Samstag, 25. November 2017

Lord Howe Island - Alle Informationen, Tipps und Erlebnisse




Wie meine Liebe zu Lord Howe Island begann...


Lord Howe Island war nach Heron (hier) und Moreton (hier) die dritte Insel, welche ich als Traumziel unserer Australienreise ausgesucht hatte und wie auch schon bei den Vorherigen gibt es eine spezielle Geschichte dazu:

Bestimmt kennt ihr das Buch: "1000 Places to see before you die"? Obwohl mich die vielen Traumziele immer lockten, habe ich das Buch nie gekauft. Ich will ja nicht sterben! - Und entsprechend will ich auch nicht an die 1000 Orte reisen, welche anscheinend als Zwischenziele kurz vor dem Tod stehen... dachte ich.

Das Buch hat dennoch den Weg zu mir gefunden - Es wurde mir von einer lieben Freundin auf den Geburtstag geschenkt. Schon beim ersten herumblättern (wo war ich bereits, was wäre noch interessant?) bin ich auf das Bild einer Insel gestossen. Eine Trauminsel!  Sie liegt vor Australien - aber selbst da abgelegen um die 700km weit von Sydney entfernt draussen im Meer - und ist sogar vielen Australiern unbekannt. Die Anzahl erlaubte Besucher ist streng begrenzt und die Natur paradiesisch. Als Insel-Fan mit einer Schwäche für Geheimtipps war der Fall schnell klar: da muss ich hin! Nach viel recherchieren, organisieren, lesen und Informationen sammeln war es so weit: wir konnten unseren Aufenthalt für Lord Howe Island buchen und in die ganze Australien-Reise (hier) integrieren.




Wie ihr mit dem Flugzeug anreisen könnt, habe ich euch ja (hier) schon erzählt... Heute zeige ich euch nun eingeteilt in 15 Kapitel und mit vielen Fotos alle Informationen, Fakten, Tipps und Empfehlungen zu Lord Howe Island selbst, sowie einige praktische Links zu Landkarten und weiterführenden Informationen.


Lord Howe Island - Informationen und Inselgeschichten

 

1. Geografie / Geologie

Die Insel ist nur ca. 0.6 bis 2 km breit und um 11 km lang mit einer Fläche von etwa 14.6 km2. Sie besteht aus den letzten Überresten eines vor ca 6.9 Millionen Jahre entstandenen und schon beinahe komplett abgetragenen Vulkans - man schätzt, dass heute gerade noch etwa 2% der ursprünglichen Masse vorhanden ist. Die beiden Berge: Mount Gower (875 müM) und Mount Lidgbird (777 müM) prägen das Aussehen der Insel und beeinflussen das Wetter, das Klima und den Flugverkehr kräftig mit.



2. Klimatische Besonderheit

Das Klima von Lord Howe ist subtropisch und mild. Im Australischen Winter beträgt die Durchschnittstemperatur 16 C und im Australischen Sommer 23 C und auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind gering. Die Luftfeuchtigkeit ist durchwegs sehr hoch, kräftige Regengüsse und Gewitter sind häufig und fast immer hängen einige Wolken um die Berge! Mit der Sonne ist die gefühlte Temperatur dennoch angenehm warm. Obwohl die Insel recht klein ist, gibt es unterschiedliche Klimazonen, wobei es im Süden durch die Berge sehr viel feuchter ist, als im Norden.
Die Prognosen von Wetter-Apps für Lord Howe Island sind oft ungenau: Durch die hohe Luftfeuchtigkeit werden häufig Regenschauer oder Gewitter angezeigt, auch wenn gerade die Sonne scheint...




3. Natur, Natur, Natur!

Schon seit 1982 stehen ca 75% von Lord Howe Island unter Naturschutz und gilt die ganze Inselgruppe dank ihrer einzigartigen Landschaften und Tierwelt als Unesco Welterbe (Unesco World Heritage). Zahlreiche Arten kommen endemisch (also nur hier) vor und die Insel ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, zum Beispiel die Rotschwanz Tropikvögel (red-tailed tropicbird) oder "Mutton Birds" (Shearwater / Sturmtaucher). Ganz besonders und nur hier heimisch ist die nicht fliegende Woodhen (Waldralle). Nachdem 1980 nur noch drei gesunde Tiere gefunden und eingefangen werden konnten, sind es heute durch Zucht und Schutzmassnahmen wieder einige Hundert Tiere.




Ein weiteres spezielles Tier, der Baumhummer (Tree Lobster oder "Lord Howe Island stick Insect"),ein gut 10cm langes Insekt, galt als ausgestorben, nachdem 1918 Ratten von einem gestrandeten Schiff auf die Insel kamen. Schon seit 1920 gab es keine Baumhummer mehr. Erst 2001 wurden einige Tiere auf "Ball's Pyramid" (einer kleinen, vorgelagerten Felsinsel) gefunden und nachgezüchtet. Weitere mindestens 12 Insektenarten, sowie mehrere Vogelarten wurden jedoch durch die Ratten innert kürzester Zeit unwiederbringlich ausgerottet.



