Dienstag, 14. April 2020

Oman Roadtrip: Masirah Island - Unentdecktes Natur-Paradies im Meer

Masirah Island  ist ein noch weitgehend unentdecktes Reiseziel im Oman, ein richtiger Geheimtipp: rauh, original, felsig, mit atemberaubend schönen Stränden und einem reichen, unbedingt schützenswerten Unterwasserleben beschenkt. Die Insel ist einer der  Orte im Oman, welcher mich am meisten überrascht hat, auch wenn ja das ganze Land spannend, unglaublich vielfältig und überwältigend schön ist.




Vielleicht waren wir auch deshalb so positiv überrascht, weil wir ohne grosse Erwartungen auf Masirah ankamen: als Etappenziel gewählt hatten wir die Insel - genauso wie eine Nacht vorher schon die neu entstehende Hafenstadt Duqm - nur deshalb, weil es einer der wenigen Orte war, wo wir auf Google Maps überhaupt Hotels zum Übernachten gefunden hatten!

Zu gute kommt der Natur hier wohl bisher die relative Abgeschiedenheit: dass die Insel je nach gewählter Route und allfälligen Abstechern oder Pausen um die 430-500 Kilometer und damit 3.5-7 Fahrstunden südlich von Muscat liegt, plus eine Fährfahrt von ca. 1 bis 1.5 Stunden - und damit abseits der üblichen Ausflugs- und Touristenströme. Hoffentlich bleibt Masirah Island noch lange verschont vom Massentourismus!





Wir waren am Morgen in Duqm mit der riesigen Hafen-Baustelle gestartet und zuletzt vorbei an beeindruckenden rosa Salzseen gefahren, bevor wir nach dem Mittag zuerst an Unterständen von Fischern vorbei und dann über eine ca. 800 Meter lange Brücke am Shannah Port ankamen.

Alle Informationen über die spannende Insel Masirah findet ihr nun hier:


Inhalt


Einleitung
1. Fähre zur Insel Masirah
1.1. Die moderne Fähre der National Ferries Company NFC von Shannah Port nach Masirah 
1.2. Die älteren Fähren ohne feste Zeiten von Shannah Port nach Masirah
2. Hotels auf Masirah Island 
2.1. Masirah Island Resort - Das luxuriöseste Hotel auf Masirah
2.2. Masirah Beach Camp - für Abenteurer, Kiter, Surfer und Budget-Bewusste
2.3. Weitere Hotels, Appartements und andere Übernachtungsmöglichkeiten auf Masirah Island
3. Erste Erkundungs-Tour
4. Unser Roadtrip rund um Masirah Island
5. Der Abschied und die Abreise von Masirah
6. Masirah Island: Hintergrund-Informationen







1. Fähre zur Insel Masirah


Nach Masirah fahren die Fähren der National Ferries Company NFC, welche etwas teuerer und dafür viel moderner sind und nach Fahrplan fahren, sowie  ältere Fähren welche günstiger sind und nach Gutdünken des Betreibers (wenn sie voll sind) ablegen.



1.1. Die moderne Fähre der National Ferries Company NFC von Shannah Port nach Masirah


Für die moderne Fähre müsst ihr noch vor der Brücke im kleinen Büro der National Ferries Company NFC Tickets kaufen, oder diese für besonders beliebte Tage am Besten sogar vorab hier: NFConline bestellen. Um noch Tickets zu erhalten, müsst ihr mindestens 20 Minuten vor Abfahrt der Fähre, manchmal aber auch länger vorher dort sein. Je nach Tag fahren die Fähren zwei- bis viermal (Mögliche Zeiten sind jeweils um 9.00, 12.00, 15.00 und 17.00 Uhr) Für die Rückfahrt gilt dasselbe von der Ortschaft Hilf auf Masirah aus.

Die Preise betragen momentan pro Fahrt 11.6 OMR für ein 2WD Fahrzeug oder 13.6 OMR für ein 4x4-Auto (jeweils inklusive 1 Person) plus 3.6 OMR für jede weitere Person. Ein 4x4 Fahrzeug mit zwei Personen für eine Hin- und Rückfahrt kostet also zum Beispiel 34.4 OMR. Dies entspricht mit dem Umrechnungskurs am 30.3.2020 ca 86 CHF oder 81 EUR.

Auf dem Schiff selbst gibt es zwei Innenräume, welche mit gepolsterten Sitzen ausgestattet sind: Eine Seite der Fähre ist alleine reisenden Männern zugewiesen, die andere Seite Familien, Paaren und alleine reisenden Frauen vorbehalten. Auch der Zugang zu einem Aussendeck ist möglich, von wo ihr Ab- und Anlegemanöver beobachten und die näher kommende Landschaft der Insel Masirah sehen könnt. Hier draussen ist es allerdings durch die Fahrgeschwindigkeit recht zügig. Auch im Innenraumm hatte ich allerdings dank der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage eiskalt und war from um meinen Schal.




1.2. Die älteren Fähren ohne feste Zeiten von Shannah Port nach Masirah


Für die ältern Fähren fahrt ihr direkt in Richtung Anlegestelle, sucht euch dasjenige Schiff, welches gerade beladen wird und bekundet freundlich Interesse, mitzufahren. Lasst euch von den Mitarbeitern anweisen und insbesondere einweisen - die Auffahrt auf das Schif erfolgt rückwärts. Englisch (oder gar Deutsch) wird oft nicht gesprochen, so müsst ihr euch auch mal mit Händen und Füssen verständigen.

Laut meiner letzten Information kostet eine einfache Fahrt mit den älteren Fähren OMR 10 pro Auto, weitere Kosten für zusätzliche Passagiere werden nicht berechnet. Eine Hin- und Rückfahrt für zwei Personen mit Auto kostet also zum Beispiel 20 OMR, was laut akutellem Umrechnungskurs vom 30.3.2020 ca. 50 CHF oder 47 EUR entspricht.

Seid euch unbedingt bewusst, dass diese älteren Schiffe nicht nur die etwas abenteuerliche und vielleicht auch unbequemere Variante sind, auf die Insel Masirah zu reisen, sondern klar auch als weniger sicher eingestuft werden. Wir haben uns deshalb für eine Fähre der NFC entschieden.




Einmal auf Masirah angekommen, befindet ihr euch direkt im grössten Ort der Insel, in Hilf. Vom Schiffsteg aus fahrt ihr in Richtung Land und biegt hier nach rechts auf die Hauptstrasse ein. Wir sind als erstes zum Einchecken zu unserem Hotel, dem Masirah Island Resort im Nordosten der Insel, gefahren - eine Strecke von ca. 10 Kilometern und damit 15 Minuten.



Hotels auf Masirah Island


Viele Unterkünfte gibt es auf Masirah Island nicht. Auf Anhieb haben wir als möglichen Zwischenstopp für unsere Oman-Reise das Masirah Island Resort sowie das Masirah Beach Camp gefunden und uns schliesslich für ersteres entschieden.


2.1. Masirah Island Resort - Das luxuriöseste Hotel auf Masirah


Schnell sind wir bei unserer Suche auf das Masirah Island Resort (früher: Swiss Belhotel Resort Masirah) aufmerksam geworden. 20 Zimmer an schöner Lage in Strandnähe, ein kleines Restaurant, ein Pool und vorab im Internet buchbar. Die Unterkunft hat je nach Quelle 2-4 Sterne, selbst würde ich dem Haus gute drei Sterne vergeben. Neu und richtig glanzvoll war das Hotel wahrscheinlich in den 80er- oder 90er- Jahren, mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Lage mit Blick auf den Strand waren wir völlig zufrieden - der wirkliche Luxus hier ist allerdings die Natur der Insel!




Wir sind hier sehr nett empfangen worden und da gerade nicht allzu viele Gäste im Hotel waren, hätten wir sogar unser Zimmer noch selbst aussuchen können. Später waren wir noch sehr froh, hatten wir unser zugeteiltes Zimmer im ersten Stock behalten - und das nicht nur der tollen Aussicht wegen!




