Samstag, 30. März 2019

Oman Roadtrip: 1000 Kilometer Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste mit einem Zwischenhalt in Haima - und Sicherheitstipps für die Wüstentour

Einmal eine richtige Wüste erleben, einmal durch die Wüste fahren... das ist ein Traum! Die endlosen Dünen sehen, vielleicht eine Oase entdecken, eine Fata Morgana erleben, die Einsamkeit spüren - wo ist das noch gefahrlos und ohne Angst vor Entführungen möglich? Hier zeige ich euch, wie wir im Oman 1000 Kilometer von Muscat im Norden nach Salalah ganz im Süden gefahren sind, grösstenteils durch die riesige Rub al-Khali Wüste. Um es kurz zu machen: alle obigen Wünsche und Träume sind dabei tatsächlich in Erfüllung gegangen und wir sind sicher durch die Wüste gefahren.




Inhalt:



Einführung


1. Woher kommt die Sehnsucht nach der Wüste?


2. Erlebnisbericht: Unsere Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste im Oman

2.1. Muscat bis Nizwa
2.2. Nizwa bis Haima
2.3. Haima
2.4. Haima bis Muqshin
2.5. Muqshin Oase
2.6. Muqshin bis Salalah


3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps

3.1. Die Strecke von Muscat über Nizwa und Haima durch die Wüste bis Salalah 
3.2. Gefahren in der Wüste
3.3. Sicherheitstipps für die Wüstendurchquerung auf der befestigten Strasse
3.4. Sicherheitstipps für die Offroad Wüstendurchquerung

4. Weitere Informationen



1. Woher kommt die Sehnsucht nach der Wüste?


Den Wunsch, einmal so richtig die Wüste zu erleben haben wohl viele Menschen. Schon in meinem Kinderzimmer hingen auch Fotos aus einem alten Geo-Kalender, mit Dünen, Kamelen, Steinlandschaften und Beduinen darauf... Biblische Geschichten spielen teilweise in diesen für uns so fremden Landschaften und mystische Erzählungen von Fata Morganas und Oasen tragen das ihre zur Faszination Wüste bei.




Bei einer Zwischenlandung in Dubai auf dem Weg nach Australien habe ich bei Landung und Start aus dem Flugzeug hinunter auf die Wüste geschaut und von dieser Erfahrung geträumt. Waren Anfangs noch bis an den Wüstenrand gebaute Häuser und Strassen zu sehen, wurde die Wüste je weiter desto leerer. Von Zeit zu Zeit waren noch viereckige Steinbauten oder Camps zu sehen, dann wurde es immer einsamer - und dennoch nicht eintönig: die warmen Farben und Formen in der Wüste sind vielfältig, das Licht stimmungsvoll.


2. Erlebnisbericht: Unsere Fahrt durch die Rub al-Khali Wüste im Oman


Bei der Planung unserer grossen Oman-Reise wurde uns schnell bewusst: in diesem Land gibt es jede Menge Wüstengebiete! Und meine Frage war sofort: können wir da hin? Nach einigen Recherchen war klar: Durch die riesige Rub al-Khali Wüste, welche sich vom Norden bis in den Süden des Oman (und weit nach Saudi Arabien, sowie Jemen) ausdehnt, führt eine recht gut ausgebaute Strasse bis ganz hinunter nach Salalah - und ja: wir können da hin, die Tour ist für uns gut zu machen. Mehr darüber findet ihr unter 3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps.

Die Rub al-Khali Wüste wird auch "the empty Quarter" - das leere Quartier genannt. Natürlich ist die Wüste riesig und es passiert auf weiten Strecken Landschaftlich nicht gerade viel, bis sich jeweils die nächste Veränderung ankündigt und ein etwas anderes Landschaftsbild die Szenerie übernimmt.