4. Schätze im Meer

Das Meer um Lord Howe wird sowohl von warmen als auch von kühlen Meeresströmungen beeinflusst und bietet so einen Lebensraum für eine Vielzahl von Meereslebewesen wie auch Grundlage für das südlichste Korallenriff der Welt. Auch im Australischen Sommer ist das Wasser hier etwas kühler als direkt vor der Küste, so dass sich ein Neopren-Shirt für längere Schnorcheltouren empfehlen kann... ich habe es aber auch gut ohne ausgehalten. Das Wasser ist wunderbar klar und das Riff kann direkt (wenige Meter) ab dem Strand erreicht werden. Die bunten Fischen und anderen Tieren, sowie die unterschiedlichen Korallen werden euch nie verleiden... sie sind immer wieder faszinierend! Mit Quallen müsst ihr kaum rechnen, dafür könnt ihr an einigen Stränden Schildkröten begegnen. Auch für Tauch-Touren gibt es verschiedene beeindruckende Orte zu besuchen - Ein Unterwassertraum!



5. Der Exportschlager: Kentia-Palmen

Auch Kentia-Palmen kommen endemisch (d.h. ausschliessich) auf Lord Howe Island vor. Ab etwa 1870 wurden erste Samen exportiert und die Pflanzen wurden vor allem in Europa immer bekannter und beliebter als Zimmerpalmen. Ab 1970 wurde damit begonnen, Pflänzchen auf der Insel selbst anzuziehen und als Jungpflanzen in alle Welt zu verkaufen. Noch heute bietet der weltweite Export der Kentia-Palmen einigen Familien auf Lord Howe Island ein Einkommen. Vielleicht habt oder hattet ihr ja auch schon eine solche Palme und somit ein kleines Stückchen Lord Howe Island zu Hause?


6. Bewohner und Besucher...

Auf Lord Howe Island leben etwa 400 Menschen - klar, dass hier jeder jeden kennt!  Genau so viele Besucher (also ca. 400) sind jeweils maximal erlaubt und es sind auch nur entsprechend wenige Unterkünfte vorhanden. Man grüsst sich überall freundlich und auch als Touristen und Reisende werdet ihr herzlich aufgenommen und freundlich angesprochen. Wir haben uns schon nach kurzer Zeit gefühlt, als wären wir Teil dieser speziellen Gemeinschaft.




Total bis zu 800 Menschen mag nach viel tönen, aber tatsächlich läuft man einander immer wieder über den Weg! So haben wir das Paar mit dem kleinen Baby aus dem Flugzeug (hier) mehrmals angetroffen... sie waren nach ihrer Ankunft auf der ganzen Insel unterwegs, um allen den neuen Erdenbürger und Insulaner vorzustellen. So schön!

Auch sonst ist die Inselbevölkerung gut vernetzt und vielfältig aktiv. Der Posthalter ist gleichzeitig auch noch Restaurantbesitzer und fährt zusätzlich als "Taxifahrer" die Gäste eines anderen Restaurants nach dem Essen nach Hause, wobei er gleich eine kleine Inseltour mit (Nacht-) Vogelbeobachtung bietet.




... und ein Schweizer Treffen am Ende der Welt

Der Posthalter-Restaurantbesitzer-Taxifahrer hat alle seine Fahrgäste gefragt, woher sie kommen und als Schweizer (unter sonst zumeist Australischen Touristen) waren wir wohl aussergewöhnlich. Aber: es sei gerade noch ein anderes Schweizer Paar auf der Insel, ob wir sie schon getroffen hätten? - Nein... wie sollten wir sie auch finden? Man sieht ja den Menschen ihre Nationalität nicht wirklich an.
Dennoch: Als wir am nächsten Tag an einem Strand waren, sah ich zwei Schnorchler aus dem Wasser steigen und irgend etwas bewegte mich, sie zu fragen, woher sie sind... Ihr könnt es euch denken? Genau: das waren die Schweizer. Ein nettes und lustiges Treffen, so ganz am anderen Ende der Welt!




7. Versorgung

Das Versorgungsschiff "MV Island Trader" (hier), kommt ab Port Macquarie alle 1 - 3 Wochen auf Lord Howe Island an. Frische Lebensmittel wie Früchte, Gemüse und Salate werden deshalb wo immer möglich auf der Insel selbst angebaut. Bei anderen Lebensmitteln kann es schon einmal vorkommen, dass etwas ausgeht, bis das Versorgungsschiff wieder ankommt.




Verkauft wird auf Lord Howe Island in "Tante Emma - Läden" mit sehr gemischtem Angebot, aber auch in einem "Unverpackt" - Laden, in welchem jeder sich in wiederverwendbare Behälter abfüllen kann, was gerade gebraucht wird. Günstig ist auf der Insel eigentlich nichts - verständlich, wenn man bedenkt, welcher Weg und grosse Aufwand nötig ist für alle Güter, die auf die Insel transportiert werden. Allgemein wird angegeben, dass das Preisniveau etwa 40% höher sei als auf dem Australischen Festland.




Zeitungen werden um der Aktualität willen mit dem Flugzeug transportiert, jedoch als erstes wieder ausgeladen, sobald der Flieger ausgebucht ist und Übergewicht besteht. Dementsprechend sind sie meist schon 1-3 Tage alt, wenn sie auf der Insel ankommen. Insulaner haben uns erzählt, wie sie sich auch schon unglaublich gefreut haben, am Samstag tatsächlich auch die Samstags-Zeitung in den Händen zu halten... - bis sie gesehen haben, dass es die Zeitung vom Samstag letzter Woche war.




