Dienstag, 17. Oktober 2017

Flug nach Lord Howe Island bei Australien - 18 Tipps und Informationen

Heute erzähle ich euch im ersten Teil dieses Beitrages von unserem Flug zur Lord Howe Island, einer kleinen Insel ca. 780 km nordöstlich von Sydney weit draussen im Meer. Dabei gebe ich euch im zweiten Teil diejenigen 18 Tipps und Informationen weiter, um die ich vor unserer Reise auch froh gewesen wäre. Einige fand ich durch ausführliche Recherchen vor dem Flug heraus, andere Erfahrungen ergaben sich vor Ort.
Mehr Bilder und Informationen zur tropisch-grünen (ehemaligen) Vulkan-Insel Lord Howe selbst und wie wir auf die Idee gekommen sind, überhaupt dorthin zu reisen, zeige ich euch nächstes Mal. Bleibt also unbedingt daran, denn so werdet ihr auch erfahren, weshalb ich zum ersten Mal in meinem Leben ans Auswandern dachte.

Reisebericht


Von unserem Übernachtungs-Ort am Bondi Beach aus fuhren wir früh Morgens zum Flughafen Sydney, gaben unser Mietauto ab und machten uns auf den Weg zum Domestic Terminal 3, von wo Quantas Link regionale Ziele in Australien anfliegt. Wir wogen unser Gepäck, das für unseren Flug strikt auf maximal 14 Kilo eingechecktes und 7 Kilo Hand-Gepäck begrenzt war. Unsere letzte Sortier-Aktion war erfolgreich, wir waren nicht über der Limite - Ein Glück!

Im kleinen Propeller-Flieger mit nur ca. 30 Passagieren war die Stimmung sehr familiär. Neben einigen Touristen waren auch viele Inselbewohner im Flugzeug, die manchmal auf dem Festland etwas zu erledigen haben oder ihre Familie besuchen. Das Highlight für alle war eine junge Familie mit einem Neugeborenen Baby. Sie waren für die Geburt nach Sydney gereist und durften nun schon viele Glückwünsche entgegen nehmen.
Bevor wir losfliegen konnten, gab es für das Personal noch einige technische Abklärungen - "Paperwork" - zu erledigen. Dadurch hatten wir ein wenig Verspätung, doch wie wir später erfuhren, hatten wir dennoch Glück! Ein späterer Flieger konnte wegen technischer Probleme nicht mehr starten und der dritte der drei Flieger, welche auf der kurzen Lord Howe - Piste überhaupt landen können, war zur Revision im Hangar.
Im Flugzeug waren die Motoren ziemlich laut zu hören. Die meiste Zeit schaute ich hinaus auf das Meer, auf den sich drehenden Propeller und auf die mit Nieten zusammengebauten Flugzeugteile. Puh, einmal mehr musste ich ziemlich gegen meine Flugangst (Link) angehen.
Nach knapp zwei Stunden tauchte weit unter uns die lang gezogene Insel mit den charakteristischen Hügeln - pardon, Bergen! - auf. Ein schöner Moment. Wie rührend muss das erst für die Inselbewohner sein, wenn sie ihre Heimat so sehen!
In einer weiten Schlaufe flogen wir um die Nordspitze von Lord Howe in Richtung der schmalen, flachen Inselmitte wo sich der Flughafen befindet. Seht ihr die Piste links auf dem Bild unten?
 
Die Start- und Landebahn ist diagonal durch die Ebene gebaut, um den Platz möglichst gut auszunützen. Dennoch bleiben für Start und Landung nur ca 850 Meter - da muss alles passen!
Uns wurde gesagt, dass die Piloten hier so schnell abbremsen müssen, dass starke Kräfte auf den Körper wirken und das Ziehen der Gurte schmerzen kann. Davon habe ich zum Glück nichts bemerkt, die Landung war perfekt.
Glücklich stiegen wir aus. Das Wetter war strahlend schön, tropisch-warm mit einigen schönen Wattewolken. Das auf der Wetter-App vorausgesagte Gewitter hatte sich bereits verzogen und die Insel zeigte sich von der schönsten Seite.
Der Flughafen von Lord Howe Island entwickelte sich innert weniger Sekunden zu meinem liebsten,  besten und schönsten Flughafen, den man sich vorstellen kann!
Damit beteilige ich mich gerne auch beim Blog "Work & Travel und Backpacking" zum Thema: "Der beste Flughafen der Welt"
 
Vom Standplatz des Flugzeuges waren es nur wenige Schritte bis zu einem hübschen, weissen "Gartenzaun" und dahinter befand sich auf grünem Rasen und unter freiem Himmel so etwas wie die Ankunfts-"Halle".
 
Die Gastgeber der verschiedenen Appartements und Hotels suchten sich mit erstaunlicher Menschenkenntnis ihre Gäste heraus. Unsere Vermieterin sprach uns gleich an und lud dann unkompliziert die Taschen vom kleinen Gepäck-Wägelchen in eines der wenigen Insel-Autos. Los ging es, am Ende der Flugpiste vorbei und in Richtung Unterkunft.

 

18 Tipps und Informationen

Ihr seht, nach Lord Howe Island zu fliegen ist etwas Spezielles, manches läuft hier anders als bei sonstigen Flügen und Zielen. Deshalb habe ich euch hier 18 Tipps und Informationen zusammengestellt, die hoffentlich hilfreich, unterhaltsam und spannend sind.

*1* Lord Howe Island liegt auf der Höhe von Port Macquarie an der Australischen Ostküste ca 580 Kilometer weit draussen im Meer und 780 Kilometer weit nord-östlich von Sydney oder süd-östlich von Brisbane entfernt.

*2* Meist werden 1-3 Flüge täglich ab Sydney angeboten, an Wochenenden wird auch ab Brisbane geflogen und je nach Saison auch einmal wöchentlich ab Port Macquarie.

*3* Eine Buchung zusammen mit Langstreckenflügen (z.B. mit Quantas oder Emirates) und allenfalls anderen Inlandflügen kann sich lohnen. Bei uns hat dies den Preis von etwa 700 AUD auf etwa 200 AUD gedrückt. Im allgemeinen sind aber Lord Howe - Flüge keine Schnäppchen.

*4* Quantas Link (für Eastern Australia Airlines) fliegt ab Terminal 3 (Quantas Domestic Terminal), Gate 1a, 1b und 1c des Internationalen Flughafens Sydney (SYD) nach Lord Howe Island (LDH)

*5* Achtet gut darauf, dass ihr keine Erde an den Schuhen oder andere organische Materialien auf die geschützte Insel einschleppt.

*6* Die offizielle Gewichtslimite für eingechecktes Gepäck liegt bei maximal 14 Kilo pro Person, diejenige für Handgepäck bei maximal 7 Kilo wenn ihr nach Lord Howe Island fliegt.