Das Essen im Masirah Island Resort war gut, das Restaurant selbst ist eher etwas "nüchtern" gehalten. Abends durften wir draussen auf der Terasse essen, haben uns aber kurzfristig für drinnen entschieden, weil es ...ähem... " doch etwas windig war.




Habt ihr gewusst, dass Spinnenaugen leuchten können, wenn sie mit einem Blitz fotografiert werden? Bestimmt war die "Kleine" ganz harmlos, aber wir wollten auch nicht, dass jemand irrtümlich auf sie stehen würde beim servieren.

Am nächsten Morgen freuten wir uns sehr über die stimmungsvolle Aussicht von unserem Balkon aus bei Sonnenaufgang. Den Pool hätten wir wohl den ganzen Tag lang wieder beinahe für uns alleine haben können...




2.2. Masirah Beach Camp - für Abenteurer, Kiter, Surfer und Budget-Bewusste


Das Masirah Beach Camp passt dann perfekt für euch, wenn ihr es lieber etwas unkonventionell mögt und vielleicht sogar gerne (Kite) surft! Auch hier gibt es Deluxe-Zimmer, dann einfachere Standard-Zimmer (bunte Bretter-Hütten), sowie simple Strand-Hütten aus Schilf / Zelte mit geteiltem Bad. Alle sind in Strand-Nähe und die ganze Anlage liegt weit abseits an der Westküste von Masirah.

Die Zufahrt führt euch über eine ca. 2 Kilometer lange Sand-Piste, und es empfiehlt sich, innerhalb der Markierungen zu bleiben, um nicht im weichen, je nach Ort auch unerwartet nassen Sand einzusinken sowie bei Tag anzureisen, um nicht verlorenzugehen.

Frühstück und Abendessen werden von den Betreibern zubereitet, wobei das Nachtessen zumeist gelobt wird und das Frühstück etwas umstritten ist. Wlan und Strom sind nicht jederzeit verfügbar, das Camp ist ideal für Leute, denen Wassersport und Natur der grösste Luxus ist.




Unweit des Masirah Beach Camp findet ihr Kiteboarding Oman - einen Anbieter mit Deutschem Hintergrund, welcher euch Kitekurse, Ausrüstung, die Vermittlung von Unterkünften sowie eine Menge Tipps und Erfahrung bieten kann.



Der Top-Spot für Kiter auf Masirah Island befindet sich am Sur Masirah Beach und damit unweit des Masirah Beach Camp. Der wichtigste Grund, weshalb Masirah bei Wassersportlern so gut ankommt, ist der im Sommer (ca. Mai bis September) konstante Wind - eine Auswirkung des Khareef-Monsuns, welcher vor Allem im Süden des Omans um Salalah im Sommer für Regenfälle und damit grüne Landschaften sorgt.







2.3. Weitere Hotels, Appartements und andere Übernachtungsmöglichkeiten auf Masirah Island


Wie schon erwähnt, gibt es nicht allzu viele Unterkünfte auf Masirah Island. Auf Anhieb haben wir bei unserer Suche nach einer Unterkunft auf der Insel das oben erwähnte Masirah Island Resort sowie das ebenfalls schon beschriebene Masirah Beach Camp gefunden.

Ausserdem ist vor allem bei den Omanis aber auch bei einigen Touristen das Campieren, zum Beispiel mit einem Dachzelt oder in kleinen Iglus, immer noch weit verbreitet. Seid euch hierbei jedoch unbedingt bewusst, dass von Mai bis September durch die Khareef Season ständig ein starker Wind geht auf der Insel und dass es auch ausserhalb dieser Monate windig sein kann. Sucht euch also unbedingt eine windgeschützte Stelle für euer Nachtlager!

Inzwischen habe ich auf Google Maps im Hauptort Hilf, sowie leicht südlich davon und an der Ostküste Masirahs sieben weitere 1- bis 3-Stern Hotels und Appartement-Häuser gefunden auf die ich hier nicht weiter eingehen werde, da mir dazu genauere Informationen und eigene Erfahrungen fehlen.

Mittlerweile findet ihr auch einige AirBnB - Angebote auf Masirah Island, vom Zimmer für das günstige Budget bis zu ganzen, modernen und voll ausgerüsteten Häusern oder Villen für mehrere Personen.





3. Erste Erkundungs-Tour


Schon am ersten Nachmittag, kurz nach unserer Ankunft auf Masirah Island und nachdem wir im Hotelzimmer das Gepäck abgeladen hatten, zog es uns gleich wieder hinaus. Wir wollten unbedingt die Insel erkunden, auf der wir mehr durch Zufall gelandet waren.




Der Ostküste entlang ging es in Richtung Süden, gleich den ersten, teilweise steinigen, Stränden entlang. Schilder, um die sich wohl leider nicht jeder hier kümmert, gaben an, was man hier durfte und was nicht:

Meeresschildkröten nicht stören, oder ihre Eier wegnehmen, Abfall mitnehmen, nicht jagen, nicht auf dem Riff ankern, keine hellen (Taschen-)Lampen benutzen und nicht laut Musik hören, nicht auf dem Strand fahren, keine alten Fischernetze liegen lassen, am Strand nicht campieren oder Lagerfeuer anzünden.




Bei einigen Regeln wurde leider schnell klar, dass sie nicht eingehalten wurden: überall lag Abfall herum und an den Stränden waren Reifenspuren zu sehen.

Schon auf einem kurzen Strandabschnitt sahen wir leider viele tote Meerestiere: verschiedenste Fische, Krebse, Korallenstücke, Muscheln, Schnecken, Skelett-Teile und gar eine Meeresschildkröte. So traurig!




Anderseits wurde mir aber auch bewusst, dass das Meer hier wohl voller Leben sein muss und unter Wasser eine grosse Vielfalt herrscht! Ausserdem haben wir erfahren, dass es vorher einen Sturm gab, wodurch vielleicht vermehrt Überreste toter Tiere an Land gespült wurden.

Bald schon boten sich uns aber auch wunderschöne Bilder: Die Landschaften auf Masirah mit all den  ursprünglichen, kleinen Fischerboten überall an der Küste faszinierten uns sofort.




Als die Sonne bereits recht tief stand, fuhren wir auf einer Sand-Piste in Richtung Biyad - Strand. Schon bald liessen wir das Auto stehen und machten uns zu Fuss weiter auf den Weg.




Lange beobachteten wir am Strand Krabben, wie sie wild herumtrippelten, einander hinterherrannten, erschocken schauten, als sie von einer Welle getroffen wurden... Bilder, die mich auch jetzt noch zum lachen bringen!





Erst, als es beinahe dämmerig wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Seht ihr hinten in der Bildmitte den weissen Punkt? Da war es, unser Auto... Wir waren wohl die einzigen, die hier zu Fuss am Strand unterwegs waren.




Unterwegs sahen wir einen einfachen Ziehbrunnen. Wow - in der Schweiz hatte ich so etwas bisher nur bei der Besichtigung alter Burgen gesehen... dieser hier schien jedoch noch aktuell und in Betrieb.




Vom Auto aus bewunderten wir den Sonnenuntergang, bevor wir zurück ins Hotel fuhren für das Abendessen .





4. Unser Roadtrip rund um Masirah Island


Für den nächsten Morgen hatten wir geplant, möglichst die ganze Insel - oder wenigstens die ganze Küste mit traumhaften, einsamen Stränden - zu entdecken. Möglich ist das gut, Masirah Island ist nur ca. 60 Kilometer lang (entgegen den 90 Kilometern, welche in Wikipedia stehen - und die alle einander abzuschreiben scheinen) An der schmalsten Stelle ganz im Norden ist Masirah nur ca. 3 Kilometer breit und weiter südlich bis knapp 15 Kilometer. Dennoch müsst ihr euch bewusst sein, dass Strecken sehr viel länger dauern können als die etwa 1 Stunde vom Norden bis ganz in den Süden, sobald ihr eine offroad-Strasse wählt!




Orientiert haben wir uns für die Attraktionen und schönsten Strände der Insel hauptsächlich an einer kleinen A4-Karte in Schwarz-Weiss, eine Kopie einer Kopie einer Kopie und kaum lesbar. Diese hatten wir im Resort zusammen mit einigen zusätzlichen Tipps erhalten.