Dennoch haben wir während dieser zweitägigen Wüstenfahrt so viel erlebt und gesehen, dass die Rub al Khali für mich keineswegs eine leere Wüste ist. Eine lange Baustelle, Raststätten, Dromedare, Ölförderanlagen, eine Tankstelle, ein Wüstenstädtchen mit Hotels und Gaststätten, Moscheen, eine Oase, verschiedenste Landschaftsformen, Bäume, ausgebrannte Autos, eine alte, versunkene Oasenstadt, viele Menschen... schaut selbst:





2.1. Muscat bis Nizwa

Die erste Strecke von Muscat bis nach Nizwa ist eher bergig, bzw. von Bergen und Hügeln gesäumt. Auch hier seht ihr entlang der Strecke schon viele sandige oder steppenartige Gebiete. Wenn ihr genügend Zeit mitbringt, könnt ihr hier alte und teilweise gar verlassene Dörfer besuchen. Auch Nizwa selbst bietet viel! Hier könnt ihr zum Beispiel das Fort oder die Souks besichtigen - und am Freitag Morgen gar den traditionellen Tiermarkt erleben.



Mehr über Nizwa findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Nizwa, die altertümliche Stadt (Erlebnisbericht und Tipps)
Oman Roadtrip: Ursprünglicher Tier-Handel am traditionellen Viehmarkt in Nizwa





2.2. Nizwa bis Haima

Nach Nizwa in Richtung Süden, in Richtung Wüste, stieg unsere Spannung! Zu Beginn führt die Strasse weiterhin durch Täler und an Dörfern vorbei, es folgt eine letzte, grosse Kreuzung - und dann war es plötzlich da, dieses Gefühl: "wir sind in der Wüste"! Die Landschaft links und rechts der Strasse ist grau und flach und verschwindet am Horizont im Dunst. Noch stehen Büsche und einzelne Bäume in der Steinwüste - und immer wieder sind Dromedare zu sehen, die am spärlichen grün knabbern oder durch die Gegend schreiten.




Anfangs war ich ein wenig enttäuscht: das soll nun die Wüste sein - so grau und steinig? Aber natürlich: die Wüsten der Erde haben ganz verschiedene Gesichter! Etwas weiter westlich der Strasse wären auch auf dieser Höhe schon die "klassischen", gold-roten Sanddünen vorhanden, auf unserer Route sind sie uns etwas später ebenfalls begegnet.

Bald begleitete uns auch die grosse Autobahnbaustelle mit zahlreichen Baufahrzeugen neben unserer Strecke für viele Kilometer. Wie lange diese Baustelle war, hat uns sehr beeindruckt!




In weiter Ferne waren irgendwann Ölfelder zu erkennen, mit der weit herum sichtbaren Flamme der Abfackelung. Einmal mehr ein Moment, sich Gedanken zu machen: hier also kommt der Treibstoff unseres Autos her. Den Omanis ist bewusst, dass diese Quellen des Reichtums nicht ewig halten werden und sie entwickeln deshalb verschiedene Pläne für alternative Einkommen - unter anderem den Tourismus.




Bei einer Tankstelle unterwegs taten wir, was wir in Australien im Outback gelernt hatten: bei jeder Gelegenheit tanken, die Wasservorräte und Snacks überprüfen und allenfalls ergänzen. Hier zog ich mir zum ersten Mal unterwegs im Oman den Schal über die Haare. Da draussen in der Wüste waren praktisch nur Männer unterwegs und ich wollte nicht zu einer Attraktion werden. Ein Problem gäbe es auch mit unbedeckten Haaren nicht, aber hier in der Wüste sind kaum Frauen zu sehen - also werden sie schon neugierig angeschaut.




Auf der weiteren Fahrt beobachteten wir eine kleine, Staub aufwirbelnde Windhose in der Wüste, sahen scheinbar ins "Nichts" abzweigende Strassen und endlich auch die ersten hohen Sanddünen - so wie man sich eben die Wüste vorstellt. Immer wieder erinnerte uns die Natur rundherum auch an eine Mondlandschaft - die gleissende, helle Sonne tat das ihrige dazu. Tatsächlich ist die Rub al-Khali Wüste auch ein Eldorado für Meteoriten-Funde. HIER ein Bericht dazu, falls euch das Thema interessiert: "Glücksfälle vor der eigenen Haustüre und in der Wüste" (Naturhistorisches Museum Bern)


 






2.3. Haima

Als wir in Haima, unserem geplanten Übernachtungsort eintrafen, war auch hier allgegenwärtig, dass wir uns in der Wüste befanden: die tief stehende Sonne und die unendlichen Weiten an Sand waren ein spezielles Erlebnis.