*7* Es kann sein, dass trotz Einhaltung der Gewichtslimite Gepäck ausgeladen werden muss, ihr gewogen werdet und nur Handgepäck mitnehmen könnt. Der Grund dahinter: Die Piste auf Lord Howe ist nur 850 Meter lang, weshalb maximal die kleinen Bombardier Dash 8-200 dort starten und landen können. Ist der Flieger voll besetzt, kann sogar das knapp werden. Euer Gepäck wird dann mit einem der folgenden Flüge nachgeliefert. Ausländische Fluggäste und Personen mit gebuchten Weiterflügen werden bei der Gepäck-Beförderung bevorzugt.

*8* Technische Flugzeugdaten: Bombardier Dash 8-200 / 36 Passagiere / Maximale Reisegeschwindigkeit: 537 km/h / Reisehöhe 7'620m / Reichweite (mit Vollbesetzung): 1'404 Kilometer / Flugdauer knapp zwei Stunden.

*9* Die Wetterverhältnisse auf Lord Howe Island können schwierig sein. Dennoch werden die Piloten alles daran setzen, das  Flugzeug beim ersten - oder allerspätestens beim zweiten Versuch sicher auf den Boden zu setzten, auch wenn dies einmal eine etwas ruppige Landung bedeuten kann. Muss nämlich ein zweites Mal durchgestartet werden, bedeutet dies mangels weiterer Treibstoffreserven die Rückkehr zum Festland - und zwar sicherheitshalber zum nächsten erreichbaren Flughafen in Port Macquarie, nicht etwa nach Sydney.

*10* Die Wettersituation um die beiden Insel-Berge Mount Gower und Mount Lidgbird kann so unberechenbar sein, dass auch einmal tagelang nicht geflogen werden kann, obwohl ihr rundherum nur schönes Wetter mit wenigen Wölkchen seht. Rechnet deshalb immer auch einige "Puffer-Tage" in euer Reiseprogramm ein.

*11* Wenn die Flüge nach einem Wetter- oder Technik- bedingten Unterbruch wieder aufgenommen werden, dürfen als erstes diejenigen Passagiere fliegen, die auch für diesen Tag gebucht haben. Diejenigen, welche ihren Flug verpasst hatten, müssen weiterhin auf noch freie Plätze warten und hoffen.

*12* Keine Sorge: Wenn euer Flug ab der Insel nicht geht, können auch keine neuen Gäste ankommen und es bleiben somit auch Plätze in den Unterkünften für euch frei. Ihr werdet also nicht obdachlos.

*13* Es lohnt sich, am Tag vor der Abreise einmal mit dem Fahrrad beim Flughafen vorbeizufahren und die freundlichen Betreiber nach der Situation zu fragen, oder sich bei den Gastebern zu informieren, ob und wie aktuell geflogen wird.

*14* Sobald ihr auf dem Flughafen von Lord Howe ankommt, werdet ihr ihn lieben. Er besteht aus einer nur 780 Meter langen kombinierten Start- und Landepiste und einer Abstellfläche für zwei eher kleinere Flugzeuge. Rund um die Piste ist alles wunderbar grün und durch einen romantischen, weissen Gartenzaun gelangt ihr zum Vorplatz und Flughafengebäude.

*15* Der Flughafen wird auf sehr charmante und persönliche Art und Weise betrieben. Zur Ausstattung gehören neben einigen Sitzplätzen die Toiletten, ein Kiosk mit einfachem Angebot und frischem Kuchen - und eben der Schalter.

*16* Um den Transport nach eurer Ankunft müsst ihr euch nicht kümmern. Ihr werdet von euren Gastgebern abgeholt und erhält während der gemütlichen Fahrt (maximal 25km/h sind erlaubt) gleich eine erste, kurze Einweisung, alle nötigen Informationen und eine kleine Insel-Tour. Später werdet ihr wohl Fahrräder mieten, mit denen alle Orte auf der Insel gut erreichbar sind.

*17* Bucht erst dann einen Flug, wenn ihr auch die Unterkunft gebucht habt oder sicher wisst, dass noch genügend Unterkünfte frei sind. Die Anzahl der Gäste auf der Insel ist nämlich auf jeweils maximal ca. 400 begrenzt - etwa so viele, wie es auch ständige Bewohner gibt. Campen oder andere Notlösungen sind nicht erlaubt.


*18* Für die Buchung eurer Unterkunft oder allenfalls auch von Package-Angeboten mit Flug und Unterkunft empfiehlt sich die Agentur Oxley Travel (link). Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht, wurden sehr freundlich beraten und alle unsere Fragen wurden kompetent beantwortet.

Hier findet ihr alle Informationen, Tipps und Erlebnisse zu Lord Howe Island,
... hier alle Informationen über Hotels und Apartments auf Lord Howe Island
... hier den Bericht: Wo die Fische "Hallo" sagen - am Ned's Beach auf Lord Howe Island
und hier findet ihr die ganze Übersicht: Traum-Australienreise


Liebe Reisegrüsse, Miuh

Freitag, 6. Oktober 2017

Weihnachtsmärkte Link-Liste

Ja, ihr habt schon richtig gelesen... Der Winter - und damit die romantische Weihnachtsmarkt-Zeit - kommt schneller, als ihr es erwartet, auch wenn ihr nun hoffentlich erst einmal daran seid, den Herbst noch so richtig zu geniessen!
Weihnachten, Dekoration, Sydney, Australien, Harbour Bridge, Strassenlampe, Strassenlaterne, kranz
Wer als kleine Gruppe von Freunden oder als Familie in der Adventszeit verreisen möchte, sucht dennoch am Besten jetzt schon einen gemeinsamen Termin, der allen passt - nicht selten sind sonst die Wochenenden vor Weihnachten schnell verplant.
Weihnachtsbaum, Queen Victoria Building, Einkaufscenter, Sydney, Australien, Weihnachten
Für alle von euch, die gerne einen Weihnachtsmarkt etwas weiter weg besuchen möchten und dafür Hotels oder Airbnb und Flüge oder Bahntickets buchen müssen, macht es ebenfalls Sinn, jetzt mit der Planung zu starten... denn kurzfristig wird es oft teurer oder die schönsten Locations sind schon ausgebucht.

 

Hier (link) habe ich euch eine umfangreiche Link-Liste zu praktisch allen Weihnachtsmärkten im Deutschsprachigen Raum zusammengestellt, ergänzt mit kleinen Berichten, Empfehlungen und Tipps. 

 

Lasst euch inspirieren und entdeckt die unterschiedlichsten Arten von Weihnachtsmärkten und Orten, kleine, grosse, mit Rahmenprogramm oder speziellen Themen, mit besonders vielen Lichtern, eher kunsthandwerklichen Angeboten oder kulinarischen Höhepunkten... Was mögt ihr am liebsten?
Feuer, Laterne, Weihnachtsmarkt, Licht, Dekoration, Essen, Deutschland
Hier, etwas weiter unten findet ihr ausserdem eine Liste von Blogs mit Weihnachtsmarkt-Berichten, die mir besonders gefallen haben - sei es, weil sie spezielle Weihnachtsmärkte und Orte beschreiben, oder weil sie besonders schöne Fotos zeigen...