Wieder fuhren wir vom Hotel her der Küste entlang in Richtung Süden. Den breiten Strand bei Biyad liessen wir dieses Mal aus, da wir ihn am Vorabend schon besucht hatten. Etwas weiter wurde die Landschaft unebener und so richtig kahl - ob Hügel oder Strand, alles war voller Schottersteine. Beinahe wie eine Mondlandschaft kam es mir hier vor...




Ein heller, feiner Streifen Sandstrand war direkt am Meer zu finden, unterbrochen von dunklen, schroffen Felsen am Wasser. Das Wetter war unbeständig, immer wieder zogen graue Wolken auf und wurden später vom Wind wieder zerstreut.




Bei genauerem Hinsehen war die Gegend alles andere als lebensfeindlich, jedenfalls für die Meeresbewohner direkt an der Küste! Verschiedenste Krebse, Muscheln und Schnecken waren in den Steinen zu finden. Was erst wie halb eingegrabene kleine Schildkrötchen aussah, konnte ich mittlerweile nach ein wenig Detektivarbeit identifizieren als "Käferschnecke" (wahrscheinlich Acanthopleura granulata)




Weiter ging unsere Fahrt zu einem Schiffswrack, von dem wir gelesen und Bilder gesehen hatten. Dieses befindet sich ca. 20 Kilometer südlich des Masirah Island Resorts. Leider war davon einiges weniger übrig geblieben, als wir erwartet hatten. Mit etwas Wehmut dachte ich an die prächtigen alten Schiffs-Wracks auf Moreton Island (HIER) zurück.




Schnell zu fahren war auch auf dem weiteren Weg in Richtung Süden der Insel nicht angesagt: überall am Strassenrand waren hübsche Ziegen und neugierige Dromedare unterwegs und auch die karge, aber doch spannende und beinahe Wüsten-artige Landschaft wollte bewundert werden.










Verlässliches Kartenmaterial für Masirah Island gibt es nicht und auch die Angaben auf Google Maps sind manchmal interpretierbar... Wir sahen, dass es neben der befestigten Strasse eine Schotterpiste etwas näher an der Küste geben musste und beschlossen, diese Route zu wagen. Hoffentlich war sie durchgängig bis zur nächsten Ortschaft, wie es in der App schien!




Anfangs war die Strasse recht gut ausgebaut, eine festgefahrene Schotterpiste. Später wurde sie jedoch immer sandiger und damit weniger stabil.

Halt bitte an, ich würde gerne die Ziegen und die Landschaft fotografieren und während der Fahrt rüttelt es so, sagte ich zu meinem Reisebegleiter und Fahrer. - "Nein, wenn wir jetzt anhalten, kommen wir hier nie mehr weg!" Oha... wenn er mir so einen Wunsch ausschlägt, hat das gute Gründe, also: go, go, go!




Wir schafften es. Wieder auf der befestigten Strasse, wartete auch schon die nächste Überraschung auf uns: Esel... ich liebe Esel!




Wenig weiter kamen wir zum ersten Traumstrand der Insel, der mich ziemlich sprachlos machte...




Kein Badestrand, sondern einfach der Arbeitsort der Fischer aus dem nahen Dorf. Hinter dem Strand befindet sich hier eine kleine Lagune. Wunderschön und Fotokulisse par excellence!




Unterwegs auf der ca. 40 Kilometer langen Strasse ab der Lagune bis ganz zum südlichsten Punkt Masirahs begegneten uns wiederum neugierige Dromedare. In der Hoffnung auf etwas essbares streckte eines davon gar den Kopf durch unser offenes Seitenfenster. Aber hallo!




Nach der Südspitze fuhren wir ca. 8 Kilometer entlang der Westküste in nördlicher Richtung, bevor wir zu einem Strand kamen, welcher speziell zum Schnorcheln empfohlen wird: Ras Abu Zabil Beach, entsprechend angeschrieben war der Strand jedoch nicht.




Wie überall im Oman gelten auch hier auf Masirah, welches noch nicht sehr viel Tourismus gewohnt und eher konservativ ist, die üblichen Kleider-Regeln. Mehr darüber könnt ihr hier nachlesen: Welches ist die richtige Kleidung im Oman - Wie ziehe ich mich an? 

Am Strand war weit und breit kein Mensch, obwohl es hier sogar eine schattenspendende Hütte für Besucher gäbe, so genossen wir Sonne und Meer in unseren Badesachen.




Da das Wasser eher nicht so klar und dafür recht unruhig um die im Meer liegenden Felsen spülte, schien mir die Situation für uns als Ortsfremde zu unsicher. Zwar plantschten wir ein wenig im seichten Wasser, schnorchelten jedoch nicht hinaus. Einerseits ist das sehr schade, denn die Unterwasserwelt muss um Masirah Island extrem vielfältig und reich sein. Anderseits geht die Sicherheit für mich immer vor.

Besonders gefreut haben wir uns dafür über die Spuren einer Meeresschildkröte, welche hier wohl zur Eiablage hochgekrabbelt war.




Nach ca. 4-5 Kilometern Weiterfahrt in Richtung Norden kamen wir zu einem weiteren Traumstrand. Dieser ist bei der Google Maps Markierung "Gshar Sheik" zu finden und wird den vielen Booten nach zu urteilen wohl ebenfalls hauptsächlich von Fischern genutzt.






Nochmals 4-5 Kilometer weiter nördlich sollte sich gemäss unserer kleienen Karte ein Wal-Gerippe befinden.Dafür sind wir nochmals durchs Hinterland gefahren und dann in Richtung Ghab Beach abgebogen. Gefunden haben wir die Wal-Knochen nicht... entweder hatten wir am falschen Ort geschaut, oder sie waren wie das Wrack auch mit der Zeit vom Meer weggespült worden.




Auf Google Maps wird übrigens ein Ort im Nordosten der Insel, 10 Kilometer südlich des Masirah Island Resorts mit "Masirah Whale Bones" markiert. Ob da etwas dran ist, kann ich leider nicht sagen.




Zurück auf der Hauptstrasse fuhren wir weiter in Richtung Norden. Etwa in der Mitte der Insel an der Westküste befinden sich das vorher erwähnte Masirah Beach Camp und nicht weit davon Sur Masirah Beach. Hier unternahmen wir nochmals einen Abstecher zum Meer und bewunderten auf der Rückfahrt auch die Geologie der Insel.




Kurze Zeit später passierten wir das Dorf Mursays / Marsis...




... und nochmals etwas weiter nördlich, als die Sonne bereits wieder recht tief stand, die Fischerei-Werften in Dafiyat / Dawwah.











Ein spannender Tag ging langsam zu Ende und wir fuhren zurück ins Hotel.



5. Der Abschied und die Abreise von Masirah


Die Nacht war unruhig: Es stürmte und gewitterte und schwere Regentropfen klatschten auf unseren Balkon. Schnell "rettete" ich noch unsere draussen zum trocknen aufgehängten Badesachen. Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh aufstehen, weil wir die erste Fähre erreichen wollten. Ein wunderschöner Sonnenaufgang schien die Belohnung für unser frühes Aufstehen zu sein.




Erst auf den zweiten Blick sahen wir: da war etwas mehr Wasser, als am Tag vorher noch - es hatte so richtig geregnet über Nacht! Beim Auschecken an der Rezeption erfuhren wir: die Zimmer im Erdgeschoss (die wir am ersten Abend auch noch zur Auswahl hatten) waren überschwemmt worden. Zum Glück waren wir im zugeteilten Obergeschoss geblieben! Man schien sich im Hotel jedoch eher über den Regen - ein seltenes Ereignis hier im Wüstenklima - zu freuen, als zu ärgern!




Anfangs wussten wir nicht, ob wir die Strassen bis zum Hafen problemlos befahrbar waren? Schliesslich waren nur noch an einigen Stellen Wasserpfützen auf den Strassen, die wir jedoch problemlos umfahren konnten.




Das Rückfahrt-Ticket für die Fähre mussten wir in einem kleinen Büro vis-à-vis des Hafens kaufen. Wieder fuhren wir auf die moderne Fähre der NFC und liessen uns zurück ans Festland des Oman bringen.






