Sonntag, 29. Januar 2017

Cape le Grand National Park - noch besser als jedes australische Traum-Klischee

Traumstrände, genauer gesagt: einige der schönsten Strände der Welt, weisser Sand, fast zahme Kängurus am Strand, ein Nationalpark voller Naturwunder...

Seid ihr auch schon einmal nur wegen eines einzigen Reiseprospekt-Bildes fast bis ans Ende der Welt gereist? Das ist völlig verrückt, unvernünftig und ergibt die besten Chancen, masslos enttäuscht zu werden, oder nicht? Wir haben es dennoch gewagt und einen grossen Teil unserer Traum-Australienreise rund um ein solches Bild geplant:


Wo findet ihr diesen Traum-Ort in Australien? Es ist der Cape le Grand National Park im Süd-Westen des Landes in der Nähe von Esperance und sein einziger Nachteil - vielleicht aber auch genau der Vorteil für die Natur - ist, dass er etwas abgelegen ist.

Wir haben den Nationalpark in unseren Roadtrip eingeplant und den weiten Weg gemacht, wohl wissend, dass es bei unserem Besuch nicht garantiert sein würde, auch die Kängurus am Strand anzutreffen.


Der Cape le Grand National Park (link)  ist ca 800 Kilometer Fahrt von Perth entfernt und weckt mit den Fotos perfekter, türkisblauer Buchten mit weissem Sand und Känguruhs am Strand der Lucky Bay enorme Erwartungen. Tatsächlich - eure Erwartungen werden hier bestimmt noch übertroffen und die weite Anreise lohnt sich unbedingt! Schliesslich gibt es hier nicht nur einen, sondern ganz viele traumhafte Strände, beeindruckende Felsformationen, verschiedene Vögel,  interessante Geschichte und Geschichten und eine Menge Natur pur zu entdecken. Einiges davon stelle ich euch hier vor:


Unser Start war jedoch noch nicht so traumhaft.

In der Stadt Esperance wurden wir bei der Ankunft erst einmal von trübem, stürmischem Wetter begrüsst. Keine Traum-Location weit und breit, der aufgewirbelte Sand kratzte in den Augen und wir froren in den Regenjacken mit tief ins Gesicht gezogener Kaputze. Eine kleine Enttäuschung!

Dennoch: Kurz dem Strand entlang spazieren und im gepflegten Park in der Nähe des Meeres einen feinen, aus der Margaret River Region mitgebrachten Schluck trinken, wollten wir uns gönnen. Am Horizont waren Tanker zu sehen und am Stadtrand ein kleiner Industriehafen... wo nur war das erhoffte Naturparadies geblieben? Schnell zogen wir uns in den Camper zurück.


Am nächsten Tag, bei blauem Himmel und Sonnenschein, sah alles schon ganz anders aus! Ein erster Abstecher führte uns zum "Pink Lake" (link), der allerdings gemäss Wikipedia bereits seit 2007 nicht mehr pink ist. Der Ort ist dafür ein wichiges Vogelschutzgebiet und mit der weiten Ebene des Salzsees dennoch sehenswert!

 
Schon die Fahrt in den Cape le Grand National Park war danach beeindruckend.


Beim Eingang erfuhren wir jedoch leider, dass alle Campingplätze im Park wie so oft bereits sehr früh besetzt waren (nicht buchbar, first come, first serve - Basis).

Später sahen wir auch, weshalb: Die einfachen, aber wunderschön gelegenen  Plätze wurden um- und ausgebaut und waren deshalb zum grössten Teil gar nicht belegbar.


Als Tagesbesucher in den Park fahren dürft ihr in einem solchen Fall natürlich trotzdem!


Unser erstes Ziel war dann gleich die bekannte Lucky Bay (link) - und siehe da: Ein Känguruh mit seinem Joey (Jungen) sass am Strand, als wären sie von Tourism Australia dafür angestellt worden.


Völlig zutraulich und neugierig blieben sie direkt neben uns stehen, knabberten an einer Muschel und zeigten keinerlei Scheu! Nie wurden sie wohl von Menschen gejagt oder bedroht - so schön!

Bitte füttert die Tiere auf keinen Fall, das schadet ihnen - und fasst sie auch nicht an, so kuschelig sie auch aussehen... so dass diese wundervollen Begegnungen von Menschen und Tieren auch in Zukunft noch möglich sind.


Man kann sich fast nicht von den süssen Kängurus und der schönen Lucky Bay trennen, allerdings locken noch viele weitere schöne Orte im Cape le Grand National Park.