Lichter, Dekoration, Weihnachtsmarkt, Essen, Deutschland, Lichterwochen, Lichterhimmel

Und nun seid ihr an der Reihe: Verlinkt mir gerne in den Kommentaren eure liebsten Blog-Berichte über Weihnachtsmärkte - seien es eure eigenen, oder andere. (Bitte keine "Business-Links" von grossen Unternehmen, Reisebüros oder Tourismusbüros) Die Beiträge dürfen gerne auch vom letzten Jahr sein und auch wenn ihr erst in einigen Wochen - wenn die Saison richtig losgeht - einen neuen Bericht schreiben möchtet, eilt es nicht: Beiträge, welche bis Ende Dezember 2017 eingehen, werde ich mit auf die Link-Liste nehmen. Im Gegenzug freue ich mich natürlich, wenn ihr diesen Beitrag in eurem Post erwähnt und verlinkt.
Weihnachtsmarkt, Linkparty, 2017, Kranz, Lichter, Dekoration
* Den Weihnachtsmarkt-Linkparty - Button dürft ihr gerne mitnehmen... ich freue mich!
* Besonders freue ich mich auch über die Unterstützung und Bekanntmachung über Blogparaden.de (Link)


Weihnachtsmärkte - Bloglinkliste 

 

Geheimtippreisen.ch - Schönste, romantische, ursprüngliche Weihnachtsmärkte - die ganze Auswahl!

Travel-Story.ch - Colmar: farbenfroher Weihnachtsmarkt im Elsass

Travelita.ch - Adventstipp: Weihnachtsmarkt Bremgarten

Travelworldonline.de - Schönste Weihnachtsmärkte in Wien

Princess.ch - Städte-Trip: Köln im Advent

Norwegen-Fotografie.de - Der Weihnachtsmarkt in Roros - ein Traum aus einer anderen Zeit (Teil I) (Teil II)

Reisespatz.de - Welcher Weihnachtsmarkt in Regensburg ist der schönste?

Naturtrip.org - Die 9 Schönsten Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg

Bergblumengarten - Freiberger Christmarkt-Spaziergang
Ein nostalgischer Weihnachtsmarkt, mit einer grossen Pyramide und vielen traditionellen, handwerklichen Angeboten und lokalen Leckereien in der auch sonst schönen Stadt Freiberg.

Daydreamer-Kev - Tradition Made in Germany: Weihnachtsmarkt / Woher kommt der Brauch?
Der spannende Beitrag von Kevin beschäftigt sich mit dem Ursprung der Weihnachtsmärkte und der Geschichte dahinter: Welches ist der älteste Weihnachtsmarkt? Welches ist der historische Hintergrund? Weinachtsmärkte in anderen Ländern...?

Daydreamer-Kev - Die 10 schönesten Weihnachtsmärkte Deutschlands
In diesem Beitrag stellt uns Kevin seine 10 schönsten Weihnachtsmärkte aus den verschiedensten Regionen Deutschlands mit ihren jeweiligen Besonderheiten vor. Darunter sind auch einige der grössten Weihnachtsmärkte Deutschlands.

Heidis grüne Ecke - Der Wadgasser Weihnachtsmarkt - Teil 1: Vorfreude und naturfarbene Weihnachtsdekorationen
Heidis grüne Ecke - Der Wadgasser Weihnachtsmarkt - Teil 2: Weihnachtsmarktbericht und rote Weihnachtsdekorationen
Heidis güne Ecke - Der Wadgasser Weihnachtsmarkt - Teil 3: weisse und rosa Weihnachtsdekorationen
Heidi zeigt in ihren Beiträgen den besonderen Wadgasser Weihnachtsmarkt vor dem Hofhaus der Abtei Wadgassen mit Märchen-Aufführungen, Ausstellungen, lebendiger Krippe (im 2016), Feuerstellen zum Backen von Stockbrot und Braten von Kastanien... zudem präsentiert sie die vielen Gestecke, Kränze und anderen Weihnachtsdekorationen, die sie mit Familie und Freunden hergestellt hat. Lasst euch inspirieren - und vielleicht könnt ihr sie ja dieses Jahr sogar am Markt besuchen? 

Heidis grüne Ecke - Der Wadgasser Weihnachtsmarkt
Ganz aktuell zeigt Heidi im neuesten Beitrag einen begeisterten Bericht über den Wadgasser Weihnachtsmarkt mit vielen Fotos. Wirklich ein wunderschöner, liebevoll gestalteter Markt!

Heidis grüne Ecke - Der Weihnachtsmarkt auf den Vogsbauernhöfen im Schwarzwald
Auf den Höfen könnt ihr (ganzjährig) die realistischen Lebensbedingungen "von früher" besichtigen und gleichzeitig jede Menge kunsthandwerkliche Angebote bewundern und kaufen: Gestecke, Holzarbeiten, Seifen, Textiles, Krippen, Essbares... Heidi empfiehlt, frühzeitig am Tag hinzugehen, da der Markt sehr beliebt ist.

Country Living in the City - Wiesbadener Sternschnuppenmarkt
Der Weihnachtsmarkt mit den vielen zauberhaften Lichtinstallationen (mich erinnern sie etwas an Elfenflügel!) findet jeweils um das Ratshaus von Wiesbaden statt. Vielleicht mögt ihr auch einmal den Markt in Monikas Heimatstadt besuchen?

Country Living in the City - Weihnachtsmarkt Strasbourg
Hier findet ihr Monikas unglaublich bunt-romantische Nacht- und Lichterfotos vom Weihnachtsmarkt in Strasbourg. Die üppig geschmückte Elsässer Häuser möchte ich unbedingt einmal selbst sehen!

Ich will Weihnachten - Der schöne, kleine Weihnachtsmarkt in Kleinbüllesheim
In der charmanten Burg von Kleinbüllesheim findet jedes Jahr am letzten Sonntag des Novembers ein auserlesener Weihnachtsmarkt statt, mit nur ca. 15 Verkaufsständen, welche Handwerkskunst, aber auch Kulinarisches anbieten.


Ich freue mich jetzt schon auf die Weihnachtsmarkt-Saison - und auf eure Beiträge und Tipps!

Gerne zeige ich meine Weihnachtsmarkt-Vorfreude auch beim "Freutag", beim "Sonntagsglück" und bei den "Montagsfreuden"

Liebe Reisegrüsse
Miuh




Montag, 2. Oktober 2017

Welches ist die richtige Kleidung im Oman - Wie ziehe ich mich an?