6. Masirah Island: Hintergrund-Informationen


Hier findet ihr zum Schluss einige zusätzliche Hintergrund-Informationen zu Masirah Island:

- Der Hauptort von Masirah ist Hilf oder Ras-Hilf, wo auch die Fähren ankommen. In Hilf wohnen die meisten der (gemäss Wikipedia) auf ca. 12'000 geschätzten Einwohner der Insel.

- Die meisten Bewohner Masirah's leben von Fischfang und es gibt eine Fischfabrik im Norden der Insel. Der Tourismus ist noch immer sehr begrenzt, was ihr auch schnell bemerkt, sobald ihr nach Informationen, Kartenmaterial und Locations sucht.

- Nördlich von Hilf befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt. Um 1930 wurde dieser von den Briten gegründet und ab 1977 von der Royal Air Force of Oman übernommen. Ab dem Hafen in Hilf fahrt ihr deshalb jeweils in südliche Richtung los. (Quelle: Wikipedia)

- Eine 25 Kilometer lange Brücke von Shannah auf dem Festland bis Masirah Island war über Jahre immer wieder im Gespräch, insbesondere ab 2013 als das Projekt öffentlich ausgeschrieben wurde. Hintergründe waren eine allenfalls erwünschte vermehrte touristische Entwicklung von Masirah, aber auch eine schnelle Evakuierung der Bewohner im Falle eines drohenden Sturmes / Zyklones. Im Jahr 2018 wurde das Brücken-Projekt als ökonomisch nicht sinnvoll eingestuft. (Quelle: constructionweekonline)

- Schon mehrmals wurde Masirah Island von schweren tropischen Stürmen oder gar Zyklonen getroffen. 1977 zerstörte der tödlichste Sturm, welcher den Oman je traf 95% aller Gebäude auf der Insel komplett, schwemmte tausende Tiere, sowie die Plantagen auf der Insel weg und tötete über 100 Menschen. Noch stärker war Zyklon Gonu im Juni 2007. In Vorbereitung auf diesen Sturm wurde der Notstand erklärt, 7'000 Bewohner Masirahs evakuiert, inklusive der Bewohner an Omans Festlandküste gar 20'000 Personen. Wieder gab es schwere Schäden und Überflutungen, 50 Menschen starben im Oman - wobei es wohl ohne die enormen Vorbereitungen und Evakuierungen noch viele mehr gewesen wären.

- Masirah wird als einer der wichtigsten Brutplätze weltweit für Meeresschildkröten, insbesondere der Loggerhead Turtle (Unechte Karettschildkröten) beschrieben. Vor allem an der Ostküste gelten viele Strände als schützenswerte Brutgebiete der Schildkröten. Zu finden sind die schon erwähnten Loggerhead Turtle, dann auch Green Turtle (Grüne Meeresschildkröte / "Suppenschildkröte"), Hawksbill Turtle (Echte Karettschildkröte) und Olive Ridley Turtle (Oliv-Bastardschildkröte). Auch Delfine und Buckelwale schwimmen vor der Küste Masirahs, Korallen sind im Meer zu finden und auf der Insel selbst leben viele, teilweise seltene Seevögel, aber auch die Masirah Gazelle.


Dieses Bild ist grösser eingefügt als meine Fotos sonst, so dass ihr die Details / alle Tiere in der Vergrösserung ansehen könnt.

Ja, Masirah Island ist definitiv noch ein Geheimtipp. Insbesondere für die Tierwelt hoffe ich, dass dies noch sehr lange der Fall bleibt und dass Masirah von den Verantwortlichen im Oman weiterhin nicht touristisch gefördert wird. Die Insel ist ein Refugium von unfassbarem Wert und weltweit einzigartiger Bedeutung für Meeresschildkröten und viele andere Tiere. Wer sie besuchen möchte, soll sich dessen unbedingt bewusst sein und gerne bereit sein, dafür etwas mehr Aufwand in Kauf zu nehmen.


Mehr spannende Reiseberichte und alle Etappen unseres Roadtrips durch den Oman findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land

Die vorherige Etappe, die Anreise von Duqm bis zum Shannah Port findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Dem Wüstenrand entlang bis zu den rosa Salz-Seen

Liebe Reisegrüsse und passt auf euch auf
Miuh

Sonntag, 22. März 2020

Coronavirus Covid-19: Zuhause bleiben, Stornierungen, Quarantäne. Was nun?

Viele von uns sind - je nachdem, wo sie leben - durch das Covid-19 Coronavirus nicht nur gezwungen, geplante Reisen abzusagen, sondern auch möglichst komplett zu Hause zu bleiben.  Einige sind gar erkrankt oder waren in Kontakt mit Infiszierten und sind deshalb in strenger Quarantäne. Was nun?




Besonders schwierig ist das für "Reisefüdlis", wie wir Schweizer sagen, also Viel-Reisende, welche sich gewohnt sind, ständig frei und unterwegs zu sein oder sogar beruflich reisen und vom Reisen leben! Nicht zu unterschätzen ist die Situation auch für Familien mit Kindern, die definitiv einen starken Bewegungsdrang haben und irgendwann schwierig drinnen zu halten sind... Wie sollen wir mit dieser Situation umgehen, wie geht es weiter?




Auch mich betreffen die Einschränkungen, wenn auch noch nicht hart oder gar existenzbedrohend. Tag für Tag habe ich mich in den vergangenen drei Wochen an die veränderte Situation angepasst, musste flexibel sein, umdenken und stornieren.


Inhalt:


Einleitung
1. Meine persönliche Situation mit der Covid-19 Bedrohung
2. Ältere Menschen und andere Gefährdete schützen - Zuhause bleiben!
3. Langweilig? - Alternativen zu Reisen oder Business und andere Freizeitunternehmungen
4. Links und Intnernetseiten mit guten Tipps
5. Ihr seid im Ausland und braucht Hilfe bei der Rückkehr? Links zu Rückholungsaktionen:  Schweiz, Deutschland, Österreich



1. Meine persönliche Situation mit der Covid-19 Bedrohung


Selbst gehöre ich zum Glück nicht zu einer der Risikogruppen, die direkt vom Tod bedroht sind, sollte jedoch aus verschiedenen Gründen aktuell unbedingt vermeiden, mit Covid-19 angesteckt zu werden. Entsprechend vorsichtig bin ich seit ca 2 Wochen beinahe ununterbrochen zu Hause, das Restrisiko einer Ansteckung via Partner oder während dringenden kurzen Besorgungen blieb in der ersten Woche dennoch bestehen. In der Zwischenzeit haben wir uns weiter angepasst: Lebensmittel lassen wir uns liefern oder leben von dem, was wir noch zu Hause haben - da lassen sich oft überaschend kreative Menüs zusammenstellen!




Tag für Tag habe ich mich, wie oben schon erwähnt, in den vergangenen drei Wochen an die veränderten Situationen angepasst, musste flexibel sein, umdenken und mehrere Reisen stornieren oder sonst absagen. Was mich ziemlich hibbelig macht, ist die Ungewissheit, die Verunmöglichung, verlässlich zu planen. Auch die naheste Zukunft kann schon in wenigen Stunden wieder komplett auf den Kopf gestellt werden was sich in den vergangenen Tagen mehrmals gezeigt hat.




Abschalten und entspannen fällt mir momentan besonders schwer: Ständig versuche ich als News-Junkie an aktuelle, verlässliche und seriöse Informationen zu kommen, diese richtig einzuordnen und zu interpretieren. Manche meiner persönlichen Voraussagen hat sich dabei schon beinahe erschreckend genau bewahrheitet, so dass sich zum Glück auch bisher getroffene Entscheidungen als richtig herausgestellt haben. Mich Abends ruhig ins Bett zu legen  und das Handy loszulassen muss ich mich dennoch immer wieder zwingen.




Den Besuch der ITB habe ich mir dieses Jahr vorgemerkt, wenn auch lange nicht fix gebucht. Die Entscheidung, nicht nach Berlin zu reisen, habe ich wenige Tage vor der Absage der ITB für mich getroffen.