Unser nächstes Ziel war die Rossiter Bay, die sich wie von einem Teppich aus weissen Blüten eingefasst zeigte:


Jede einzelne dieser Buchten im Cape le Grand Nationalpark ist so schön, dass ihr hier gar tagelang Zeit verbringen könntet!
Wir haben uns entschieden, auch noch mehr zu entdecken und weiter zu fahren in Richtung Whistling Rock und Thistle Cove (link):

 
Durch viele blühende Sträucher führt ein Wanderweg zu imposanten Felsformationen an der Küste und weiter über glattgeschliffene Felsplatten. Einmal mehr eröffnet sich der Blick auf eine wunderschöne, meist menschenleere Bucht mit weissem Sand und türkisblauem Wasser...


All diese wunderschönen Strände sahen so einladend aus! Da wir jedoch nicht den wärmsten Tag erwischt hatten, zogen wir es vor, uns an dieser windgeschützten Stelle auf den warmen Steinen etwas an die Sonne zu legen und die fast unfassbar schöne Aussicht zu geniessen.

Mit etwas Aufmerksamkeit könnt ihr hier auch wunderschöne, von Meer und Wind glattgeschliffene Muscheln, sowie ziemlich gut getarnte lebende Felsbewohner wie kleine Echsen sehen...
Wie immer gilt: nichts mitnehmen und die Tiere nicht anfassen oder sonstwie stören!



Einmal mehr ging anschliessend die Fahrt vorbei am Frenchman Peak (link), einem markanten Berg, oder besser gesagt, Hügel im Cape le Grand National Park...


... denn ein weiter Strand lockte uns: die Hellfire Bay (link)

In der Ferne am Horizont seht ihr hier vom Strand aus bereits die zum Recherche Archipelago Nature Reserve (link) gehörenden Inseln:


Die Hellfire Bay mit den Felsen (auf welchen ihr gemütlich sitzen und die Aussicht geniessen könnt) auf der einen und einer fast unendlichen Weite in die andere Richtung hat uns ebenso gut gefallen, wie all die vorhergehenden Buchten... 


Von all den Stränden, die wir gesehen hatten, kann ich euch keinen Favoriten nennen - aber das ist auch gar nicht nötig: wenn ihr die Region besucht, nehmt euch am Besten viel Zeit und geniesst ausführlich all die Strände, sowie das Hinterland!

Selbst hatten wir nur einen Tag für den ganzen Cape le Grand Nationalpark zur Verfügung, was wunderbare Einblicke und die Entdeckung vieler schöner Orte erlaubte. Wäre das Wetter wärmer und weniger windig gewesen, hätten wir uns aber bestimmt gewünscht, am einen oder anderen Strand etwas länger zu verweilen. 


Für uns wurde es nun langsam Zeit, das Nachtlager aufzuschlagen. Da ja im Cape le Grand Nationalpark selbst keine Plätze frei waren, hat uns die Parkverwaltung eine gute Empfehlung als Alternative gegeben:

The Duke of Orleans Caravan Park (link) hatte einen schönen Platz für unseren Camper frei. Auch hier bot sich wieder eine beeindruckende Kulisse schon während der Fahrt in Richtung Küste und Campingplatz:


Der Chef des Campingplatzes war ein lustiger Typ und auch von ihm gab es wieder einen Geheimtipp extra: ja, die Strände im Cape le Grand Nationalpark seien schön, aber sein Lieblingsstrand: der Wharton Beach, erreichbar via Wharton Road sei noch ein bisschen schöner...

Vom Parkplatz gelangt ihr auf einem kurzen Weg durch Banksia und andere Büsche zum Strand:


Der Wharton Beach besticht tatsächlich mit seinem weit hinaus seichten, türkisblauen, klaren Wasser sowie ebenso weissem, feinem Sand, wie in der ganzen Region!

Dennoch lohnt es sich, wie immer am Meer vorsichtig zu sein: dieser Strand ist, wie viele andere in Australien auch, bekannt für Strömungen (Currents / Rip) und auch vor Haien wird gewarnt, da es 2011 einen Angriff gab.

Eine Hilfreiche Seite, sich über Strände und deren Besonderheiten zu informieren, ist übrigens: Beachsafe.org.au (link)!


Der Abschied vom Cape le Grand National Park und von der Esperance Region fiel uns schwer. Nicht zum letzten Mal auf dieser Reise überlegten wir, wie es wohl wäre, hier, an diesem paradiesischen "Ende der Welt" zu leben? Würden wir mit der Abgeschiedenheit, den vielleicht auch einmal begrenzten Angeboten und Möglichkeiten klarkommen?

Zur vorherigen Ettappe gelangt ihr hier: Westliche Südküste Australiens - Traum-Buchten und unerwartete Landschaften
Zur nächsten Ettappe: Esperance - Kalgoorlie via Scaddan und Norseman findet ihr hier 
Die ganze Übersicht der Australienreise findet ihr hier: Traum-Australienreise: West- und Ostküste

Liebe Grüsse und viel Reisefreude, Miuh

Original erstellt am 29.01.2017 / 16.30h - Aufdatiert mit besseren Fotos und Text-Ergänzungen

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