Richtige Kleidung und passendes Verhalten für Reisende im Oman


Hier erfahrt ihr die verschiedenen Möglichkeiten, wie ihr euch im Urlaub als Ferien-Gäste und Reisende im traditionellen, muslimischen Oman "richtig" anziehen und verhalten könnt:

1.   Einleitung
2.   Kleidung für Frauen
3.   Kleidung für Männer
4.   Kleine Kinder
5.   Schuhe
6.   Was tragen Einheimische im Oman?
7.   Im internationalen Hotel
8.   Baden, Sonnenbaden
9.   Seit 15.1.2019: Camouflage / Tarnfarben / Military-Look Kleidung und Accessoires verboten
10. Persönliche Erfahrungen
11. Verhalten / Spezielles


-> Für viele weitere Oman-Tipps, Orte, Routen, Informationen und Geheimtipps empfehle ich euch mein Oman-Portal / Blog : Oman - Roadtrip: eine abenteuerliche Traum-Reise durch das ganze Land






1. Einleitung


Wie kam ich überhaupt in die Situation, mir über die "richtige" Kleidung in einem islamischen Land Gedanken zu machen? Unsere erste Reise in den Oman haben wir relativ kurzfristig beschlossen, geplant und gebucht. Schöne Bilder von beeindruckender, exotischer Natur hatten wir gesehen und von freundlichen Menschen gehört - das schien alles zu passen!

Mit der genaueren Planung kamen dann auch mehr und mehr Fragen auf: Wie ziehen wir uns im Oman korrekt an, wie sollen wir uns verhalten und den Menschen begegnen? Solche und ähnliche Fragen, auf welche ich vor unserer Reise kaum Antworten fand, werde ich hier  beantworten.
Möglich wurde dies einerseits durch eigene Erfahrungen nach mittlerweile vier Reisen durch den ganzen Oman, aber auch durch Gespräche mit anderen Reisenden, Expats und Omani, welche wir mittlerweile kennenlernen durften.

Der Oman ist ein sehr traditionelles, muslimisches Land. Als nicht - Muslima möchte ich Respekt zeigen und lokale Traditionen akzeptieren, jedoch ohne mich zu verkleiden oder zu verstellen. Ich suchte Wege, mich richtig zu verhalten, richtig zu kleiden und doch mich selbst zu bleiben.

Normalerweise lebe ich im Stil einer typischen Nordeuropäerin, trage im Sommer und wenn es warm ist auch gerne einmal Ausschnitt, kurze Röcke, etwas engeres oder schulterfreies... für diese Reise und als Gast im Oman habe ich meinen Kleidungsstil gerne etwas angepasst.

Eines vorweg: wenn ihr euch nicht angepasst anzieht, werdet ihr - zumindest im Oman (Achtung: in anderen Ländern kann das dramatisch anders sein!) normalerweise nicht verhaftet, zurechtgewiesen oder zurück ins Hotel geschickt.  
Omani sind zwar einerseits sehr traditionell, anderseits aber auch sehr tolerant und offen gegenüber ihren (reisenden) Gästen. Der Respekt euch gegenüber wird jedoch kleiner sein und möglicherweise entgehen euch spannende Begegnungen und Gespräche, da ihr eher gemieden werdet.
Der Zugang zur beeindruckend grossen Sultan Quaboos - Moschee (hier mehr zu den Regeln) wird euch definitiv verwehrt werden, denn dort gelten verständlicherweise strengere Kleidungsvorschriften.

In gegenseitig respektvollen Begegnungen werden unglaublich spannende Erfahrungen und Erlebnisse für alle Beteiligten möglich, die das Reisen in unbekannte Gegenden und Länder so spannend machen, deshalb lohnen sich einige Gedanken zur Kleidung unbedingt!

Hier erkläre ich euch nun, wie ihr euch im Oman verhalten und kleiden könnt, um euch den lokalen Gegebenheiten anzupassen - wie ihr islamische Kleidungsregeln respektieren und doch euch selbst bleiben könnt, auch falls ihr euch sonst gewohnt seid, ganz anders zu leben:




2. Kleidung für Frauen:


2.1. Minimum:

* Schultern bedeckt
* Beine über Knielang oder besser bis über die Fussknöchel bedeckt (zB langer Rock oder Hose)
* Kein grosser Ausschnitt
* Nicht Bauchfrei
* Nicht durchsichtig





2.2. Angepasst:

* Ganze Arme oder mindestens Oberarme bis Ellbogen bedeckt
* Beine bis zum Fussknöchel bedeckt
* Körperkonturen nicht zu sehen, weiter Rock oder weite Hosen und weites, langes (über Po) Oberteil
* Haare zusammengebunden oder bedeckt





2.3. Für den Besuch der Moschee oder allenfalls in ländlicheren Gebieten:

* Fussknöchel auf jeden Fall bedeckt
* Weites Oberteil, Arme ganz bedeckt.
* Keinerlei Ausschnitt
* Kopftuch, welches die Haare und auch den ganzen Ausschnitt bedeckt. Hier kann gut ein grosser Schal über die Haare gelegt und die Enden in den Ausschnitt geschoben werden, so ist alles gut bedeckt und hält.
* Auf keinen Fall durchscheinend / durchsichtig - z.B. kann man zur Sicherheit zwei lange Röcke übereinander tragen
* Ohne Schuhe, d.h. in Socken in die Moschee (vor dem Eingang stehen Fächer / Kästchen zur Verfügung, um die Schuhe zu deponieren.)


$

Das offizielle, weite, schwarze Überkleid für Frauen heisst Abbaya und kann zum Beispiel im Souk von Muscat (Maskat) / Mutra gekauft werden. Problemlos könnt ihr euch aber auch mit euren eigenen (zumeist wohl schon vorhandenen)  Anziehsachen passend kleiden! Mehr dazu, wie ich das gemacht habe, findet weiter unten beim Thema "Persönliche Erfahrungen"



3. Kleidung für Männer: 


* Lange Hosen
* Kurze Hosen werden - ausser beim Sport - wie "in Unterhosen unterwegs" angesehen
* Mindestens schulterbedeckendes T-Shirt, besser Hemd über Schulterlang, noch besser langärmlig
* Kopfbedeckung, wie z.B. ein Käppi - auch als Sonnenschutz.
* Nur zum Baden oder Sport: eher knielange Badehosen (keine kurzen, engen Badehosen)



4. Kleine Kinder: 


* Kinder sind absolut frei, kleine Mädchen tragen auch Kleidchen oder Röckchen, Jungs tragen Tshirts und kurze Hosen.
* Grenze ist die Pubertät, danach ziehen sich Teenies zumeist an wie Erwachsene.
* Zu besonderen Anlässen tragen manchmal auch kleine Jungs schon die Dishdasha und Mädchen traditionelle Kleidung


5. Schuhe:
 

* Geschlossene und stabile Schuhe wie Wanderschuhe oder stabile Turnschuhe empfehlen sich besonders im Gelände und in den Bergen (Schlangen, Skorpione, Steine, Trittsicherheit). Mit Religion hat dies nichts zu tun, sondern wie anderswo auch ganz einfach mit eurer Sicherheit.
* Sandalen oder Flip flops sind in der Stadt und im Alltag am bequemsten und weit verbreitet.
* In der Moschee solltet ihr auf keinen Fall Schuhe tragen, sondern nur Socken. Einige Leute besuchen die Moschee sogar Barfuss.