Die für vorletzte Woche geplante Reise nach London musste ich stornieren - und sass stattdessen zu dem Zeitpunkt bereits zu Hause im Home Office, welches noch bis vor kurzem von der Firma als kaum möglich definiert worden war. Aber es geht, wenn es muss!

Für den Sommer ist eine Reise nach Italien geplant, davor wäre ich gerne nach Wien (bereits abgesagt), vielleicht nach Malta, in den Oman und auf jeden Fall öfters ins Emmental gereist. Das Alles steht nun auf der Kippe, oder wurde gar bereits storniert / verschoben.

Wie ist eure persönliche Situation? Habt ihr Reisen geplant, die ihr nun absagen müsst, oder die auf der Kippe stehen?



2. Ältere Menschen und andere Gefährdete schützen - Zuhause bleiben!


Bis Anfang Februar war ich persönlich hin- und hergerissen zwischen dem Gedanken "ist ja nur so etwas wie eine Grippe, da müssen wir wohl durch, auch wenn es unangenehm ist" und der Hoffnung einer möglichst konsequenten Eindämmung von Covid-19. Die Notwendigkeit und der Wunsch der Behörden, die breite Erkrankung grosser Bevölkerungsteile möglichst lange hinauszuzögern und zu verlangsamen, hat mir dennoch von Anfang an eingeleuchtet.

Spätestens mit dem verstärkten Ausbruch des neuen Coronavirus in Italien wurde mir richtig bewusst, worum es wirkich geht: Die schnelle Zunahme der Anzahl schwerer Fälle überstieg dort in einigen Regionen bereits seit über einer Woche die Kapazität der Spitäler, der Intensivstationen, der Anzahl Beatmungsgeräte aber auch der Pflegenden. Das medizinische Personal musste anfangen, eine Triage vorzunehmen, wie es sonst in Kriegsgebieten oder bei grossen Katastrophen der Fall ist: Wer hat die grössten Überlebens-Chancen, wer eher nicht? Wer erhält die vorhandene Hilfe, das Bett, die Pflege, das Beatmungsgerät, für wen reicht es leider nicht mehr?




Ähnliche Befürchtungen gelten für die Schweiz und andere Europäische Länder, welche mit der Krankheits-Ausbreitung je nach Region ca. 5 bis 14 Tage hinter Italien stehen. Mit Erleichterung habe ich diese Woche die jeden Tag stärker werdenden von den Schweizer Behörden sowie auch anderswo in Europa angeordneten Massnahmen verfolgt.

Deshalb auch hier wie vielerorts nochmals der Hinweis: Bleibt wirklich zu Hause! Geht nur raus, wenn es unbedingt nötig ist (zB Einkaufen, Arbeit, welche nicht von zu Hause aus möglich ist) - und auch dann nur mit dem nötigen Abstand von mindestens 2 Metern. Besucht niemanden, insbesondere nicht ältere Menschen wie zum Beispiel eure Eltern oder Grosseltern. Organisiert deren Versorgung falls nötig anders, stellt Einkäufe oder Essen nur vor die Tür. Frische Luft schnappen und sich bewegen ist natürlich weiterhin möglich, zum Beispiel im eigenen Garten oder alleine (allenfalls mit Partner / Mitbewohnern) draussen.

Niemand hier hat bisher Abwehrkräfte gegen dieses Covid19 - Virus. Das heisst, wer in Kontakt damit kommt,  macht die Erkrankung durch: Junge und insbesondere Kinder oft in eher leichter Form, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen hingegen erleiden vermehrt Komplikationen, welche eine Hospitalisierung und den Einsatz eines Beatmungsgerätes und weiterer Intensivmedizin nötig machen. Alle diese Mittel sind jedoch auch in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich - ja überall! - beschränkt. Die aktuell angenommene Sterblichkeitsrate für das neue Coronavirus wird um 2-3% angegeben. Bei denjenigen Ländern mit einer vordergründig stark höheren Sterblichkeitsrate muss davon ausgegangen werden, dass es eine hohe Dunkelziffer an eher leicht erkrankten und gar nicht getesteten Personen gibt. Auch steigt die Sterblichkeitsrate der angesteckten Menschen, sobald das Gesundheitssystem überlastet wird und mehr schwere Fälle auftreten, als behandelt werden können.

Im Gegensatz dazu wird geschätzt, dass eine "normale Grippe" eine Übersterblichkeitsrate von etwa 0.1% verursacht. Ausserdem sind viele Menschen jeweils dagegen immun durch eine früher durchgemachte Grippe, oder durch eine erfolgte Grippeimpfung.

Gut 8.5 Millionen Menschen leben ständig in der Schweiz, weit über 1.5 Millionen davon sind älter als 65 Jahre - das sind mehr als 18% der Schweizer Bevölkerung. (Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Statistik / 2018) Weitere Risikogruppen, wovon auch jüngere betroffen sind, habe ich dabei noch nicht einmal dazugerechnet. Wenn nun in sehr kurzer Zeit sehr viele dieser älteren und vorbelasteten Menschen an Covid-19 erkranken, reicht die vorhandene medizinische Infrastruktur leider bei Weitem nicht mehr für alle schweren Fälle aus. Dramatische Situationen und Triagen drohen auch hier.

Nun mag man kalten Herzens sagen:" ach ja, die älteren würden ja sowieso nicht mehr lange leben..." oder "gut für die Altersrenten..." Leider habe ich in den vergangenen Tagen tatsächlich solche schrecklichen Aussagen gelesen. Sobald den Leuten bewusst würde, dass es es auch um die eigenen Eltern, Oma und Opa, den netten Nachbarn, den nahen Freund oder die geliebte Tante geht, würden sie anders denken und reden, bin ich überzeugt!




Ja, es stimmt: das neue Coronavirus stellt für uns jüngere tatsächlich nicht eine sehr grosse Gefahr dar, solange wir gesunde Nichtraucher sind und ein gutes Immunsystem haben. Es geht jedoch in einer Gesellschaft nicht nur um mich selbst, sondern auch um die Gemeinschaft und den Schutz der Schwächeren. Gefragt sind hier deshalb meiner Meinung nach auch Solidarität und Empathie. dein Grossvater, die Mutter deiner Freundin sowie dein frisch operierter Kollege danken es Dir.

Das zweite Thema sind die Wirtschaftlichen Folgen: Aktuell steht das Geschäftsleben vielerorts still und mit jedem zusätzlichen Tag drohen weitere Einkommenslücken und Verluste! Diese treffen leider als erstes diejenigen Menschen und Unternehmen, die sonst schon eher knapp durchkommen. Je konsequenter wir nun die angeordneten und empfohlenen Massnahmen umsetzen, zu Hause oder sonst isoliert bleiben, desto schneller kann auch wirtschaftlich und auf dem Arbeitsmarkt wieder Normalität zurückkehren.

Mit diesen Gedanken finde ich es gut verschmerzbar, dass ich mein Sozialleben und meine Reisen nun einschränken muss, den zusätzlichen Aufwand für das Home Office in Kauf nehme und auch die nächsten nötigen Massnahmen der Regierung akzeptiere - auch wenn es persönlich oft nervt, schmerzt und verunsichert.

Wie geht es euch damit, was ist eure Einstellung zur Solidarität und zu den angeordneten Massnahmen? Seid ihr oder jemand in eurem Umfeld möglicherweise betroffen?



3. Langweilig? Alternativen zu Reisen und anderen Freizeitunternehmungen


Nun ist es also so weit... ich sitze zu Hause und musste schon mindestens drei meiner Reisen vom Plan streichen. Langeweile war hingegen bisher kein Problem: die Arbeitstage im Home Office sind sehr stressig und lange und die übrige Zeit konnte ich gut nutzen um zu lesen und Blogbeiträge zu schreiben. Oder wir haben uns einfach einmal mit den Katzen und einem feinen Drink zu Hause eingekuschelt. Auch habe ich Glück, dass ich kurz in den kleinen Garten hinaus kann, um frische Luft zu schnuppern, die Schultern und den Rücken mal zu lockern.