Nachdem wir das Hotel schnell gefunden und bezogen hatten, ging es sofort wieder los: Wir wollten ein wenig hinaus fahren, um den Sonnenuntergang in der Wüste zu erleben. Natürlich bewegten wir uns nicht gross von den Strassen weg - wir wollten ja nicht verloren gehen - und dennoch gelangen uns beeindruckende Foto-Aufnahmen.




Die entstandenen Bilder vom Sonnenuntergang über dem Wüstenstädtchen Haima sind nicht nur auf der Festplatte, sondern auch fest in unseren Herzen eingebrannt: ein einmalig bewegendes, bleibendes Erlebnis! Hier waren sie nun, die warmen Farben der Wüste, die riesige, untergehende Sonne, die erhoffte Exotik und das Gefühl, verloren "irgendwo im Nirgendwo" und gleichzeitig völlig aufgehoben zu sein.






Nachdem es dämmerig geworden war, meldete sich der Hunger. Wir fuhren der Strasse entlang, wo sich augenscheinlich nicht nur unser Hotel, sondern auch die Restaurants (bzw. die Imbisse) von Haima befanden. Auch hier waren fast überall nur Männer zu sehen: mehrheitlich Bauarbeiter oder Lastwagen-Chauffeuere, darunter auch viele Expats.




Instinktiv verhielten wir uns typisch, den lokalen Verhaltensweise entsprechend und erlebten so auch ein Stück lokale, traditionelle Gastfreundschaft und Geschlechterverständnis:
Mein Reisebegleiter stieg bei einem der Restaurants aus, um die Karte zu studieren und zu schauen, ob es für mich als Vegetarier ein Angebot gibt. Der Wirt sah ihn, kam hinaus, bestätigte, dass sie sehr wohl vegetarisches Essen anbieten, bemerkte mich im Auto und wies sofort darauf hin, dass sie auch "Family-Rooms" hätten.




Durch einen von der grossen Gaststube getrennten Eingang wurden wir in den oberen Stock geführt, wo es mehrere kleine, jeweils durch Vorhänge abgetrennte Räume gab - einige ohne, andere mit Tisch (für Ausländer, die es weniger gewohnt sind, am Boden zu essen). Die Family Rooms dienen der Privatsphäre der Paare, der Familien - und insbesondere der Frauen. Nach einiger Zeit hörten wir auch, wie weitere Familien und Paare in die Räume neben uns geführt wurden, Essen bestellten, assen, redeten, lachten... ein spannendes, geheimnisvolles Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. Das (vorwiegend indische) Essen war reichlich und gut, die Bedienung sehr freundlich.


2.4. Haima bis Muqshin

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns wieder auf dem Weg, wobei uns an der Auffahrt zur Hauptstrasse bewusst wurde, dass wir hier tatsächlich mehr oder weniger die halbe Strecke geschafft hatten: 489 Km bis Salalah und 541Km bis Muscat wurden angezeigt.




Weitere Strecken mit scheinbar endlosen Weiten, Steinen und Sand in weiss, beige, grau, gold bis rot, Achtung - Dromedar Schildern, Ölfeldern, Sanddünen, welche gerne auch einmal auf die Strassen wandern, folgten. Das ist sie also, die Wüste!









2.5. Muqshin Oase

Vom nächsten Etappenziel erhoffte ich mir einiges und war gleichzeitig auch auf eine Enttäuschung eingestellt: eine richtige Oase - ob es diese wohl tatsächlich gab?

Schon die Tankstelle mit der kleinen Siedlung, der weissen Moschee und den Palmen entlang der Wüstenstrasse schien irgendwie unwirklich - ein mystischer Ort. Wir füllten den Tank und fragten nach dem Weg zur Oase, welcher uns gerne erklärt wurde: ca. 4.5 Kilometer in nördlicher Richtung auf einer geteerten Strasse.




Bäume und Sträucher kündeten die Wasserquelle an, es gab einen kleinen Parkplatz, ein einzelnes Gebäude - und da war sie, die Oase: blau schimmerndes Wasser, von Palmen gesäumt, mitten in der Wüste, in all dem Sand.