6. Was tragen Einheimische im Oman?


6.1. Kleidung einheimischer Frauen im Oman

Frauen tragen häufig, aber nicht immer, die Abbaya (ein schwarzer Umhang) über modernen, teilweise auch westlichen Kleidern oder über weiten Hosen und langem, weitem Oberteil. Haare, Hals und Ausschnitt  sind in den allermeisten Fällen komplett bedeckt.

Vor allem in ländlichen Gebieten, in den Bergen, im Süden oder bei Nomaden ist auch sehr bunte Kleidung verbreitet. Dabei wird ein grosses, oft über bodenlanges, buntes Tuch über allem Anderen getragen, sowie oft ein Gesichts-Schleier mit Steg über dem Nasenrücken, welcher nur die Augenpartie frei lässt.



6.2. Kleidung einheimischer Männer im Oman

Männer tragen meist die Dishdasha, ein traditionelles, langes, oft weisses (gibt es aber z.B. auch in grau oder braun) Gewand, sowie ebenfalls praktisch immer Kopfbedeckung: die Kummah, eine runde, omanische Kappe oder den Massar, ein um den Kopf gewickeltes (Kaschmir-) Tuch. In der Freizeit tragen jedoch auch Omani durchaus einmal Jeans und zum Sport oder schwimmen gehen kurze (doch meist knielange) Hosen...



 6.3. Kleidung von Ausländern / Expats im Oman

Im Oman arbeiten auch viele Ausländer, z.B. Inder und Pakistani, aber auch Angehörige vieler weiterer Nationen. Diese kleiden sich meist in ihrer eigenen Tradition: weite, lange Hose mit einem weiten, langen Hemd darüber (Männer) - oder einen langen Rock kombiniert mit einem Oberteil und einem leichten Tuch (Frauen).

Männer lassen den Kopf unbedeckt und ebenso die Frauen ihre Haare, wobei sie diese meist zusammenflechten.




7. Im internationalen Hotel:


Oft arbeiten in den Hotels viele ausländische Angesellte (Inder, Pakistani, Bangladeshi, Philippinos), gerade auch im Pool-Bereich. Sie sind sich internationales, auch leicht bekleidetes Publikum gewöhnt.

Bikini / Shorts sind zum Baden und Sonnen am Hotel-Strand und am Pool absolut akzeptiert und normal - es gibt auch entsprechende Werbeprospekte und Hotelfotos online.

Nie jedoch ist "oben ohne" für Frauen oder FKK für Frauen oder Männer erlaubt.

Bitte zieht euch zum Essen gehen, zum an die Reception gehen im Hotel oder beim Ausflug in die Stadt wieder entsprechend moderat an.

Auch Abends im Hotelrestaurant ziehen sich die meisten Gäste eher "westlich" an, es gibt aber auch Gäste aus der Region, welche absolut traditionell angezogen sind. Beides funktioniert mit gegenseitigem Respekt wunderbar nebeneinander.

Alle diese Freiheiten gelten in internationalen Hotels. Wenn ihr in kleineren, eher lokalen Hotels übernachtet, oder in eher ländlichen Regionen, ist normalerweise mehr Zurückhaltung angebracht.



8. Baden, Sonnenbaden:


Wie schon erwähnt: am Hotel-Pool und Strand internationaler Hotels sind Bikini, Badeanzug oder Shorts zum Baden absolut akzeptiert.

An einsamen Stränden, wo ihr weit und breit niemanen seht, könnt ihr ebenfalls Bikini, Badeanzug und Shorts tragen. Nehmt euch ein grosses Tuch in die Nähe, so seid ihr schnell etwas "angezogen" falls doch andere Strandbesucher oder Fischer ankommen würden.

Sobald ihr jedoch an Orten mit vielen Menschen und auch Einheimischen seid, verhaltet euch bitte angepasst. Dies kann auch heissen, dass man als Frau zum Beispiel in einem Wadi in Kleidern, das heisst in langem (blickdichtem!) Shirt und Hose badet.

Auch wenn diese Anstandsregel von vielen Touristen ignoriert wird - oft sogar, obwohl Schilder darauf hinweisen - heisst dies nicht, dass auch ihr euch ebenfalls so respektlos verhalten sollt. Mit etwas Zurückhaltung tragt ihr dazu bei, dass auch in Zukunft das Verhältnis von Einheimischen und Besuchern von gegenseitiger Toleranz geprägt ist.




9. Seit 15.01.2019: Camouflage / Tarnfarben / Military-Look Kleidung und Accessoires verboten


Camouflage / Tarnfarben / Military-Look Kleidung oder Accessoires zu tragen wurde im Oman ab Januar 2019 verboten. Wie in einem kurzen Artikel vom 13.1.2019 in der Times of Oman (hier) veröffentlicht wurde, hat die PACP (Public Authority for Consumer Protection) mit dem Ministerial Decree 9/2019 im Artikel 1 verboten, Camouflage / Tarnfarben / Military-Look Kleidung oder Accessoires zu tragen und im Artikel 2 Strafen für Zuwiderhandlungen angesagt.

Das Tragen von Camouflage / Tarnfarben / Military Look Artikeln wird mit einer administrativen Busse von mindestens 50 OMR bestraft und im Fall von wiederholten Widerhandlungen weiterhin jeden Tag 50 bis maximal 2000 OMR (50 OMR sind aktuell ca. 115 EUR, 2000 OMR sind aktuell ca. 4´550 EUR) - ihr seht: zwar kommt ihr nicht gleich ins Gefängnis, aber das brechen dieses neuen Gesetzes lohnt sich dennoch nicht unbedingt. Wie die Behörden dabei gegenüber Touristen auftreten (bisher habe ich ausser für den Zutritt in die Moschee extrem viel Toleranz gesehen!), ist noch nicht bekannt.

Für Händler war das Importieren von Kleidung und Accessoires in Camouflage Farben bereits seit längerem verboten. Wie in einem Artikel der Times of Oman vom 24.2.2018 (hier) nach einer Inspektion nochmals informiert wurde, besteht dieses Verbot bereits seit 2015. Genau so wie Militär- und Tarn- Muster nicht erlaubt sind, gilt dies übrigens auch für Artikel mit unmoralischen Bildern, Sätzen oder Logos darauf, zum Beispiel auch beleidigende Worte, sowie Statements gegen Religionen oder für terroristische Organisationen.

Keine Sorge: die beliebten, auch von mir hier empfohlenen Naturfarben wie beige, olive, etc. sind pur vom Verbot nicht betroffen! Es geht wirklich nur um die gefleckte Kleidung, eben im Camouflage- / Tarnfarben- / Military- Look und zwar egal, ob die Grundfarbe Militärgrün, Grau oder (in Wüstenländern weit verbreitet) Beige ist.