Irgendwann aber wird bestimmt der Koller kommen, ein Gefühl des Eingesperrtseins, die Sehnsucht nach sozialen Kontakten, Weite, Freiheit, Freunden, Reisen! Schon jetzt suche ich nach Möglichkeiten, mich abzulenken und dem aufkommenden Fernweh von daheim aus zu begegnen. Einige davon teile ich hier mit euch:


- Alte Fotoalben ansehen:
Wann habt ihr zuletzt eure oder die Fotoalben der Familie angeschaut? Per Zufall habe ich letzte Woche ein Fotoalbum der ersten gemeinsamen Ferien mit meinem Partner hervorgeholt - Weil wir in einem Youtube-Film das Hotel erkannt hatten, wo wir damals einen Zwischenhalt eingelegt haben. In den nächsten Tagen kommen sicher noch weitere unserer alten Fotoalben ans Tageslicht! Weist Du noch? Brr, war es da kalt! Wie es dort wohl jetzt aussieht? Auf schöne, nostalgische Abende!




- Neue Fotoalben / Fotobücher zusammenstellen:
Ihr habt vielleicht kein einziges oder noch gar nicht so viele Fotoalben? Na dann ist es höchste Zeit, dass ihr euch daran macht! Nur schon die Auswahl der Fotos benötigt viel Zeit und ermöglicht wunderbare Erinnerungen! Ob wohl heute wirklich noch jemand Fotos bestellt und sie dann in ein Album klebt? Die Meisten mögen wahrscheinlich lieber gleich online ein Fotobuch erstellen.

- Schöne Bilder oder Foto-Prints für die Wände aussuchen und bestellen
Ob wir es wollen oder nicht... viele von uns werden wohl in den nächsten Wochen vermehrt Zeit zu Hause in den eignen vier Wänden verbringen. Dann soll es hier wenigstens auch richtig gemütlich sein! Vielleicht habt ihr ja ein Bild, welches ihr euch schon länger wünscht, oder wollt eigene Ferienfotos als Print auf Leinwand oder Alu an die Wand bringen?

- Die Wohnung so richtig aufräumen / umräumen / umstellen / umdekorieren
Nicht nur die Wände sollen schön sein, auch der Rest des Zuhauses! Vielleicht müsst ihr ja etwas umstellen, um das Home-Office unterzubringen? Oder der Frühlingsputz ist gerade angesagt, ihr dekoriert die Wohnung nach einem Motto oder einer Ferienregion passend um...

- Neue Blogs entdecken
Eure üblichen, abonnierten Blogs habt ihr alle schon gelesen? Dann ist es nun Zeit, neue zu entdecken! Lasst euch zum Beispiel von bisher unbekannten Reiseblogs inspirieren für die Zukunft. Vielleicht mögt ihr aber auch ganz neue Themen entdecken: Gartenblogs, Kochblogs, Familienblogs, handwerkliche Tätigeiten, Literatur, Natur... - es gibt kaum ein Thema, welches nicht abgedeckt wird.

- Fortlaufende Reiseberichte lesen
Die Art Reiseberichte, welche ich am meisten mag, sind die fortlaufenden, bei denen nach jedem Kapitel schon das nächste - entweder für den nächsten Tag oder für das nächste Etappenziel - wartet.
Zwei solche Serien halte ich hier auf meinem Blog für euch bereit:
* Traum - Australienreise: Westen, Süden und Ostküste
* Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land (einige Kapitel folgen noch)




- Youtube-Filme über fremde Länder und spannende Reisen ansehen
Auf Youtube könnt ihr nicht nur Filme schauen über Destinationen, die ihr gerne einmal selbst bereisen würdet, sondern auch solche, die ihr euch momentan nicht vorstellen könnt. Auch verschiedenen Reise-Arten könnt ihr so virtuell ausprobieren: Campen, trampen, Roadtrip, Luxushotel, Weltreise... alles ist möglich!

- Fotos bearbeiten
Habt ihr auch noch jede Menge Fotos, die nur darauf warten, passend bearbeitet und entwickelt zu werden? Jetzt wäre allenfalls die Zeit dafür! Vielleicht packt ihr auch gleich die Gelegenheit, euch endlich Kenntnisse in einem neuen, favorisierten Fotobearbeitungs-Programm anzueignen?

- Blogbeiträge erstellen
Ähnlich wie mit den Fotos geht es mir beim Schreiben von Blogbeiträgen: Themen, Destinationen, Fotos und Ideen hätte ich noch unzählige - alleine an der Zeit fehlt es mir. Vielleicht habt ihr ja nun durch eine abgesagte Reise unerwartet viel freie Kapazität für neue Blogbeiträge?

- Neue Angebote überlegen: Onlinekurse, Berichte, Onlinepräsentationen... anstatt Moderationen und Auftragsreisen
Sind euch durch die aktuell gültigen Einschränkungen und Stornierungen Aufträge (und damit auch Einkünfte) verlorgen gegangen? Nicht nur ihr, sondern möglicherweise auch eure bisherigen oder andere Auftraggeber sind auf der Suche nach Alternativen. Entwickelt neue Lösungen, neue Werbeformen, digitalisierbare Ideen und innovative Angebote. Erweitert und bearbeitet euer Angebot und Portfolio entsprechend. Verschiedene Online-Dienstleistungen werden in den nächsten Wochen einen starken Boom erleben. Seid flexibel und innovativ und sichert euch schnellstmöglich ein Stückchen dieses Kuchens - insbesondere, falls euer angestammtes Business gerade am wegbrechen ist.

- Telefonieren, Skypen, Chatten mit Freunden und Familie
Allzu lange bin ich selbst noch nicht komplett zu Hause, gerade einmal zehn Tage. Auch bin ich nicht eingesperrt oder in Quarantäne - und dennoch fehlen mir die sozialen Kontakte sehr. Zum Glück lebe ich nicht alleine... da würde ich mich so richtig einsam fühlen! Dagegen hilft wenigstens ein bisschen: telefonieren, Chatten, Skypen. Gerade in turbulenten Zeiten mit so vielen Unsicherheiten und Ängsten ist es unglaublich wichtig, sich auszutauschen, vertraute Stimmen zu hören, einander Mut zuzusprechen. Eine herzliche Umarmung ist leider dennoch durch nichts wirklich zu ersetzen. Ausserdem überlege ich mir bereits, ob wir wohl neue, digitale Arten des Zusammenseins versuchen werden, falls die aktuelle Situation länger dauern sollte: Party-Telefonkonferenzen oder so?

- Morgens früh rausgehen für Sport, Spaziergang, Foto-Tour
Solange keine Ausgangssperre gilt, dürft ihr sehr wohl hinaus in die Natur! Frische Luft und Bewegung sind schliesslich auch gut für Geist und Gesundheit. ABER: achtet auch hier darauf, viel Abstand zu anderen Menschen zu halten! Besonders gut eignen sich deshalb auch Randzeiten, wie zum Beispiel Morgens früh - und vielleicht bietet sich hier sogar das eine oder andere Foto-Sujet an? Ich erinnere mich, wie wir während unserer kürzlichen Australien-Reise zeitweise jeden Morgen vor dem Sonnenaufgang aufgestanden sind und diese besondere Zeit draussen in der Natur miterlebt haben. Meist waren wir dabei ganz alleine an wunderschönen Orten.
HIER: Die schönsten Sonnenaufgänge in Australien habe ich dem Thema sogar einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Weshalb sollte das hier zu Hause nicht auch möglich sein? Spezielle Silhouetten, ein spannender Vordergrund, romantischer Himmel, tolle Landschaften... sind doch überall zu finden!





