberer Murgsee" unternehmen könnt, ganz am Ende der Strasse befindet sich der "Parkplatz 2", von welchem aus ihr direkt zu den Murgseen (und wieder retour) wandern könnt.


Für die Wander-Strecken braucht ihr etwa folgende Zeiten:

Murg - Mornen ("Parkplatz 1", Ausgangspunkt Rundwanderung):  ca. 2 3/4 - 3 1/4 Stunden, relativ steil hoch.
Mornen - Murg: ca. 2 1/4 - 2 1/2 Stunden, relativ steil talwärts

Rundwanderung: Mornen - Murgseefurggel - 3 Murgseen - Mornen: ca. 5 1/4 Stunden
HIER findet ihr eine detaillierte Beschreibung der Murgseen - Wanderung

"Parkplatz 2" - Berggasthaus Murgsee (beim Oberen Murgsee): ca. 2 Stunden
Berggasthaus Murgsee - "Parkplatz 2": ca. 1 1/4 - 1 1/2 Stunden

Alle angegebenen Zeiten sind reine Wander-Zeiten ohne Foto-Stopps oder andere Pausen... Ich hätte also auf jeden Fall viel länger! Der Schwierigkeitsgrad ist mit "weiss-rot-weiss", das heisst "Bergwandern" angegeben. HIER findet ihr mehr über die Bergwanderwege und ihre Anforderungen.



Spektakulär und wildromantisch sind die Ausblicke vom Wanderweg meiner Meinung nach schon kurz nach dem Parkplatz. Schon hier seht ihr die ersten Wasserfälle, welche euch auf der ganzen Strecke immer wieder begleiten.


Links und rechts des Tales seht ihr teilweise spektakuläre Felsformationen, alte Felssturzgebiete und auch einige Felsen, von welchen ihr einfach hoffen werdet, dass sie mindestens noch so lange oben bleiben, bis ihr wieder weg seid...




Aber auch ein Blick zurück in Richtung Tal lohnt sich jederzeit...



Wir waren etwas spät unterwegs und mochten den ganzen Weg bis zu den Murgseen und zurück nicht mehr unter die Füsse nehmen. Dafür haben wir uns in der Nähe einer Hütte ein schönes Plätzchen gesucht, und dort unser mitgebrachtes Picknick genossen.



Wenn ihr bis zu den Murgseen hoch wandert, müsst ihr nichts zu essen mitnehmen (ausser vielleicht einige Snacks und etwas zu Trinken), denn ihr werdet im Berggasthaus Murgsee wunderbar verpflegt.


Für uns wurde es nun Zeit, uns auf den Rückweg talabwärts zu machen...
Passt hier gut auf eure Schritte auf: die feinen Steinchen auf den Wegen kommen im steilen Gelände unter euren Füssen leicht ins rollen und ihr damit ins rutschen.

Ein letzter Blick aus der Höhe hinunter auf den Walensee...


In Murg parkierten wir nochmals das Auto in der Nähe des Sees und spazierten noch einige Schritte entlang des erstaunlich türkis-blauen Wassers, in welchem viele Leute auch badeten. Gleich nebenan besteht ein Zeltplatz, in dessen Kiosk wir uns ein Glace kauften und auf dem nahen Bänkli schleckten. Gerade, als wir fertig waren, fielen erste Regentropfen, wir flüchteten ins Auto und machten uns auf den Heimweg.


Mögt ihr die Schweiz? Dann schaut doch gerne auch bei den anderen Ausflügen in meine Heimat vorbei.

Liebe Reisegrüsse
Miuh

P.S. Gerne zeige ich unsere Wanderung im Murgtal auch beim Freutag.

Donnerstag, 16. August 2018

Schiffs-Wracks auf Moreton Island

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Moreton Island

Unsere zwei Tage auf Moreton Island (hier der Berich dazu) waren grandios. Mit ein Grund, weshalb uns Moreton so speziell und abenteuerlich schien, sind sicher auch die vielen Schiffs-Wracks rund um die Insel - Eine Art Lost Place für Schiffe. Sie waren es auch, die mich überhaupt erst hier hin gelockt hatten: Auf Instagram hatte ich ein Foto der Tangalooma Wrecks gesehen und wusste sofort: da will ich hin! Well done, Tourism Australia ;-) Dass rund um die Insel Moreton noch viel mehr Wracks liegen, habe ich erst dort entdeckt - und wie! Wir waren begeistert und freuten uns über die sensationellen Foto-Spots.