Das Spital auf Lord Howe - oder besser gesagt, eine kleine Medizinische Station - bietet momentan drei Betten. Komplizierte oder vorhersehbare Fälle (wie zum Beispiel eine Geburt) werden auf das Festland verlegt.

Telefon und Technik... Auf Lord Howe Island hat eigentlich jede Unterkunft und jeder Haushalt ein Festnetz - Telefon. Ein Mobiltelefon-Netz existiert hingegen überhaupt nicht - und zwar auf Wunsch der Inselbewohner selbst. Internetzugang, beziehungsweise Wifi / WLAN wird je nach Unterkunft angeboten. Da müsst ihr euch jedoch bewusst sein, dass die Verbindung ausschliesslich über Satellit möglich und deshalb grundsätzlich sehr langsam oder je nach Wettersituation sogar ganz unmöglich ist.


8. Mobilität - Autos und Fahrräder

Ein Auto zu mieten ist auf Lord Howe Island nicht nötig. Auf der Insel gibt es sowieso wenige Autos und noch weniger Mietautos und die Höchstgeschwindigkeit beträgt gemütliche 25km/h. Empfehlen würde ich euch hingegen unbedingt, Fahrräder zu mieten!  Sie sind sehr praktisch für kleine und grosse Ausflüge und erst noch viel günstiger. Über den Transfer vom Flughafen zur Unterkunft und zurück braucht ihr euch auch keine Gedanken zu machen, ihr werdet rechtzeitig von euren Gastgebern informiert, abgeholt und hingebracht.
Einen Beispiel-Bericht über das Autofahren auf Lord Howe findet ihr hier (x)




9. Essen

Die meisten Unterkünfte auf Lord Howe Island sind Selbstversorger-Appartments. Natürlich könnt ihr euch täglich selbst etwas kochen... Wir haben die Küche nur für das Frühstück benutzt - zu viele andere Möglichkeiten und Angebote gibt es!

In den Dorfläden könnt ihr euch Picnic und Barbecue (BBQ) - Pakete mit frischem Fisch zusammenstellen lassen und am Strand selbst zubereiten. Die meisten Strände sind mit Grillstellen, Tischen und Bänken gut ausgestattet. Beach BBQ ist bei Einheimischen wie bei Besuchern sehr beliebt und Kult auf der Insel.




Am Mittag sind nur einige der Restaurants auf Lord Howe geöffnet. Für ein leichtes und sehr feines Mittagessen kann ich unbedingt das Anchorage Restaurant empfehlen. Genauso fein könnt ihr hier aber auch Frühstück, Abendessen oder etwas Kleines zwischendurch (zum Beispiel die Beer-Battered Fries!) geniessen. Gleichzeitig ist im Anchorage Restaurant auch die Bäckerei der Insel untergebracht.




Für das Abendessen gibt es mit den verschiedenen Restaurants ein spezielles System. Entweder ihr fährt mit dem Velo / Fahrrad Tagsüber gemütlich bei einigen Restaurants vorbei, checkt die Speisekarte und reserviert bei Gefallen. Oder ihr stöbert im Restaurant- und Speisekarten-Verzeichnis, welches in eurer Unterkunft aufliegt und ruft für eine Reservation kurz an.

Eure Gastgeber werden euch zur abgemachten Zeit zum Restaurant bringen wo ihr euer Abendessen geniesst, und die Betreiber der Restaurants bringen euch danach wieder zurück in die Unterkunft. Weshalb? Einerseits ist es ein bequemer und persönlicher Service für euch, anderseits ist es Nachts so dunkel auf der Insel, dass sich wohl viele Auswärtige zu Fuss oder mit dem Fahrrad verirren würden. Und keine Sorge: das Alles läuft ganz selbstverständlich und unkompliziert ab.


10. Unterkünfte


Auf Lord Howe Island gibt es nur zwei klassische Hotels, welche wunderschön, luxuriös aber auch sehr hochpreisig sind. Die restlichen Unterkünfte sind Selbstversorger-Appartments und individuelle, charmante Unterkünfte, wobei ihr ganz nach euren Vorlieben auswählen könnt. Massentourismus oder Bettenburgen gibt es auf der Insel nicht. Mehr dazu folgt in einem separaten Beitrag...




11. Sicherheit


Haustüren, Fahrräder und Autos werden auf Lord Howe Island nicht abgeschlossen und man sagt, es sei eine absolut friedliche, sichere Insel ganz ohne Kriminalität. Der Insel-Polizist ist natürlich trotzdem nicht untätig, er hat diverse Aufgaben und ist unter Anderem auch für die Sicherheit im und auf dem Wasser verantwortlich. Hier den Posten zu führen, ist dennoch DER Polizei-Traumjob in New South Wales!


12. To do: Ausflüge und Touren


Auf die Frage, was man denn auf Lord Howe so tun und unternehmen soll, habe ich einmal die Antwort gelesen: "die Natur geniessen" - und das kann ich nur unterschreiben!




Etwas genauer würde ich euch folgende Tipps geben:

- Die beiden Berge: Mount Gower (875 müM) und Mount Lidgbird (777 müM) können bewandert werden, allerdings empfohlenerweise (für den Mount Gower sogar obligatorisch) mit einem Guide. Die Aussicht ist phänomenal, die Anstrengung jedoch auch! (hier mehr dazu)

- Unternehmt eine Wanderung zum 208 Meter hohen Malabar Hill mit wunderbarer Aussicht. Ihr kommt dabei auch an der Stelle vorbei, wo 1948 ein Catalina-Flugzeug abgestürzt ist und die Trümmer noch immer weit verteilt am Hang liegen.