Ich war hin und weg: eine richtige Oase, ein solches Naturwunder war mehr, als ich zu träumen gewagt hatte. Genau so stellt man sich eine Oase vor, genau so wird sie in alten Erzählungen oder Märchen beschrieben!

An dem Ort konnte ich mich kaum sattsehen, und der Gedanke, dass hier wohl seit Jahrtausenden und weit vor der Zeit der Tankstellen und der gekühlten Getränke Karawanen rasteten und sich für die Weiterreise strärkten, liess mich erfürchtig staunen.




Auch hier zog ich mir den Schal über den Kopf, wickelte ihn bis über Mund und Nase ums Gesicht und war zusammen mit der Sonnenbrille fast vollständig verhüllt. Der Grund? Ein kleiner Sandsturm war aufgezogen und der Wind blies uns Sand in die Augen, in Mund, Nase, Haare, auf die verschwitzte Haut, einfach überall hin.




Gegen die heiss brennende Sonne schützte ich mich hier in der Wüste ebenfalls am liebsten mit weiter, langer Kleidung und Tüchern. In diesem Moment verstand ich, weshalb sich die Menschen in den heissen Wüstenregionen so anziehen - es ist einfach am angenehmsten, auch wenn es für uns auf den ersten Blick nicht so wirkt.

Wir verabschiedeten uns von der Oase und machten uns wieder auf den Weg, weiter in Richtung Süden.


2.6. Muqshin bis Salalah

Der Wind trieb feinen Sand über die Strasse, ein Naturschauspiel, welches sich kaum auf Bildern festhalten lässt. Streckenweise sahen wir in einiger Entfernung Bäume - die südlichen Ausläufer der Oase - und Dromedare, welche durch die Wüste streiften.




Wir passierten die Raststätte von Qitbit, wo im Mai 2018 nicht nur Sand wie hier bei unserer Durchreise, sondern tatsächlich auch Wasser über die Strasse floss - für uns fast unvorstellbar. Auch im Oktober 2018 hat es in der Region nochmals geregnet und wir haben gehört, dass die Wüste momentan ziemlich grün und blühend sein soll!




Mehrere Gerippe ausgebrannter Autos und Lastwagen erinnerten uns immer wieder daran, wach und aufmerksam zu bleiben.




Ein Stück weiter bogen wir nach rechts auf eine Nebenstrasse ab, weil wir die Unesco Weltkulturstätte Ubar besuchen wollten. Hier erhielt ich eine Ahnung davon, wie es ist, eine Fata Morgana zu sehen. Auf der Strasse vor uns, aber auch draussen in der Wüste sahen wir flimmernde Flächen, die aussahen wie glattes, blaues Wasser, teilweise mit dunkelgrünem Hintergrund - Eine Oase mit Palmen?




Plötzlich sah ich auch eine Gestalt, welche sich im "Wasser" auf der Strasse spiegelte. Tatsächlich war da ein Mann zu Fuss mitten in der Wüste unterwegs! Die "Wasserpfützen" jedoch verschwanden alle, sobald wir näher kamen - sie waren eben wirklich nur eine Fata Morgana.




Leider war die Strasse nach wenigen Kilometern gesperrt, wir mussten zurück bis zur Hauptstrasse und konnten erst weiter südlich nach Ubar fahren. Über diesen speziellen Ort, welchen wir schlussendlich doch noch erreichten, könnt ihr HIER noch mehr lesen:

Oman Roadtrip: Ubar - das Atlantis der Wüste? Unesco Weltkulturerbe im Sand

Mitten in der Wüste gibt es in der Nähe von Ubar ausserdem riesige Bewässerungsanlagen, welche auch auf den Satellitenbildern von Google Maps als grüne Kreise sichtbar sind - grosse Farmen in der Wüste, wer hätte das gedacht?




Kurz vor der Stadt Thumrait verändert sich die Landschaft wieder: immer mehr und immer grössere, teilweise spitze Hügel säumen die Strasse und das Gestein ist oft sehr dunkel. Wieder sind viele Dromedare entlang der Strasse unterwegs und vermehrt sind Zeichen der Zivilisation zu sehen, wie zum Beispiel die vielen Strassenlampen und Strommasten.