Der Oman ist übrigens nicht das einzige Land, welches Camouflage - Kleidung für Private verbietet: weitere Länder sind gemäss Wikipedia (hier): Antigua, Barbados, Grenada, Jamaica, Philippinen, Saudi Arabien, Saint Lucia, Trinidad and Tobago, Zambia, Zimbabwe und Nigeria.



10. Persönliche Erfahrungen


10.1. Garderobe planen und packen:

Zuerst habe ich alle meine Kleidung nach passenden Teilen durchsucht und bin erstaunlich oft  fündig geworden: Da gab es neutrale T-Shirts und Sweatshirts mit kleinem Ausschnitt, beige Hosen, viele Schals und dünne, leichte Cardigans oder Jäckchen aus Baumwolle.

Dazu habe ich zwei Knöchellange Röcke bestellt - in schwarz und grau, vielfach kombinierbar, einfach und bequem auch bei sehr heissem Wetter. Zusätzlich habe ich drei leichte Tunika-Blusen in Naturmaterialien gekauft, mit langen, bzw. 3/4 Ärmeln und kleinem Ausschnitt, jeweils 1-3 Nummern grösser als ich sonst trage.

Als Schuhe wählte ich sehr bequeme, flache, beige Sandalen für Alltag, Strand und Stadt. Einige von euch werden hier vielleicht Flip-Flops bevorzugen und die passen genau so gut!  Stabile, gut stützende Turnschuhe oder Sneakers mit grobem Profl sind perfekt für Wanderungen, Touren in die Berge und Wüste, sowie ein Paar einfache, schwarze Pumps mit kleinem Absatz für Abends im Hotel.



10.2. Garderobe für die Frau in der Praxis:

Tagsüber, auf Reisen oder für Touren, war mir am wohlsten im langen, grauen Rock oder in den beigen Hosen, kombiniert mit einer leichten Tunika-Bluse oder einem T-Shirt. Die Outfits variierten etwas, je nach Region, in welcher wir unterwegs waren.

Auch für den Weg zum Pool oder Hotelstrand war ich jeweils mit langem Rock und Tunika-Bluse (und darunter das Bikini) einfach, schnell und jeweils gleich wieder richtig angezogen.

Für den Besuch der Moschee wählte ich den schwarzen Rock (und darunter den grauen, um sicherzustellen, dass nichts durchscheint), darüber ein schwarzes T-Shirt, den schwarzen Cardigan und einen schwarzen Schal. Alles in schwarz wäre nicht nötig gewesen, aber ich mochte es so.

Abends trug ich meist den schwarzen Rock, kombiniert mit einem buntem T-Shirt und dem leichten, schwarzen  Cardigan oder mit einem schwarzen T-Shirt und einem bunten Schal. Gerade in westlich orientierten Hotels und deren Restaurants könnt ihr aber auch eure "normalen" Kleider anziehen.

Weite Kleidung in hellen Farben und Naturtönen war tagsüber und in der Sonne am angenehmsten zu tragen. Gerade auch die langen, weiten Röcke habe ich sehr schätzen gelernt im warmen Klima!

Den Kopf habe ich tagsüber meist mit einem Glarnertüechli bedeckt und vor der Sonne geschützt. Dieses passt einerseitz zur moderaten Kleidung, bewahrt aber auch vor Sonnenbrand und Sonnenstich -  ich trage es deshalb nicht nur im Oman, sondern schon lange an allen sonnig-heissen Reisezielen. Wird es doch einmal kühl und zugig, wärmt ein Glarnertüechli auch den Hals tipptop. Es ist somit ein buntes, kleines Accessoire, welches vielfältig anwendbar ist und immer Platz findet in meiner Tasche. Vielleicht mögt ihr aber auch lieber ein Käppi oder einen Sonnenhut tragen?

Einen Schal hatte ich immer dabei - sei es, um die Haare zu bedecken, wenn wir in abgelegeneren Gebieten unterwegs waren, um mich in der Wüste vor einem Sandsturm und der Sonne zu schützen (perfekt, kombiniert mit einer Sonnenbrille!) oder um mich zu wärmen (Nachts, oder in den Bergen)



10.3. Garderobe für den Mann in der Praxis:

Langärmlige oder kurzärmlige Hemden aus Naturmaterialien wie Leinen und Baumwolle - für tagsüber zumeist in weiss und beige, für Abends nach Lust und Laune.

Beige Hosen aus Naturmaterialien (Leinen oder Baumwolle) sind am angenehmsten für tagsüber, Jeans oder andere dunkle Hosen für Abends.

T-Shirts und Badehosen für Hotel-Pool und Strand

Kopfbedeckung, z.B. Käppi, als Sonnenschutz! Unterwegs haben wir auch eine Kummah (bestickte, omanische Kopfbedeckung) gekauft. Die Meinungen, ob sich Ausländer mit dieser traditionellen Kopfbedeckung allenfalls lächerlich und unbeliebt machen oder nicht, gehen im Internet auseinander. Unsere Erfahrung war, dass mein Begleiter damit extrem freundlich behandelt und gegrüsst wurde - sowohl persönlich als auch im Auto.



11. Verhalten / Spezielles


* Mit Fussflächen und sowieso mit Schuhflächen nicht auf jemanden zeigen -  dies ist eine Beleidigung!

* Rechte Hand = reine Hand - zum essen, Hand geben, winken, etwas engegennehmen...

* Linke Hand = unreine Hand - für die Reinigung nach dem Toiletten-Gang

* Immer hilfreich und für alle möglichen Situationen gut ist ein grosses Tuch oder ein Schal.

* Zum Verhalten während des Rufs des Muezzin habe ich leider keine Informationen gefunden - wir haben uns jeweils einfach ruhig verhalten.

* Während des Ramadan gelten spezielle Regeln und mehr Rücksichtsnahme kann gefragt sein - hier (link) einige Hinweise.

* Alkohol ist im Islam offiziell nicht erlaubt, er wird jedoch in internationalen Hotels (welche eine Lizenz dafür beantragen müssen) und in Hotelrestaurants an Touristen ausgeschenkt, wobei die Zeiten teilweise eingeschränkt sein können. Fürs Auto fahren gilt die nullpromille-Grenze!

* Öffentlich als Paar Zuneigung zu zeigen, z.B. Küssen, Kuscheln, etc. ist nicht erlaubt. Sich an der Hand zu halten wird im Allgemeinen akzeptiert.

* Bitte fotografiert Menschen nicht ungefragt! Männer und Kinder mögen gerne einwilligen, viele Frauen sind aber gar nicht einverstanden oder gar begeistert, fotografiert zu werden. Fragt vorher jeweils unbedingt - das geht auch non-verbal ganz gut.

* Viele Omani werden einer Frau nie die Hand geben, was als Anstand und Zurückhaltung gegenüber der Frau, sowie als Respekt gegenüber deren Mann / Begleiter gilt. Stattdessen gibt es die schöne Geste: sich die rechte Hand auf die Herzgegend legen und freundlich nicken.