- Schnorcheln, schnorcheln, schnorcheln! Zum Beispiel am längsten Strand der Insel, am "Lagoon Beach", vor dem ihr das Riff und die Korallen erleben könnt, oder am Ned's Beach, wo die Fische hautnah an euch herankommen und ebenfalls Korallen zu finden sind, oder am Old Settlement Beach, wo oft Schildkröten gesehen werden... Es gibt auch mehrere Anbieter für Schnorcheltouren, die euch zu speziellen Schnorchel-Spots bringen, die von Land aus nicht so einfach zu erreichen sind.




- Vor allem im flachen Teil der Insel, aber auch in Richtung Berge (so weit erlaubt) könnt ihr Velotouren nach Lust und Laune unternehmen und die grünen Landschaften, Pflanzen und Ausblicke immer wieder neu entdecken.


- An verschiedenen Orten der Insel ist es möglich, Vögel zu beobachten. Bringt etwas Zeit und viel Ruhe mit - und natürlich gehört auch etwas Glück dazu, vor allem wenn ihr die Woodhen's sehen wollt...




- Auf verschiedenen Wegen könnt ihr durch den Regenwald mit Palmen und riesigen "Moreton Bay Fig" Bäumen mit Brettwurzeln streifen und ein richtiges Dschungel-Feeling erleben. Auch wenn ihr am Wegesrand entlang schaut, werden euch viele Pflanzen begegnen, die euch als Zimmerpflanzen oder sonstige Exoten bekannt vorkommen... - nur grösser!




13. Soll ich auf Lord Howe Island bleiben?


Normalerweise träume ich nicht vom Auswandern. Klar: ich gehe sehr gerne auf Reisen - doch ich kehre auch immer wieder gerne in die Schweiz und in mein zu Hause zurück.
Auf Lord Howe Island habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft gefragt, wie es wohl wäre, hier zu bleiben, hier zu leben...



 
Weshalb?  Erstens ist die Natur auf der Insel wunderschön - wirklich paradiesisch! - und das Wetter mild. Ausserdem ist die Stimmung unter den Bewohnern und sogar zu Fremden sehr freundlich und familiär, das ganze Leben ist eher gemütlich als gestresst. Manches - auch negatives - was auf der Welt passiert, bleibt hier ein Stück weit aussen vor. Ja, das trifft es wohl am Besten: diese Insel scheint wie ein Stück heile Welt: friedlich, sorglos, einfach, natürlich.

In Wirklichkeit gibt es auch auf Lord Howe Island  Negatives und Bedrohungen (dazu gleich mehr!). Aber seht euch vor: Wenn ihr hierhin reist, besteht die Möglichkeit, dass ihr nie mehr weg wollt! ;-)


14. Wird die ganze Insel vergiftet? - Das Paradies ist in Gefahr!


Wie schon weiter oben erwähnt, strandete das Schiff Makambo im Sommer 1918 vor Lord Howe und Ratten, welche auf dem Schiff gelebt hatten, gingen als invasive Art an Land. Auch sie fanden ein Paradies vor: Eine Insel, auf welcher viele Vögel lebten, die nicht oder nur begrenzt flugfähig waren und keine Angst kannten, sowie Insekten, die sich ebenfalls als leichte Beute herausstellten. Innerhalb weniger Jahre waren viele Tierarten ausgestorben oder am Rand der Ausrottung.




Um die Rattenplage zu bekämpfen, wurden vorerst verschiedene Eulenarten auf Lord Howe ausgesetzt. Anstatt die Ratten zu erbeuten, wählten jedoch auch diese die leichtere Beute und schadeten der einheimischen Tierwelt noch mehr.

Seither wurden viele Versuche unternommen, der Rattenplage Herr zu werden - mit Fallen, sowie mit Giftködern.
Nun wollen die Behörden versuchen, sämtliche Ratten (und Mäuse) auf einen Schlag zu töten und auszurotten - mit insgesamt 42 Tonnen Getreide-Giftköder, welche 100 Tage lang in Bewohntem Gebiet von 50-70 Menschen von Hand ausgebracht werden sollen, in unwegsamerem Gelände aber auch aus der Luft abgeworfen werden.




Das Vorhaben ist sehr umstritten, denn natürlich machen sich die Menschen nicht nur Gedanken und Sorgen über ihre eigene Gesundheit und diejenige ihrer Kinder und Haustiere. Auch die Auswirkungen auf die ganze Tierwelt, Pflanzenwelt und Unterwasserwelt der Insel, welche eigentlich geschützt werden sollte, ist unbekannt. Werden mit den Ratten auch gleich alle Vögel, Insekten und sonstige Kleintiere ausgerottet? Was ist mit den Meerestieren, mit den Korallen und auch mit den grösseren Meeresbewohnern, falls ab der Insel Giftwasser ins Meer sickert?




Es wurde schon davon gesprochen, dass die Insel für einige Zeit (1-2 Jahre) komplett evakuiert werden könnte, dass man Wildtiere einfangen und - Arche Noah mässig - irgendwo in Sicherheit halten könnte, bis die Gefahr hoffentlich vorbei ist... Auch finanzielle Fragen wurden gestellt: Wird es allenfalls Entschädigungen geben, wenn der Tourismus für längere Zeit ausfällt?