15 ausgediente Schiffe wurden zwischen 1963 und 1984 nördlich vor Tangalooma versenkt, um den Strand und die Küste als Wellenbrecher zu schützen. Mehr dazu, zur Geschichte der Insel sowie eine kleine Übersichtskarte der Tangalooma Wrecks findet ihr hier: Sunrover - Moreton Island Timeline (link)

Tangalooma Wrecks Wrack Schiffswrack Moreton Island schnorcheln

Was ich damals nicht wusste: zwei Wochen bevor wir auf Moreton ankamen, wurden die berühmten Tangalooma Wrecks, das Wahrzeichen und der Besuchermagnet der Insel in einer sehr umstrittenen Aktion wenig über der Wasseroberfläche abgeschnitten und damit die aufsehenerregenden Silouhetten vernichtet.

Doch weshalb nur wurden die Schiffe so zerstört? Einige Monate zuvor war ein grosses Aufbauteil der Platypus II (ein ehemaliges Baggerschiff) herabgefallen. Daraufhin fürchteten die Behörden, dass weitere Teile abbrechen und allenfalls Schnorchler unter den Wracks verletzen könnten und liessen die Wracks bis wenig über der Wasserlinie zurückschneiden. So schade für die vorher richtig spektakuläre Silhouette.

Schiffs Wrack Wreck Moreton Island schnorcheln Tangalooma

Die abgeschnittenen Trümmer wurden rund um die Wracks verteilt und ich weiss nicht genau, ob dies nun sicherer für die Schnorchler ist... Die Proteste lokal und von allen Fans der Wracks waren riesig (Link zu einem Artikel der Couriermail / Link zu einem Artikel der ABC News) - doch die Zerstörung der schönen Wracks konnte natürlich nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Moreton Island Wrack

Glücklicherweise gibt es noch mehr - sogar ältere - Schiffswracks auf Moreton Island. Diese sind weniger bekannt als die Tangalooma Wrecks, da sie etwas weiter entfernt vom Tangalooma Resort Hotel und von der Anlegestelle der Fähre liegen. Meiner Meinung nach sind diese Wracks auf jeden Fall noch spektakulärer, beeindruckender und einfach perfekte Fotosujets!

Während man bei solchen Schiffswracks oft an Piratenschiffe, Piraten und ihre Abenteuer denkt, welche oft auch im Bereich der Legenden liegen, haben die Schiffs-Wracks hier auf Moreton ganz reale Geschichten aus der vorherigen Jahrhundertwende (zumeist aus der Zeit zwischen 1875 und 1935) als Hintergrund. Das Recherchieren hat mir viel Spass gemacht und ich habe einiges über die Geschichte Australiens, über die Verbindungen zur alten Welt und die damalige Art des Reisens und der Transporte gelernt. Aber schaut selbst:

Bulwer Wrecks Schiffs-Wrack Moreton Island Bullauge Wrack Holz Rost

Die Bulwer Wrecks liegen - wie der Name schon sagt - vor dem Dörfchen Bulwer auf dem Strand und im seichten Wasser. Drei Schiffe wurden hier zwischen 1930 und 1931 (ev 1934) versenkt. Robert Alexander Gow wollte damit erreichen, dass er sein Boot im Hafen in geschützten Gewässern be- und entladen konnte. Der Hafen existiert heute nicht mehr, die Wracks jedoch sind - wenn auch schon stark abgetragen und verrostet - immer noch hier.