Nochmals ca. 30 Kilometer weiter konnten wir beim "Natural Park of Frankinsense Tree" eine öffentlich zugängliche Weihrauch - Plantage besuchen. Durch noch leicht grüne Hügel mit hunderten Dromedaren und auf steilen Strassen fuhren wir anschliessend hinunter in Richtung Küste und Salalah.






Unser Wüsten-Abenteuer ging dem Ende zu und weitere, andere Abenteuer und Erfahrungen erwarteten uns.

Einige Hintergrundinformationen zum Fahren durch die Wüste findet ihr unter: 3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps.


3. Planung einer Fahrt in die Wüste und Sicherheitstipps



Vom Norden bis in den Süden der Rub al-Khali Wüste führt eine gut ausgebaute Hauptstrasse, daneben war auf hunderten Kilometern gleichzeitig eine weitere, noch breitere Autobahn in Bau (die unterdessen vielleicht schon fertig ist?) und auf der anderen Seite der Strasse waren von Zeit zu Zeit die Überreste der alten, nur einspurigen Strasse durch die Wüste zu sehen.

Auf dieser Nord-Süd-Verbindung durch die grössten Wüstengebiete des Oman könnt ihr also problemlos fahren, sogar mit einem Auto ohne 4x4 - Antrieb. Die grösste Gefahr ist hier wohl die Eintönigkeit der langen Fahrt, welche euch müde machen kann. Also Achtung: bleibt wach und plant genügend Pausen ein!!




Auf der Strecke herrscht nicht gerade dichter Verkehr, aber ihr begegnet immer wieder Autos, Lastwagen und auch militärischen Fahrzeugen. Solange ihr die Strasse nicht verlasst, würdet ihr hier deshalb im Notfall auch innert Minuten Hilfe erhalten.



3.1. Die Strecke von Muscat über Nizwa und Haima durch die Wüste bis Salalah

Die Strecke von Muscat bis Salalah durch die Wüste beträgt gut 1000 Kilometer und ist theoretisch in etwa 10 Stunden Autofahrt (reine Fahrzeit) zu schaffen. Alle Kilometer- und Zeit- Angaben sind ungefähre Schätzungen mit Hilfe von Google Maps und eigenen Erfahrungen. Verlasst euch bitte nicht ausschliesslich darauf.




Noch nicht eingerechnet sind dabei die unbedingt empfohlenen Pausen, Foto-Stopps und Besichtigungen (teilweise mit weiten Umwegen) unterwegs, sowie die Übernachtung nach der ersten Hälfte der Strecke in Haima.

Muscat - Nizwa (Strecke eher bergig als Wüste): ca 160 km / gut 1.5 Stunden ab Stadtgrenze
Nizwa - Haima
(Wüstenstädtchen, Übernachtungsmöglichkeit): ca 385 km / gut 3 Stunden 40 Min
Haima -  Muqshin / Mughshin (Tankstelle und Oase): ca. 165 km / 1.5 Stunden
Muqshin - Salalah / Salala (Möglicher Abstecher unterwegs: Ubar): ca. 340km / 3.5 Stunden

In Haima gibt es gemäss Google Maps drei einfache Hotels, in welchen ihr relativ günstig übernachten könnt. Eine Webseite, auf welcher ihr euch vorab ein Zimmer reservieren könnt, bietet bisher keines davon. Wir haben deshalb vor unserer Abreise im vorherigen Hotel telefonisch reserviert, natürlich könnt ihr das auch schon länger voraus erledigen oder spontan euer Glück versuchen.




Von den drei möglichen Gästehäusern haben wir uns für das Arabian Sands Hotel entschieden: Der Empfang war freundlich, sogar unser Gepäck wurde ins Zimmer hoch getragen. Die Ausstattung ist einfach und zweckmässig: Bett, Tisch, Stühle, Kühlschrank, TV und ein Bad ohne viel Komfort. Normalerweise übernachten hier Arbeiter oder Lastwagenfahrer - entsprechend sind auch im ganzen Wüstenstädchen Haima kaum Frauen zu sehen.