Trotz vieler Unklarheiten und Gefahren wurde der Gifteinsatz am 22.9.2017 vom Island Board beschlossen und soll um Mitte 2018 (Juni bis August) umgesetzt werden. Die Behörden beschreiben die Vergiftungsaktion als "sicher und erprobt".

Ein schwieriges Thema auf jeden Fall - und ich werde den weiteren Verlauf unbedingt verfolgen.
Die offiziellen Informations-Dokumente findet ihr hier (x)

Update im Juni 2019: Aktuell wird leider die ganze Lord Howe Insel vergiftet und für mich persönlich ist die Zukunft von Lord Howe gerade ungewiss - auch wenn ich unbedingt hoffe, dass alles gut kommt!

Was ist der Hintergrund dieser Vergiftungs-Aktion? 

Mit den ersten Schiffen, welche diese abgelegene Insel erreichten, kamen auch Ratten und Mäuse. Ohne natürliche Feinde breiteten sie sich aus - und gefährdeten gleichzeitig die einheimische Tierwelt. Nach inzwischen ca. 20 Jahre dauernden Diskussionen und Streit über Methoden, Gefahren, Sinn und Unsinn einer solchen Aktion, sollen nun innerhalb einiger Monate Tonnenweise Giftköder auf der Insel verteilt werden - und dies leider nicht nur kontrolliert an 1400 Orten der (eigentlich recht kleinen) Insel, sondern es soll an unwegsameren Orten auch Gift aus Helikoptern abgeworfen werden.


Weshalb ist die Vergiftungs-Aktion auf Lord Howe Island problematisch und bei den Bewohnern umstritten?

Die Vergiftung auf der Lord Howe Insel kann aus verschiedenen Gründen katastrophal enden:

- Noch nie wurde eine solche Aktion auf einer bewohnten Insel durchgeführt. Zwar wird gerne darauf verwiesen, dass man Erfahrung mit ähnlichen Fällen (wie zB Macquarie Island) habe, wie die Auswirkungen auf die 350 hier lebenden Menschen sein werden, die sich vorwiegend selbst versorgen und vom Tourismus leben, ist jedoch ungewiss.
- Die Auswirkungen auf die einheimische Tierwelt der Lord Howe Insel sind unbekannt, beziehungsweise es wurde in der Zwischenzeit zugegeben, dass genau diese Tiere, welche eigentlich vor Mäusen und Ratten geschützt werden sollten, genau so am Gift sterben können. Zwischenzeiglich wurde diskutiert, einige dieser Tiere einzufangen und an einem sicheren Ort zu halten, bis die Vergiftungen vorbei sind... darüber ob und wie das klappen kann - und ob es nun überhaupt gemacht wird, habe ich leider keine weiterführenden Informationen gefunden.
- Die Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem im Meer rund um die Lord Howe Insel ist komplett unbekannt! Um Lord Howe Island verläuft das südlichste Riff Australiens - ein Unterwasser-Paradies! Was damit passiert und ob die Korallen, die Fische und all die anderen Meereslebewesen die ins Meer laufenden Gift-Rückstände überleben werden, ist nicht sicher.
- Der Erfolg der Vergiftungs-Aktion ist fraglich: bekanntlich sind Mäuse und Ratten zäh und schlau, wenn es darum geht, das Leben ihrer Population zu erhalten. Es braucht nur wenige überlebende Tiere und die Vergiftung der ganzen Insel hat möglicherweise viele Schäden verursacht, aber nicht zum Ziel geführt.

Aktuelle und offizielle Informationen gibt es leider wenige, aber ich werde weiter dran bleiben!

Denn noch hoffe ich von Herzen, dass die Lord Howe Insel diese Vergiftungs-Aktion übersteht, und die Natur sich davon wieder erholen wird. Aus gegebenem Anlass rate ich euch aber dringend, euch umfangreich zu informieren, bevor ihr aktuell einen Aufenthalt auf Lord Howe Island plant.





15. Link-Liste


Zum Schluss habe ich euch eine kleine Link-Liste zu praktischen, hilfreichen und interessanten Seiten zusammengestellt:

* Flug nach Lord Howe Island in Australien - 18 Tipps und Informationen
* Detaillierte Lord Howe Island - Landkarte von Austaliangeographic mit vielen Zusatzinformationen (Lupe+ benutzen!)
* Lord Howe Island Karte mit eingezeichneten Unterkünften
* Unterkunftsmöglichkeiten und Übersicht, buchbar via Oxley Travel
* Offizielle Lord Howe Island - Seite
* Lord Howe Island - Wikipedia-Infos


Nun hoffe ich, ihr mögt Lord Howe Island trotz der momentan etwas unsicheren Zukunftsaussichten genau so sehr wie ich?


Nach unserem Aufenthalt auf dieser Trauminsel flogen wir wieder zurück nach Sydney, wo wir auch das Stadleben noch etwas geniessen wollten...