- Bildet euch mit einem Online-Kurs weiter
Mittlerweise gibt es eine Riesige Zahl an online Weiterbildungsangeboten. Vom wenige Seiten langen Dokument oder kurzen Lernvideo bis zu mehrere Semester dauernde Studiengänge. Wichtige Stichworte in diesem Zusammenhang sind: MOC (Massive Open Online Course), Nanodegree und E-learning. Eine Überischtsseite, welche ich sehr mag, ist: Edukatico.org. Hier findet ihr die verschiedensten Kurse mehrerer Anbieter wie zum Beispiel Udemy, edx, Lecturio, Udacity, Coursera, sowie viele Universitäten. Die meisten Vorlesungen werden in Englisch angeboten, viele aber auch auf Deutsch. Einige der Kurse sind kostenlos, bei anderen werden Gebühren verlangt (oft gibt es Discounts) und meist könnt ihr wählen, ob ihr zusätzlich eine Schlussprüfung ablegen und ein Abschlussdiplom erhalten wollt.
Selbst habe ich leider bisher noch keinen solchen Kurs absolviert und das hat zwei Gründe: Erstens fehlt mir bisher komplett die Zeit dafür und zweitens komme ich jedes Mal, wenn ich auf den verschiedenen E-Learning-Seiten herumsurfe, in arge Entscheidungs-Schwierigkeiten! Da gibt es so viele tolle Themen und Inhalte!

- Fein kochen / Reste kochen
Gönnt euch auch etwas Besonderes, wenn ihr zu Hause bleiben müsst! Nehmt euch die Zeit, mit viel Liebe etwas Besonderes zu kochen, sei es für euch selbst, den oder die Liebsten... Auch wenn ihr nicht mehr allzu viel Essbares zu Hause habt und nicht mehr raus wollt oder sollt, ist das möglich. Eine meiner Lieblingsdisziplinen in der Küche ist das Reste Kochen! Meine Geheimtipps dabei sind: besondere Gewürze (aber nicht übertreiben!), Knoblauch, Tomatenpüree, Gratin, anbraten - und (falls vorhanden) mit Käse überbacken. Vielleicht habt ihr auch schon die ersten Gartenkräuter, welche ihr in der Küche einstzen könnt?




- Humor
Zugegeben, in den letzten Tagen war ich auch viel zu oft ernst und gestresst: so fordernd war die berufliche Situation und bohrend die Ungewissheit in Zusammenhang mit dem Covid-19 Coronavirus und den dagegen entschlossenen Mitteln, dass mein Lachen etwas zu kurz kam. Die beste Medizin gegen all die aktuelle Unsicherheit ist eigentlich Humor, eine sehr menschliche Art, mit schwierigien Situationen umzugehen. Entsprechend viele lustige Filmchen, Memes und Witze werden aktuell auch zum Thema "Corona" herumgeschickt. Heute schon gelacht? Was auch immer eure bevorzugte Art von Humor ist: pflegt auch in diesen schwierigen Zeiten wenn möglich etwas die Fröhlichkeit - Lachen ist gesund!


* Updates:

In den nächsten Tagen und wenn nötig auch noch in den nächsten Wochen werde ich meinen Beitrag hier um weitere Ideen und Inputs ergänzen.

Auch eure Ergänzungen und Tipps für schöne Zeiten zu Hause und für Alternativen Ideen zu den im Moment unmöglichen Reisen sind hier herzlich willkommen!

Wie erlebt ihr die Zeit zu Hause und welches sind eure Alternativen zum Reisen und allenfalls zu eurem (selbständigen oder angestellten) Job? 
Meldet euch gerne in den Kommentaren



4. Links und Seiten mit guten Tipps


Hier werde ich in nächster Zeit eure Links, Tipps und Ideen sammeln: Egal, ob Beiträge von euch selbst stammen oder sonst von euch für gut und empfehlenswert empfunden wurden. Wichtig ist mir dabei ein positiver Ansatz - und natürlich die Einhaltung der aktuellen Vorschriften und Empfehlungen offizieller Stellen.

- Naehfrosch.de: Spielideen für Kinder: Lern- und Bschäftigungsideen für Zuhause


Habt ihr selbst weitere Links und Tipps, die ihr hier gerne empfehlen würdet?
Hinterlasst sie mir gerne in den Kommentaren!



5. Ihr seid im Ausland und braucht Hilfe bei der Rückkehr? Links zu Rückholungsaktionen:  Schweiz, Deutschland, Österreich


In vielen Ländern der Welt gelten mittlerweile ähnlich strenge Massnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Corona Covid-19 Virus, wie auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich: Die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt, Touristen werden aktuell vielerorts nicht ins Land gelassen oder direkt in Quarantäne geschickt und internationale Flugverbindungen wurden eingestellt.

- Falls ihr nächstens eine Reise geplant habt, setzt euch am besten so schnell wie möglich mit eurem Reisebüro, der Airline oder dem Hotel direkt in Verbindung für eine Umbuchung.

- Falls ihr euch aktuell im Ausland befindet seid ihr je nach Information eures Landes angewiesen, so bald wie möglich selbst zurück nach Hause zu kommen.

- Falls ihr selbst über die aktuell noch angebotenen Flüge keine Möglichkeit findet und nicht mehr sicher seid, wie ihr nach Hause kommt, oder sonst zusätzliche Informationen braucht, setzt euch mit den zuständigen Stellen eures Heimatlandes in Verbindung:

* Schweiz: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Fokus neues Coronavirus (Covid-19)
* Deutschland: Auswärtiges Amt - Rückholaktion und weltweite Reisewarnung: FAQ
* Österreich: Aussenministerium - speziell eingerichtete Seite: Heimflug.Austrian




Und nun sei es nochmals erwähnt: 

Lasst uns die Regeln des Abstandes und des Zuhause bleibens befolgen, dafür virtuell zusammenhalten, die schwierigen Tage und Wochen überstehen und dabei viel Fantasie und Innovationsgeist entwickeln - auf dass uns die aktuellen Schwierigkeiten am Schluss stärker machen und weiter bringen.

Liebe Reisegrüsse, Miuh

Dienstag, 3. März 2020

Oman Roadtrip: Dem Wüstenrand entlang bis zu den rosa Salz-Seen

Die knapp dreistündige Fahrt von Duqm (hier mehr dazu) in Richtung Norden bis zum Shannah Port verlief ruhig und ohne weitere Stopps.

Der grosse Star war hier eindeutig die Natur, die Landschaft mit Wüstengebieten (den Ausläufern der Wahiba), Gesteinsformationen, wechselnder Vegetation, Dromedaren am Strassenrand, Sandverwehungen und am Schluss den rosa  schimmernden Salz-Seen bei Shannah.




Deshalb findet ihr in diesem Beitrag ausnahmsweise kaum Text, sondern hauptsächlich einige der unterwegs entstandenen Fotos in chronologischer Reihenfolge. Ganz am Schluss werde ich euch zwei Orte verraten, welche ihr unterwegs besuchen könnt, wenn ihr etwas mehr Zeit zur Verfügung habt.




















Nur noch wenige Kilometer vom Shannah Port entfernt, von wo später unsere Fähre nach Masirah Island übersetzen würde, veränderte sich die Landschaft plötzlich erneut: Salzseen waren links und rechts der Strasse zu sehen - und bald auch aufgehäuftes und schliesslich in Säcke abgefülltes Salz. Die Farbe der Salzseen schimmerte fein rosa - ein toller Kontrast zum zartblauen Himmel!










Nun fehlen nur noch die beiden versprochenen Zusatz-Tipps und Ausflüge entlang der Strecke von Duqm bis nach Shannah Port:

Etwa auf halber Strecke findet ihr hier die Sugar Dunes, beinahe Schneeweisse Sanddünen am Meer, sowie die al Khaluf Cave, eine Grotte direkt am Meer.

Aber Vorsicht! Nicht nur sind die weissen Dünen schwer zu finden und nicht an dem Ort anzutreffen, welcher auf Google Maps eingezeichnet ist. Auch ist ein 4x4-Fahrzeug unerlässlich und es wird - wie auch in allen anderen Wüstengebieten - dringendst empfohlen, mit einem Guide und in einem Konvoi von drei oder mehr Fahrzeugen hinzufahren. Durch den ständigen Wind am Meer werden die Dünen ständig umgeschichtet und der Sand ist noch weicher als sonst - das heisst, man fährt sich noch schneller fest, als normalerweise schon auf Sand.