Bei der Muqshin Tankstelle und Oase kommt ihr Saudiarabien am Nächsten während der ganzen Fahrt: nur 50 Kilometer trennen euch hier von der Grenze zum Nachbarland. Für mich war das ein merkwürdiges, irgendwie gruseliges Gefühl: Ich befinde mich in einer riesigen Wüste, irgendwo mitten hindurch verläuft eine Landesgrenze und die Lebensbedingungen - gerade für Frauen - sind auf der einen Seite so anders, als auf der anderen Seite.

In der Nähe der Muqshin Tankstelle (ca. 4.5 km Entfernung) habt ihr ausserdem die Möglichkeit, eine richtige Oase zu besuchen! Für mich war dieser Ort eines der beeindruckendsten Erlebnisse der ganzen Wüstenfahrt und ein unbedingter Geheimtipp! Zwar werdet ihr hier kaum trinkende Kamele finden, sondern einen Parkplatz und ein Gebäude in der Nähe. Das natürliche Wasservorkommen in der Wüste lässt dennoch staunen und ihr könnt euch hier gut vorstellen, wie wichtig der Ort früher für Karawanen war! Spannend finde ich, dass die heutige Tankstelle ebenso wieder in die Nähe dieses uralten Ortes der Rast gebaut wurde. Wurden hier früher die Wasserreserven von Mensch und Tier aufgefüllt, ist es heute vor allem der Treibstoff für Fahrzeuge - und etwas zu knabbern für die Leute.




Sucht, um die Oase zu finden, in Google Maps nach "Omanoil Filling Stagion Muqshin" oder "Muqshin Power Station Oman" und zoomt dann etwas heraus, bis ihr etwas oberhalb davon dunkel  und langezogen die Spuren des Wassers in der Wüste seht (HIER). Lasst euch den Weg dorthin am besten bei der Tankstelle erklären. Wenn ihr in Google Maps anschliessend auf den Pfeil für die Routenplanung klickt und als Start oder Ziel "Ramlat al Mugshin" eingebt, findet ihr eine Google-Markierung (HIER) mitten in der Wüste, wo ihr eine kurze Rezension, sowie einige Fotos von mir findet. Achtung: die Markierung befindet sich am falschen Ort in der Wüste - ich habe es bisher nicht geschaft, das bei Google umzumelden - so einfach ist das eben nicht mit den Adressen in der Wüste!



3.2. Gefahren in der Wüste


Auch wenn ihr auf einer gut ausgebauten Strasse unterwegs seid, gilt es auch hier wie andernorts in der Wüste, vorsichtig und auf Gefahren vorbereitet zu sein:

- Treibsand kann die Strasse "rutschig" und schwer erkennbar machen
- Sandstürme können euch völlig die Orientierung verlieren lassen
- Übermüdete Fahrer können euch entgegenkommen
- Die lange, teilweise eintönige Fahrt kann euch selbst schläfrig machen
- Die Sonne brennt heiss und macht durstig
- Tiere können auf die Strasse laufen (vor Dromedaren wird vielerorts gewarnt)
- Falls ihr in der Wüste die Strasse verlasst, droht schnell Orientierungslosigkeit





3.3. Sicherheitstipps für die Wüstendurchquerung auf der befestigten Strasse


Meine Sicherheitstipps für die Durchquerung der Rub al-Khali Wüste auf der Strasse:

- Informiert nicht nur eure Kontaktpersonen zu Hause, sondern unbedingt auch Einheimische, wie zum Beispiel in der Unterkunft eures Ausgangspunktes oder eures Zieles über eure Pläne. Nicht nur ist es beruhigend, wenn jemand weiss, wo ihr seid, Omanis können euch auch wichtige, hilfreiche und aktuelle Tipps zum Wetter, den Strassenverhältnissen und zur Sicherheitslage geben.
- Informiert euch vor der Fahrt über den Wetterbericht der durchzufahrenden Regionen
- Nehmt mehr als genügend Wasser mit. Das kostet fast nichts, kann aber Leben retten!
- Schützt euch bei Pausen vor der Sonne, am Besten auch durch Kleidung: Kopfbedeckung, Schal, lange Ärmel und Hosenbeine
- Bleibt aufmerksam, nutzt Möglichkeiten für Pausen: Tankstellen, Dörfer, Oasen, ausgeschilderte Parkplätze