Hier findet ihr nochmals die 18 Tipps und Informationen über den Flug nach Lord Howe Island
... hier alle Informationen über Hotels und Apartments auf Lord Howe Island
... hier den Bericht: Wo die Fische "Hallo" sagen - am Ned's Beach auf Lord Howe Island
und hier findet ihr die ganze Übersicht: Traum-Australienreise



Liebe Reisegrüsse, Miuh

P.S. Gerne zeige ich meine Liebe zu Lord Howe Island auch bei in Heaven, beim Sonntagsglück, bei den Montagsfreuden, beim Natur Donnerstag und beim Freutag.

Freitag, 17. November 2017

Evolution und Exotarium im Zoo Zürich

Der Zoo Zürich liegt gar nicht so weit von meinem Zuhause entfernt und dennoch war ich schon länger nicht mehr dort. Eine von Freunden organisierte geführte Gruppen-Tour zum Thema "Evolution" freute mich deshalb sehr! Da die Führung hauptsächlich drinnen, im "Exotarium" des Zoos stattfindet, ist sie auch ein ideales Schlechtwetter-Programm.
Der freundliche Guide hat uns erklärt, dass die Evolution nicht erst mit Darwin und seinen Erforschungen begann, sondern eigentlich schon vor Milliarden Jahren während die Erde noch eine brodelnde Kugel war, auf der sich später das Wasser in den Meeren absetzte und irgendwann das erste Bakterium und somit das erste Lebewesen entstand. Im Wasser lebende Tiere entwickelten sich weiter, gingen an Land, passten sich unterschiedlichen Lebensräumen an, veränderten sich...
Besonders interessant sind jeweils diejenigen Tiere, die heute noch eine Zwischenform darstellen, aber auch Vergleiche zwischen Tieren, die ganz unterschiedliche Lebensweisen und Eigenschaften haben.

Krokodile gehören zu den ursprünglichsten Tieren - schon vom Aussehen her wird man an die Verwandtschaft mit den Dinosauriern erinnert. Durch ihre wechselwarme Lebensweise (die Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an) sparen sie sehr viel Energie und können - ebenso wie Schlangen - sehr lange von einem erlegten und verzehrten Beutetier leben. Löwen hingegen müssen schon bald wieder auf die Jagd, um ihren enormen Energiebedarf zu decken.

Schlangen haben sich aus Echsen weiterentwickelt und mit der Zeit die Beine - da sie bei deren Lebensweise oft einfach nur im Weg und lästig waren - verkleinert, bis sie in der heutigen Form gar keine mehr haben...

Am liebsten waren mir aber die Schlammspringer, die dürft ihr auf keinen Fall verpassen! Anhand dieses Tieres fühlt ihr euch, als wärt ihr direkt bei der Evolution dabei: Der Schlammspringer gehört zu den Fischen, lebt aber amphibisch und verbringt die meiste Zeit auf den Flossen watschelnd und hüpfend an Land. Er atmet durch die Kiemen und hat an Land in einer Kammer hinter den Kiemen einen Wasser-Vorrat dabei, welchen er regelmässig auffüllen muss. Ebenso schnappt und schluckt er aber auch Luft und könnte ohne ersticken.
Die Schlammspringer leben im Zürcher Zoo in einem Aquarium / Terrarium mit Mangroven, in welchem Ebbe und Flut mit sinkenden und steigenden Wasserständen simuliert werden. Nicht nur evolutionstechnisch sind sie spannend, sie sind auch sonst unterhaltsame Tiere! Die "glubschigen" Augen, der vorstehende Mund und die lustigen Bewegungen sind einfach sympathisch!

Zum ersten Mal sind mir übrigens Schlammspringer anfangs Jahr im Oman am Strand auf den mit Algen bewachsenen Steinen begegnet und haben mich da schon fasziniert.

Meine drei Tipps zum Besuch des Exotariums im Zoo Zürich:

1. Genauso wie auch die Masoalahalle ist das Exotarium ein kleiner Geheimtipp, um einen düsteren, kalten Wintertag an einem bunten und warmen Ort zu verbringen. Gleich beim Eingang taucht ihr bei den Aquarien mit exotischen Fischen und Korallen in eine ganz andere Welt ein und könnt die Schlammspringer bewundern. Etwas weiter leben die Pinguine und im oberen Stock Schlangen, Echsen und Krokodile...
2. Im Exotarium ist die Luft feucht und warm. Zieht euch also unbedingt flexibel an... Draussen mag kaltes Wetter herrschen - drinnen wird euch in der Jacke schnell zu heiss und stickig.
3. Das Exotarium eignet sich auch gut für Kinder. Sie können die Unterwasserwelten bestaunen, in den Terrarien suchen, wo sich die Tiere verstecken und manchmal auch unter Aufsicht eine Schlange anfassen. Älteren Kindern kann (mit etwas Vorbereitung oder Vorwissen) auch ohne Führung viel Spannendes zum Thema Evolution erzählt und direkt gezeigt werden.


Machen euch diese kleinen, lieben Gesichter auch so Glücklich und gut gelaunt?
Liebe Reisegrüsse, Miuh

Gerne zeige ich die Schlammspringer (und die anderen Beispiele der Evolution  natürlich ebenfalls...!) auch beim Freutag, beim Sonntagsglück, gei den Montagsfreuden sowie beim Natur-Donnerstag.



Donnerstag, 2. November 2017

Hamburg: Reeperbahn und St. Pauli für Frauen - 10 Tipps und Infos

Wie ist es, als Frau (alleine) an der Reeperbahn in Hamburg unterwegs zu sein? Welche Unterkunft ist empfehlenswert und welche Tipps und Tricks gibt es sonst noch? Fühle ich mich und bin ich als Frau sicher alleine unterwegs an der Reeperbahn?