Bulwer Brecks Schiffs-Wracks Moreton Island Rost

Da die Schiffe schon relativ stark zerfallen sind, kann ich leider nicht sagen, welches Foto genau von welchem Wrack aufgenommen wurde. Wie ihr auf den folgenden Fotos sehen werdet, sind teilweise nur noch wenige angerostete, aber noch immer beeindruckende Metallteile vorhanden. Ich stelle euch die drei Schiffe kurz vor:

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Moreton Island Strand verrostet Rost alt

Die Kallatina (link Bild) war ein 628 Bruttoregistertonnen schwerer Stahldampfer, welcher 1890 von D J Dunlop in Glasgow als Passagierschiff für eine Firma in Sydney gebaut worden war. 1921 wurde sie an eine Firma in Brisbane verkauft, wo sie weiter in Betrieb war, bis sie 1930 nochmals verkauft - und 1931 schliesslich vor Moreton versenkt wurde. (*Quelle*)

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Rost Strand Moreton Island Rost verrostet

Die Hopewell wurde 1900 in Schottland gebaut und war ein 145 Fuss langer, 337 Tonnen schwerer Stahldampfer, welcher zum Transport von Holz verwendet wurde, bis sie von der Eisenbahn als das günstigere Transportmittel abgelöst wurde. Sie wurde 1930 vor Moreton versenkt. (*Quelle*)

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Kessel Dampfschiff Strand Moreton Island Rost verrostet

Die Mt Kembla (link Bild) war ein 118 Fuss langes und 716 Tonnen schweres Dampf-Schiff, welches 1885 von M. Pearce &Company in England für die Mount Kembla Oil and Coal Company als Kohletransporter gebaut wurde und mehrheitlich zwischen Sydney und Wollongong und ab 1912 um Brisbane unterwegs war. Im Jahr 1930 oder 1934, die Informationen sind da nicht einheitlich, wurde sie vor Moreton versenkt.  (*Quelle*) (*Quelle*)

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Strand Moreton Island Rost verrostet

Ein weiteres Schiff, die Grace Darling (nicht auf den Fotos) liegt vor Bulwer draussen im Meer in ca. 9 Metern Tiefe. Das Schiff wurde beim Manning River gebaut und war Anfangs bis Sydney und später zwischen Mackay und Brisbane als Handels- und Transportschiff z.B. für Holz und Kohle unterwegs. 1894 kam das Schiff in einen schweren Sturm und fuhr in Richtung Bulwer, wo eine Lotsenstation war. Nachdem es drei Tage lang nicht gelungen war, dem Sturm zu entkommen und wieder auszulaufen, wurde die Grace Darling quasi auf Grund gesetzt, um wenigstens zu versuchen, Besatzung und Ladung (Sprengstoff, Zünder, sowie Kohle - eine nicht gerade ideale Kombination) zu retten (Quelle: Brisbanetimes)

Bulwer Wrecks Schiffs-Wracks Moreton Island Strand schiffsrumpf Rost verrostet

Jedes dieser Schiffe hier auf Moreton hat eine eigene, faszinierende Geschichte und die Wracks sind auch sonst spanned und beeindruckend zu besichtigen. Sie sind eine wunderbare Fotokulisse und zeigen schöne Details der alten Bauweise.

Bulwer Wrecks Schiff-Wrack Strand Gerippe Moreton Island Rost verrostet

In Richtung Süden finden sich in der Region Shark Spit weitere Schwiffswracks, wobei das erste auf der Strecke deutlich jünger ist, als alle anderen. Leider habe ich auserechnet über die Geschichte oder Hintergründe dieses wohl jüngsten, gestrandeten Schiffes auf der Insel Moreton keinerlei Informationen gefunden. Was hier wohl passiert ist?

Schiff Jacht Wrack neu Moreton Island Strand Meer Schiffbruch gestrandet

Falls also jemand mehr zu diesem Schiff weiss, bin ich sehr interessiert... Meldet euch gerne über de Kommentare oder via e-mail.

Schiff Jacht Wrack neu Moreton Island Strand Meer Schiffbruch gestrandet

Beim Shark Spit trifft man dann auf das beeindruckende Schiffs-Wrack der Fairlight. Vor allem den Dampf-Kessel des Schiffes finde ich faszinierend, er scheint (wie jeweils schon bei den Bulwer Wrecks) noch am besten erhalten zu sein - vielleicht, weil er auch in Betrieb den meisten Belastungen ausgesetzt war und deshalb sehr stabil und aus dickem Stahl gebaut sein musste?