3.4. Sichereitstipps für die Offroad Wüstendurchquerung


Wichtig ist: Die obigen Sicherheitstipps reichen nicht aus, wenn ihr in der Rub al-Khali Wüste die Strasse verlässt, oder in einer anderen Wüste, wie zum Beispiel der Wahiba-Wüste (Rimal Al Wahiba / Wahiba Sands) im Oman unterwegs seid. Dann sollt ihr zusätzlich:

- Nicht alleine, sondern mindestens mit zwei, besser mit mehr Fahrzeugen als Gruppe / Karawane fahren
- Kundige Guides dabeihaben
- Zusätzliche Vorräte, vor allem auch zusätzlich Wasser dabeihaben
- Campingausrüstung (Zelte, Schlafsäcke, Kocher, usw.), sowie ein Notfallset (Reiseapotheke, Signalraketen, etc.) mitnehmen
- Unbedingt einen 4x4 - tauglichen Geländewagen mit genügend Bodenfreiheit und der entsprechenden Untersetzung fahren
- Die richtigen Sand-Reifen montiert haben
- Equipment im Auto mit dabei haben, für den Fall, dass ihr stecken bleibt: Schaufel, Abschleppseil, bzw. Bergeseil, genügend Treibstoff, Sandbleche, nötigste Ersatzteile und Werkzeuge, etc)
- Luft ablassen vor der Fahrt in die Wüste und einen Kompressor dabeihaben, um den Reifendruck wieder zu erhöhen, wenn ihr wieder zurück auf eine Strasse kommt.
- Verlässliche Landkarten mitnehmen
- Mutige und Sand- und Offroad- erprobte Fahrer am Steuer haben, oder mindestens die richtigen Instruktionen vor der Fahrt erhalten
- Unbedingt jemanden - ob zu Hause, oder im Oman - infomieren über eure geplante Route und Zeitplanung (und diese Personen natürlich dann auch umgehend benachrichtigen, sobald ihr angekommen seid, um unnötige Rettungseinsätze zu vermeiden...)

Eine mögliche Checkliste für Expeditionen (mit dem Auto oder Motorrad) findet ihr HIER




Für die jeweils ca. 10-20 Kilometer weite Fahrt in eines der touristischen Wüstencamps in der Wahiba Wüste (Wahiba Sands) könnt ihr diese Sicherheitsmassnahmen reduzieren, auch wenn ihr dabei auf Sand und durch den Talboden riesiger Sanddünen fahrt:

Informiert allenfalls das Camp über eure voraussichtliche Ankunftszeit, lasst an der letzten Tankstelle entlang der Strasse gemäss Anweisungen etwas Luft aus den Reifen eures 4x4 Fahrzeuges (und füllt sie nach dem Aufenthalt in der Wüste unbedingt wieder auf!), fahrt zügig aber vorsichtig und achtet besonders auf Tiere (vor allem Ziegen, manchmal Dromedare) entlang der Fahrbahn. Auch genügend Treibstoff im Tank und Wasser als Vorrat dabei zu haben, empfiehlt sich immer.


4. Weitere Informationen


Weitere Informationen über unsere ganze Oman-Reise, die unterwegs erwähnten Orte und Verhaltenstipps findet ihr hier:

Oman Roadtrip: eine abenteuerliche Traumreise durch das ganze Land
Wüstenhimmel: der Himmel über der riesigen Rub al-Khali Wüste im Oman
Oman Roadtrip: Nizwa, die altertümliche Stadt (Erlebnisbericht und Tipps)
Oman Roadtrip: Ursprünglicher Tier-Handel am traditionellen Viehmarkt in Nizwa
Typisch Omanisches Essen - und viele feine Möglichkeiten für Vegetarier und Veganer im Oman (mit Restaurant-Tipps)
Welches ist die richtige Kleidung im Oman - wie ziehe ich mich an? (inklusive Verhaltenstipps und persönlichen Erfahrungen) 



Vielen Dank für eure Begleitung auf meiner Tour durch die Wüste! Seid ihr auch schon durch die Wüste gefahren, ob auf einer Strasse oder offroad durch die Dünen? Oder träumt ihr davon, die Wüste, eine Oase oder eine Fata Morgana eimal selbst zu erleben?

Meldet euch gerne mit einem Kommentar oder e-mail.

Liebe Reisegrüsse, Miuh

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