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Vor meiner ersten Hamburg - Reise war ich kritisch eingestellt: Die erste Zeit würde ich alleine in der mir noch fremden Stadt unterwegs sein und einige Attraktionen meiner Tour waren direkt an der Reeperbahn, im Kiez geplant. Nur: wie ist die Situation an der berühmt-berüchtigten Strasse wirklich? Ich beschloss die "Flucht nach vorne" und buchte ein Hotel / Hostel direkt an der Reeperbahn - so hatte ich wenigstens nach den geplanten Feiern keinen allzu langen Heimweg mehr alleine zu gehen.


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Im Nachhinein kann ich über viele meiner Sorgen, Gedanken und Vorurteile über die Reeperbahn nur lachen... mit etwas Erfahrung, einigen Infos und Tipps ist eben vieles einfacher und deshalb gebe ich meine Empfehlungen hier gerne auch weiter:


10 Tipps und Infos für den Besuch der Hamburger Reeperbahn als Frau:


1. Die Reeperbahn ist eine an sich recht unspektakuläre, nur mässig dicht befahrene, 2x2 Fahrspuren breite Hauptstrasse, welche nicht einmal ganz 1 Kilometer lang ist. Natürlich ist sie mit den vielen Bars und Nachtclubs vor allem als zentrale Strasse des "Vergnügungs- und Rotlichtviertels" St. Pauli bekannt, doch es gibt hier auch viel Anderes zu entdecken.


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2. Wenn ihr sehr konservativ eingestellt seid, ist die Reeperbahn, sowie das ganze St. Pauli-Quartier eher nichts für euch! Es gibt hier Erotik - Boutiqen, Bars, in welchen schon Morgens getrunken wird, ein Casino, Erotik-Clubs, eine Kneipe mit Box-Keller... Ihr trefft auf wilde Jungesellen-Abschiede in allerlei Verkleidungen, sowie auf viele andere ausgelassene, feier- und trinkfreudige Menschen - und manchmal auch auf die negative Seite davon.


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3. Das Pyjama Park Hotel / Hostel (link) ist ein Glückstreffer! Es fühlt sich an, wie der sichere Hafen an der Reeperbahn: ein heller, freundlicher Ort mit viel Charme und weiblicher Power. Von den humorvoll - freundlichen, persönlichen e-mails vor- und nach dem Aufenthalt könnte sich manches 5-Sterne-Hotel noch eine Scheibe abschneiden!

Die Preise sind für die Lage günstig und gut bezahlbar, egal ob ihr - je nach Budget und Vorliebe - alleine ein Zimmer belegt, zu zweit oder in der Gruppe ein Mehrbettzimmer bucht. Ihr könnt wählen, ob ihr vorne raus mit Blick direkt auf die Reeperbahn oder in Richtung Innenhof übernachten wollt: Die Front-Seite ist (vor allem auch Nachts) tatsächlich je nach Zimmer sehr laut - aber eben auch spannend und unterhaltsam!

Das Frühstücksbuffet bot alles, was ich mir gewünscht habe und ihr könnt es auch spontan und günstig dazubuchen. Ein weiteres Plus: Das Morgenessen gibt es bis 12 Uhr Mittags.
Ich empfehle euch das Pyjama Park Hotel gerne und von Herzen, hoffe aber dennoch, dass es ein wenig ein Geheimtipp bleibt ;-)


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4. Habt immer etwas Kleingeld leicht greifbar in der (Hosen-) Tasche! Ich habe noch nie in einer Stadt so viele auf den Strassen lebende Menschen und Bettler gesehen... Wenn ihr etwas geben mögt, ist es praktischer und sicherer, wenn ihr nicht die ganze Geldbörse hervornehmen und durchsuchen müsst. Ausserdem freut sich in vielen Lokalen ein Klomann oder eine Klofrau über eine kleine Gabe fürs sauber halten - da bin ich gerne grosszügig und hoffe sehr, dass sie das Geld auch selbst behalten dürfen!


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5. Obwohl St. Pauli in erster Linie als Rotlichtviertel bekannt ist, besteht das Kiez-Quartier aus viel mehr als sexy, leichtbekleideten Frauen, Sex-Shows und Bordellen - im Gegenteil! Es leben hier ganz viele Menschen, welche gar nichts mit dem Erotikgewerbe am Hut haben. Familien ziehen hier ihre Kinder auf, man kennt sich im Quartier... im Aldi um die Ecke begrüsst an der Kasse fast jeder jeden.


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6. Es werden jede Menge spannende Reeperbahn- und Kiez-Touren zu den verschiedensten Themen angeboten, welche euch viele Informationen, aber auch ein Gefühl für die Reeperbahn und St. Pauli näherbringen. Eine davon kann ich euch ganz besonders empfehlen:

Mit dem sehr sympathischen Kiez-Kapitän Jens von der Hafenkante Hamburg hatten wir eine super Zeit. Nebenbei wusste er viel über das Quartier zu erzählen: wir haben zum Beispiel erfahren, welche Geschichten die Beatles mit Hamburg verbinden oder welche Bar eine ältere Geschichte hat, als man erwarten würde...