* In ländlichen Regionen kann es vorkommen, dass ihr als Familie, Paar oder alleine reisende Frau im Restaurant direkt in einen "Family Room" des Restaurants und nicht in den allgemeinen Gastraum gebracht werdet. Diese kleine Kabinen werden durch einen Vorhang vor den neugierigen Blicken anderer (Männer) geschützt, sind oft mit einer Plane am Boden ausgestattet, auf welcher man isst, für ausländische Gäste stehen aber manchmal auch Tische bereit.

* Homosexualität ist offiziell nicht erlaubt. In internationalen Hotels sind natürlich Buchungen von zwei Männern oder zwei Frauen möglich (und auch ziemlich häufig!), in der Öffentlichkeit solltet ihr euch jedoch eher unauffällig und zurückhaltend verhalten. Eigentlich gilt dasselbe für alle Paare: keine öffentlichen Zärtlichkeiten.

* Ein freundliches, offenes "Salam" (ausgesprochen: "Schalam") als Begrüssung geht immer! Salam (Wiki-Link) heisst in etwa: Frieden, Gesundheit, Wohlbehaltenheit. Die ganze Grussformel wäre eigentlich "Salam alaikum" - "Friede sei mit euch", aber das hört man seltener.

* Omani sind im Allgemeinen sehr gastfreundlich, hilfsbereit und interessiert. Zeigt als Reisende gerne auch Interesse und sprecht mit den Menschen, welchen ihr begegnet, daraus können spannende Gespräche und Begegnungen entstehen!


Habt ihr noch Fragen, eigene Tipps oder Empfehlungen? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare.
Wenn möglich werde ich diese beantworten und und noch integrieren.

 

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Liebe Reisegrüsse
Miuh

* Einige Fotos in diesem Beitrag wurden von meinem Reisebegleiter aufgenommen und ich darf sie mit seiner Einwilligung nutzen. Diese Fotos entstehen genauso dem (c) Copyright wie alle anderen Inhalte dieses Blogs.

Samstag, 30. September 2017

Tag und Nacht am legendären Bondi Beach in Sydney

Bondi Beach ist einer der legendärsten Strände in Sydney - und sogar als nationales Denkmal in die "Australian National Heritage List" eingetragen! Genau hier lag nun unser Ziel, nachdem wir mitten in die Stadt hinein und über die Harbour Bridge (link) gefahren waren.

Bondi Junction liegt nicht allzu weit (ca. 1/2 Auto-Stunde) von Sydney's Flughafen Kingsford Smith International Airport entfernt (wo wir am nächsten Tag weiter fliegen würden) und ist zudem Sehnsuchtsort und Traumziel vieler Australien-Reisender.

Wellensurfer, Junge, Sprachschüler aus aller Welt, Australier, Familien,... sehr viele verschiedene Menschen scheinen sich hier zu treffen. Dennoch ist der Stadt-Strand genügend gross, um Platz für alle zu bieten.
Eine Unterkunft zu finden, war richtig schwierig, doch schlussendlich waren wir glücklich! Über Airbnb fanden wir ein Zimmer in einer sehr netten Männer-WG mit Katze, gleich auf der rechten, südlichen Seite des Bondi Beach und direkt am Startpunkt des "Bondi to Bronte Costal Walk" (link).
Zuerst einmal setzten wir uns jedoch auf ein Mäuerchen am Bondi Beach, assen etwas Kleines und ruhten uns nach der langen Autofahrt ein wenig aus.Bei drückenden über 40 C waren wir (hier) der Ostküste entlang in Richtung Sydney gefahren und auch jetzt noch war es brütend heiss!
Wir schauten aufs Meer hinaus, wo die Wolken eine gruselige Darbietung boten und sich eine Wetterfront in unsere Richtung schob. Dann kamen Windböen auf und innerhalb weniger Minuten fielen die Temperaturen von ca. 40 auf 25 C - Ein sehr beeindruckendes und deutlich fühlbares Wetter-Schauspiel!
Wie auf Kommando standen praktisch alle Bondi Beach-Besucher gleichzeitig auf, packten ihre Sachen zusammen und verliessen den Strand. Sie lagen nicht falsch! Auch für uns wurde es Zeit, unsere Unterkunft zu entdecken, bevor wir vom Regen total durchnässt wurden.
Dort konnten wir unsere Sachen waschen, das Gepäck neu ordnen und aussortieren - denn für den nächsten Reise-Abschnitt  war wieder eine Gewichts-Beschränkung angesagt...
Nach dem Regen und mit der tief stehenden Sonne war die Stimmung ganz anders und ich konnte mich an der Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster direkt auf den Bondi Beach kaum sattsehen.
Hier war es auch, als ein Freund  mich anrief und fragte, ob es uns gut gehe - ob wir noch lebten? So erfuhren wir erst von den verheerenden Busch-Bränden (link) einige Tage zuvor nördlich von Esperance.
Sydney's Stadtteil Bondi ist quirlig und lebendig, entlang der Strandpromenade und in den Strassen dahinter verteilen sich gut besuchte Bistros, Bars, Restaurants, Läden... Das Leben hier ist nicht günstig - auch unsere Gastgeber hatten mehrere Jobs und haben zusätzlich mit der teilweisen Vermietung eines Zimmers ihre Mietkosten etwas gesenkt. Wenn ihr hier wohnt, habt ihr dafür einen Traum-Strand vor der Haustür, es läuft immer etwas und eure Verkehrsverbindungen in die Innenstadt sind ebenfalls gut.
Genau so legendär und cool wie der Bondi Beach selbst ist der Bondi Icebergs Pool, ebenfalls wie unsere Unterkunft am südlichen Ende des Strandes gelegen. Seine Schwimmbecken (ganzjährig zugänglich) mit dem blauen Wasser, umrahmt von Felsen und dem Meer werden vor allem im Australischen Winter von Schwimmern genutzt, welche aber nicht zimperlich sein dürfen: die Wassertemperatur beträgt manchmal nur 15 C, Wellen klatschen vom Meer her über den Rand des Beckens und füllen es mit frischem Meerwasser.