Fairlight Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Stahl Rost verrostet Dampfschiff

Die Fairlight war ein 315 Tonnen Schaufelraddampfer, welcher teilweise auch mit Segeln bestückt war. Das Schiff wurde 1878 von Thomas Wingate & Co Whiteinch Scotland gebaut und darauf nach Sydney überführt.

Fairlight Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Stahl Rost verrostet Dampfschiff

Dort war das Schiff war als Sydney-Manly-Passagierfähre (für bis zu 950 Personen) unterwegs, bis es 1908 als Frachtfähre umgenutzt wurde.

Fairlight Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Stahl Rost verrostet Dampfschiff

Um 1912 wurde die Fairlight zu einem mastlosen Frachter umgebaut, 1928 ausser Verkehr genommen und um 1930 südlich von Kooringal versenkt / gestrandet. (*Quelle* / *Quelle* / *Quelle*)

Fairlight Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Stahl Rost verrostet Dampfschiff

In guter Sichtdistanz noch etwas weiter südlich liegt die Normanby.

Normanby Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Dampfschiff

Dieses Schiff scheint noch etwas weniger gut erhalten und stärker mit Muscheln besetzt, als die vorherigen - was daran liegen kann, dass es weiter draussen im Meer liegt oder dass das Wasser hier allgemein brackiger ist.

Normanby Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Dampfschiff

Leider bin ich nicht sicher, ob die Normanby, welche hier auf Moreton am Strand liegt, dieselbe Normanby aus dieser *Quelle* (link) ist?

Trotz des fortgeschrittenen Zerfalls finde ich das Wrack noch immer faszinierend. Wie eine grosse Schatzkiste liegt der alte Dampfkessel halb im Wasser und verstärkt den geheimnisvollen Eindruck noch.

Normanby Schiff Wrack Wreck zerfallen muscheln muschelbesetzt Moreton Island Gerippe Kessel Dampfschiff

Die Geschichte, wie das Royal Mail Ship 1874 in Glasgow gebaut wurde und anschliessend als Post- und Passagierschif den Kontakt zur alten Heimat der frühen Bewohner Queenslands aufrecht hielt, würde gut zum Alter der anderen Wracks hier passen.

Dass die Normanby 1896 zwischen Manila und Singapur zerstört wurde (wie beschrieben) passt hingegen weniger ins Bild. Gemäss einer anderen *Quelle* war die Normanby, welche hier liegt auch viel kleiner (nur um 98 Tonnen) und wurde ebenso wie die Fairlight um ca 1930 vor Moreton versenkt / gestrandet.

Normanby Schiff Wrack Wreck zerfallen muscheln muschelbesetzt Moreton Island Gerippe Kessel Schatzkiste Dampfschiff

Falls jemand hier die Details kennt und das Schiff genau identifizieren kann, würde ich mich ebenfalls freuen!

Im Bild unten: Noch ein letzter Blick zurück auf die Normanby links im Vordegrund und die Fairlight rechts im Hintergrund mit dem Bewusstsein, dass hier viel Geschichte und viele Geschichten liegen. Einige davon wurden aufgearbeitet und sind für die Nachwelt erhalten, andere bleiben wohl für immer im Dunkeln.

Wie lange werden all diese Wracks wohl noch hier vor Moreton liegen, bevor sie von Sand, Wind und Wasser ganz abgetragen und ins Meer weggewaschen werden? Ich hoffe, noch sehr, sehr lange, denn die Insel hat durch die Wracks einen ganz speziellen Zauber!

Geschichte Normanby Fairlight Schiff Wrack Wreck Moreton Island Gerippe Kessel Dampfschiff

Mögt ihr solche "lost Places" ebenso wie ich?

Den ganzen Reisebericht, sowie viele Informationen zu Moreton Island findet ihr hier: Moreton Island - grosses Abenteuer! (link)
die nächste Etappe hier: Ein kurzer Besuch in Brisbane - I need a Hotel Tonight!
und alle Etappen als Übersicht hier: Traum - Australienreise (link)

Natürlich freue ich mich besonders, wenn ihr meinen Blog gleich abonniert :-)

Liebe Reisegrüsse, Miuh