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7. Von der Herbertstrasse habt ihr vielleicht schon gehört: Sie ist mit Sichtschutzwänden abgeschirmt und dahinter bieten sich Prostituierte in Schaufenstern an. Um dabei ungestört zu sein, werden keine anderen Frauen als Besucherinnen der Strasse geduldet, sondern allenfalls recht rabiat vertrieben. Wenn ihr als gemischte Gruppe mit neugierigen Männern oder als Paar unterwegs seid, könnt ihr euch für die 60 Meter und ca. 5 Minuten gut aufteilen und am anderen Ende wieder treffen.

Alle anderen Ecken der Reeperbahn und von St. Pauli lassen sich auch ganz gut als Paar oder als (gemischte) Gruppe von Freunden und Freundinnen entdecken.


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8. Lokale und Clubs für jeden Geschmack, jede Musikrichtung und jede Zielgruppe gibt es an der Reeperbahn und in den Seitengassen unzählige. Neben Hamburgs Bewohnern selbst und ausgehfreudigen Leuten aus den umliegenden Regionen, sind in St. Pauli vor allem viele Touristen aus Europa und aller Welt unterwegs.


Vier Lokale und ihre Besonderheiten stelle ich euch hier vor, zu empfehlen sind aber viele andere bestimmt auch...

Im Herzblut St Pauli könnt ihr in gemütlicher Stimmung wirklich fein essen. Ab 22 Uhr wird das Licht gedimmt und die Musik lauter gedreht, so dass sich die kleine Tanzfläche schnell füllt.

Im Thomas Read Irish Pub sind erwartungsgemäss viele englischsprachige Gäste unterwegs, auf zwei Stockwerken wird Live-Musik gespielt und die Stimmung ist locker und "durstig".

Im Safari Bierdorf spielt Schlagermusik mit viel "Malle"-Einschlag. Natürlich gibt es auch Anderes als Bier zu trinken und geraucht wird leider auch drinnen ziemlich viel. Bis Ende 2013 war das Safari übrigens das letzte Live-Sex-Theater in St. Pauli.

Olivias Show Club ist eines der bekanntesten Lokale im Kiez und beschreibt sich als eines der letzten Cabarets im Stil der goldenen Zeiten.


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9. Wenn ihr euch mehr für die alten, urigen, originalen Kneipen als für Clubs interessiert, werdet ihr in St. Pauli ebenso fündig, meist in den Nebenstrassen und in kleineren Gassen. Zwei davon stelle ich euch hier kurz vor:

Das Zum Silbersack wurde schon 1949 auf einem damaligen Trümmergrundstück eröffnet. Als die Mit-Gründerin und Inhaberin, Erna Thomson 2012 88-jährig starb, setzte sich eine Interessensvereinigung  für den Erhalt der Kneipe ein und die Bar zum Silbersack wird nun vom "Ziehson" der alten Wirtin weitergeführt.

Das Hong-Kong wude 1934 von einem Chinesischen Seefahrer gegründet und wird heute von seiner Tochter Marietta geführt. Eine der Kneipen, welche noch von den lokalen Originalen besucht werden und leben.


Hong-Kong, Bar, Hotel, Hamburg, Reeperbahn, Kiez


10. Wie ist es denn nun, als Frau alleine auf der Reeperbahn unterwegs zu sein? Entlang der Strasse sind Tag und Nacht immer viele Leute, das heisst, ihr seid eigentlich nie wirklich alleine. Ausserdem herrscht enorm viel Polizeipräsenz, was euch ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit gibt.

Einen ganzen Abend lang alleine in St. Pauli unterwegs sein möchte ich zwar nicht unbedingt, bis man Partner oder Freunde irgendwo trifft oder für den Heimweg ist es aber absolut ok.

Wichtig scheinen mir im Kiez zwei Dinge: geht Junkies und offensichtlich allzu alkoholisierten Menschen aus dem Weg und geht euren Weg freundlich bestimmt, zielstrebig und mit sicherem Auftreten.


Davidwache, Polizei, St. Pauli, Kiez, Hamburg, Theater


Ja, und egal ob Frau oder Mann oder ganze Gruppe: wenn die Nacht für euch auch im Morgengrauen noch eine Fortsetzung finden soll, geht es weiter zum Fischmarkt und zur Fischauktionshalle: Tipp Nr. 6 findet ihr hier (LINK): Hamburg - Hafen, Landungsbrücken, Fischmarkt und Umgebung ... 10 Tipps +

Mein Fazit: Ob ihr nun als Frau alleine, als Frauengruppe, als Paar oder als gemischte Gruppe mit Frauen und Männern in Hamburg unterwegs seid, lasst euch die Reeperbahn und das St. Pauli Quartier nicht entgehen! Meiner Meinung nach ist es hier nicht gefährlicher als an anderen Orten, wo viele Menschen zusammenkommen und das Nachtleben tobt. Ausserdem gibt es an der Reeperbahn nicht nur viele Menschen, teilweise spezielle Typen, käuflichen Sex und viel Action, sondern auch viel Polizei.


Und nun los, guten Mut und auf nach Hamburg! Mehr zur Stadt findet ihr zum Beispiel hier:

- Hamburg - Hafen, Landungsbrücken, Fischmarkt und Umgebung ... 10 Tipps + (link)
- Der Himmel über Hamburgs Hafen und Landungsbrücken (link)

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Liebe Reisegrüsse und Moin, Miuh