Ein Tipp: Was von aussen wie ein Club nur für privilegierte Nutzer aussieht, ist auch für euch zugänglich! Der Zutritt zum Pool (link) kostet euch AUD 6.50 (inklusive Sauna) oder ihr gönnt euch im Bistro darüber (link) einen Drink oder etwas zu essen - und natürlich die grandiose Aussicht!
Als wir Abends vom Essen zurückkamen, sahen wir wie das recht aufgewühlte Meer eins nach dem anderen Mal an die Felsen schlug und das Wasser weit hoch und ins Schwimmbecken spritzte. Kein Pool, in dem ich bei Sturm baden möchte, aber sehr faszinierend und beeindruckend zum Zusehen!
Nach einer kurzen Nacht mit leisem Meeresrauschen im Hintergrund, standen wir früh auf, streichelten der Gastgeber-Katze nochmals über den Kopf, packten unsere Taschen ins Auto und fuhren los in Richtung Flughafen. Ein neues Abenteuer, noch eine Insel, wartete auf uns...
Hier findet ihr die letzte Etappe: Sydney: Beeindruckende Fahrt über die Harbour Bridge und Maut-Falle
So ging die spannende Reise weiter: Flug nach Lord Howe Island bei Australien - 18 Tipps und Informationen
Hier findet ihr alle Informationen, Tipps und Erlebnisse zu Lord Howe Island,
... hier alle Informationen über Hotels und Apartments auf Lord Howe Island
... hier den Bericht: Wo die Fische "Hallo" sagen - am Ned's Beach auf Lord Howe Island


und hier die Übersicht zu allen Etappen der Traum-Australienreise

Liebe Reise-Grüsse
Miuh

P.S. Gerne zeige ich meinen Wetterwechsel heute bei der Raumfee (link), welche heute über einen sehr viel ernsteren "Wetterwechsel" schreibt.

Sonntag, 3. September 2017

Sydney - Beeindruckende Fahrt über die Harbour Bridge und Maut-Falle

Mit dem Auto von weit her durch die letzten Hügel in Richtung Sydney zu fahren und in der Ferne die ersten Hochhäuser zu sehen, ist ein ganz besonderes Gefühl.
Wir konnten Anfangs kaum glauben, dass wir bald da waren, fuhren durch Aussenquartiere, näherten uns den von weitem gesehenen Hochhäusern und bemerkten, dass diese immer noch nicht die Innenstadt, sondern ebenfalls Vororte waren.
Ja, Sydney ist gross und mit gut 5 Millionen Einwohnern (ca. so viele wie Berlin und München zusammen!) die grösste Stadt Australiens.
Doch dann ging es plötzlich schnell... Schilder wiesen auf die Harbour Bridge hin und obligatorische Maut-Gebühren (Toll Charges) wurden angekündigt - zahlbar nur mittels einem elektronischen System (Tag) oder mit einem hinterlegten Konto (Pass)... beides hatten wir als Touristen natürlich nicht!
Was tun? Auf der mehrspurigen Autostrasse mit ziemlich dichtem Verkehr blieben nicht viele Möglichkeiten: Weiterfahren - das ist unsere Route - und schauen, was passiert...
Und da lag sie auch schon vor uns: die Sydney Harbour Bridge und die Innenstadt im Hintergrund.
Ein beeindruckender Anblick: So hatten wir die Harbour Bridge noch nie gesehen. Aus allen möglichen Perspektiven hatten wir das Wahrzeichen Sydneys schon angeschaut und fotografiert, aber nun selbst darüber zu fahren war ein spezielles Erlebnis. Ein wenig gehörten wir nun dazu und wir wussten, dass man uns aus den Hochhäusern als kleines "Spielzeugauto" im grossen Verkehrsfluss wahrnehmen konnte, genau so, wie wir aus den Panorama-Fenstern des Shangri-La Hotels jeweils auf die "kleinen" Autos herunter geschaut hatten.
Die Konstruktion der Harbour Bridge sieht tatsächlich auch aus dieser Perspektive grossartig und fast überwältigend aus. Von den Einheimischen wird sie jedoch entsprechend ihrer Form simpel "Coat Hanger" (Kleiderbügel) genannt.
All die Stahlträger und die ca. 6 Millionen Nieten der Brücke zu streichen dauert jeweils um die 10 Jahre und verbraucht 30'000 Liter Farbe (mit Spritzpistolen aufgetragen). Sobald die Malerarbeiten einmal "beendet" sind, wird gleich wieder angefangen. (Wiki-Link für mehr Infos)
Die Sydney Harbour Bridge gilt als "breiteste Brücke der Welt mit langer Spannweite": darüber führen insgesamt acht Strassenspuren (wovon eine Bus-Spur), zwei Bahngleise, ein Fahrradweg und ein Fussweg. Zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer (bei einer Panne soll man auf Hilfe warten) sowie für die Tageszeit-abhängige (2.50-4.00 AUD)  Maut wird die Brücke rund um die Uhr überwacht.
An die Maut dachten wir bei der Überquerung der Brücke längst nicht mehr, auch angehalten wurden wir nirgendwo. Alles gut also?

Tatsächlich müsst ihr aber die Gebühr auch bezahlen, wenn ihr weder Tag (elektronische Übermittlung) noch Pass (Hinterlegtes Konto) habt und die Sydney Harbour Bridge in Südliche Richtung (in Richtung Innenstadt) benutzt. In Richtung Norden (stadtauswärts) ist sie kostenlos.
Die einzige (leider etwas umständliche) Alternative ist das Begleichen der Toll Charges (Maut-Gebühr) innerhalb von zumeist 48, manchmal bis 72 Stunden via Telefon.
Am Besten fotografiert ihr schnell die entsprechenden Schilder am Strassenrand, sobald ihr sie seht und somit bemerkt, dass ihr auf eine Maut-Pflichtige Strasse oder Brücke fährt. Auf den Schildern ist jeweils auch die Telefonnummer vermerkt, auf welche ihr innerhalb der nächsten 48-72 Stunden anrufen und die Maut begleichen müsst.
Alternativ könnt ihr vor oder nach der Fahrt online heraussuchen, auf welcher Strecke ihr genau unterwegs sein werdet / wart, und innerhalb von 48-72 Stunden auf die entsprechende (für jede Maut-Strecke eine andere!) Nummer anrufen und bezahlen.
Ignorieren (ja, das haben wir leider getan) ist übrigens bei Weitem die teuerste Methode, zu bezahlen.
Anstatt 2.50-4.00 AUD Maut für die Benutzung der Harbour Bridge plus 55 Cent bis 1.10 AUD Gebühr verlangen nämlich die Australischen Behörden in solchen Fällen zusätzlich 10 AUD Bearbeitungsgebühr (Toll Notice Administration Fee) und die Mietwagen-Firmen belasten eure Kreditkarte mit (je nach Vertrag) um die 75 AUD Bearbeitungsgebühr.

Für die Überquerung der Sydney Harbour Bridge haben wir also insgesamt 88 AUD bezahlt. Unbezahlbar toll war die Fahrt dennoch :-)

Damit euch solche Kosten erspart bleiben, hier zwei praktische Links:
- Offizielle Informationen von RMS Roads and Maritime Sydney (englisch)
- Maut-Informationen für Australien von Global Campers (deutsch)
Hier findet ihr die letzte Etappe: Heisse, grüne Ostküste Australiens - mit Übernachtung in Port Macquarie
und hier die Übersicht zu allen Etappen der Traum-Australienreise

Liebe Reisegrüsse, Miuh

P.S. Wenn euch mein Blog mit den Tipps und Reiseberichten gefällt, freue ich mich natürlich besonders, wenn ihr ihn abonniert, teilt und weiterempfehlt... - es wäre doch zu schade, wenn ihr die nächsten Etappen verpassen würdet?  :-)