Mehr zur vorhierigen Etappe findet ihr hier:
Oman Roadtrip: Duqm - wie einer der grössten Häfen der Region entsteht

Und mehr zur ganzen, grossartigen Oman-Reise hier:
Oman Roadtrip: Eine abenteurliche Traum-Reise durch das ganze Land

Liebe Reisegrüsse
Miuh


P.S. Gerne zeige ich meine geliebten Reisebilder dieser schönen Strecke als Reise-Erinnerung beim Sonntagsglück

Sonntag, 1. März 2020

Oman Roadtrip: Duqm - wie einer der grössten Häfen der Region entsteht

Duqm - vor einigen Jahren noch ein Fischerdorf an der Omanischen Küste, etwa auf halbem Weg zwischen Muscat im Norden und Salalah im Süden - soll in Zukunft einer der grössten Häfen in der Region werden.

Für uns war Duqm vor allem ein wichtiger Zwischenhalt auf der Strecke von Salalah in Richtung Norden, aber natürlich waren wir auch gespannt auf die Situation vor Ort, auf die grosse Baustelle und was man davon überhaupt sehen würde? Es sollte dann mehr werden, als wir geplant hatten!




Wie hier: Die wilde Südküste zwischen Bergen und Meer beschrieben, kamen wir erst in Duqm und in unserem Hotel an, als es bereits dunkel war. Hier eine Unterkunft zu finden, war nicht schwierig gewesen: Schon von zu Hause aus hatten wir das Park Inn by Radisson Hotel & Residence in Duqm vorausgebucht.




Als wir den Raum betraten, staunten wir. Es war ein richtiges Appartement, modern und mit allem ausgestattet, um auch länger bleiben zu können: Küche, Wohnzimmer, Wäscheturm, Gartenterasse... alles war grosszügig bemessen.




Bald wurde uns bewusst: Die meisten Gäste blieben tatsächlich für länger hier: In Duqm's Hotels waren ausser uns nicht Touristen, sondern Ingenieure aus aller Welt untergebracht, welche auf einer der grossen Baustellen arbeiteten. Auch beim Abendessen und Frühstück herrschte eher Kantinen-Stimmung: viele kannten und begrüssten sich, sassen in wechselnden Gruppen zusammen und assen schnell.




Auch wir waren früh aufgestanden, weil wir wieder eine längere Tour vor uns hatten, aber Zeit für ein gemütliches Frühstück draussen auf der Terasse und eine kleine Tour durch das Hotel musste sein. Die Anlage lag direkt am Meer und wurde durch viele Grünflächen aufgelockert. Hier könnte man gut auch einige Tage mehr verbringen!






Anschliessend zog es uns weiter: bevor wir in Richtung Norden fuhren (hier mehr darüber), wollten wir Duqm entdecken und schauen, ob schon etwas vom entstehenden, grossen Hafen zu sehen war? Die Strecke führte uns mit Blick auf riesige Verkehrstafeln, auf breiten Strassen, über grosse Kreuzungen, vorbei an unzähligen Baustellen, Personalhäusern, Barackensiedlungen... Dort, wo sich teilweise noch weite Felder und Einöden breit machten, würde wohl in wenigen Jahren vieles überbaut sein - die Verkehrs-Infrastruktur ist zu einem grossen Teil jetzt schon vorhanden.






Wie schon erwähnt, ist geplant, dass Duqm von einem Fischerdorf zu einem der grössten und bedeutendsten Häfen in der Grossregion inklusive einer Sonderwirtschaftszone, sowie zu einem wichtigen Tourismusgebiet ausgebaut wird. Die Anzahl Bewohner sollte von ca. 5100 im Jahr 2004 gemäss einem 1995 entworfenen 25-Jahres-Entwicklungsplan auf 100'000 im Jahr 2020 anwachsen. Leider fehlen mir aktuelle Quellen und Zahlen, wie die heutige Situation tatsächlich aussieht.

Die bisher geplanten Tourismusprojekte rund um Duqm sind eher auf Gäste aus den Golfstaaten ausgerichtet und weniger auf europäische oder andere Touristen. Hintergrund ist das von diesen Besuchern bevorzugte Klima und die relative Nähe zu Salalah mit seiner regnerischen Khareef-Season im Sommer.

Der Flughafen Duqm wurde im Herbst 2018 erstmals angeflogen und im Januar 2019 offiziell eröffnet. In Zusammenhang mit der Sonderwirtschaftszone soll der Flughafen auch zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden können. Er wurde so ausgelegt, dass auch die aktuell grössten Passagierflugzeuge hier abgefertigt werden können. Momentan landet und startet hier ein Flugzeug pro Tag von und nach Muscat.




Nun ging es also für uns vorbei an der Baustelle für den zukünftig international wichtigen Hafen in Duqm. Von weitem sahen wir die riesigen Krane, unzählige Lastwagen und weite Flächen, auf welchen Hafengebäude und Strassen gebaut wurden. Faszinierend!






Wir hatten keine Ahnung, wo genau wir waren, alle Strassen hier waren neu und das ganze schien noch viel grösser, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall waren Verkehrsampeln bereits in Betrieb, aber auf den breiten Strassen waren ausser uns und einzelnen Lastwagen kaum Autos unterwegs... Die Situation und die ganze Gegend war irgendwie surreal und faszinierend gleichzeitig!




Plötzlich kamen wir zu einem Kontrollposten und wurden energisch in eine Strasse hineingewunken - natürlich folgten wir den Anweisungen!




Einige Zeit später kam uns das Ganze jedoch etwas merkwürdig vor: Die Fahrbahn war zu einer ungeteerten Strasse und später zu einer holprigen Schotterpiste geworden, immer wieder mussten wir auf entgegenkommende Lastwagen achten.




Um unser 4x4 - Fahrzeug waren wir unglaublich froh, sonst wären wir hier draussen längst stecken geblieben. Aber etwas schien nicht zu stimmen: Wir befanden uns anscheinend mitten auf der Baustelle oder wenigstens auf einer der Zufahrtstrassen dazu... Vielleicht waren wir mit einem Bauingenieur oder Baustellenleiter verwechselt worden?






Nun galt es, einen Weg wieder hinaus zu finden! Nach Navi zu fahren fiel sowieso weg, keine einzige der Strassen hier, geschweige denn der Baupisten, war darauf eingetragen. So fuhren wir grob in Richtung weg vom Meer und hielten gleichzeitig nach bereits fertiggestellten Strassen Ausschau.

Tatsächlich fanden wir später das Ende einer geteerten Strasse, wenn auch nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. "Egal", sagte mein Reisebegleiter... "wir müssen da jetzt irgendwie drauf"! Ein Hoch auf auf seinen Pragmatismus und seine Fahrkünste!






Ein kleines Hindernis erwartete uns noch: eine Strassensperre - allerdings kamen wir bereits von der falschen Seite her darauf zu gefahren... Auch hier liesse sich zum Glück der Geländewagen nicht aufhalten.




Nun war es für uns definitiv Zeit geworden, den weiteren Weg entlang der Omanischen Küste in Richtung Norden unter die Räder zu nehmen! (hier mehr darüber)

Leider wusste ich damals noch nichts vom Rock Garden, welcher hier direkt vor unserer Nase lag: Der Rock Garden umfasst ein Gebiet voller spektakulärer, natürlich entstandener Gesteinsformationen ganz in der Nähe von Duqm. Der Rock Garden wird je nachdem als Mondlandschaft-ähnlich, Geologisches Wunder, mindestens aber schwer beeindruckend beschrieben. Das Besondere dabei: der Ort wurde erst 2009 entdeckt und wird aufgrund seiner geografischen Lage weit weg von Muscat auch heute noch kaum besucht - ein echter Geheimtipp! Wenn ihr also schon in Duqm seid, macht euch die Mühe, die richtige Wegbeschreibung und Zufahrt zu finden und besucht unbedingt den Rock Garden!




Die nächste Etappe findet ihr HIER: Oman Roadtrip: Dem Wüstenrand entlang bis zu den rosa Salz-Seen

Mehr Informationen über unseren spannenden Roadtrip durch den Oman sowie weitere Etappen findet ihr HIER: Oman Roadtrip: Eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land.

Natürlich freue ich mich besonders, wenn ihr den Blog gleich abonniert, um keinen weiteren Beitrag zu verpassen, oder wenn ihr mir einen netten Kommentar hier lässt!

Liebe Reisegrüsse, Miuh