Sonntag, 14. August 2016

(Essbare) Pflanzen auf den Maltesischen Inseln

Bei Spaziergängen auf den Maltesischen Inseln (mit Gozo und Comino) begegnen euch mitten in der Natur,  am Wegesrand, auf brachliegenden Bauplätzen oder irgendwo an einer Mauer immer wieder Pflanzen, die  bei uns meistens nur im Lebensmittelgeschäft zu finden sind.
Hier seht ihr zum Beispiel eine Kapernblüte und eine Kapern-Knospe. Sind die Blumen nicht wunderschön? Die Knospen (aber auch die Kapernfrüchte) werden in Essiglake oder in Salz eingelegt und so haltbar gemacht. Auf Malta werden sie oft als würzige Beilage über Salate und andere Gerichte gestreut. Als essbares Souvenir habe ich mir diese hier am Markt von Marsaxlokk gekauft und dabei auch gleich erfahren, wer sie wo von den üppigen Büschen gepflückt hat. (nämlich die Mutter der Marktverkäuferin)

 

Auch Pflanzen oder Kräuter, die es bei uns so oder ähnlich ebenfalls gibt, sind mir besonders aufgefallen und natürlich auch Sträucher, Stauden und Blumen, die hier in den kälteren Regionen nur mit viel Pflege oder gar Winterschutz überleben (wenn überhaupt...).
Der Kümmel (Maltesisch: Kemmuna) wächst hier so zahlreich, dass wahrscheinlich sogar der Name der Insel Comino von ihm stammt. Die ehemaligen Blütenstände sind im frühen März noch grün und reifen später ab.

Was links aussieht wie ein grüner Riesen-Spargel, ist eine heranwachsende Blüte der Agave. Auch sie wachsen hier auf den Maltesischen Inseln sehr zahlreich. Agaven blühen erst nach Jahrzehnten mit einer der grössten Blüten, die es in der Pflanzenwelt gibt - danach sterben sie leider ab.

Thymian wächst auch bei uns und übersteht meistens sogar den Winter. So schöne, grosse, wildwachsende Polster wie auf Comino kannte ich jedoch bisher noch nicht. Es ist eine der Pflanzen, welche die laue Luft auf Comino so würzig macht! Im Frühling sind auch noch unzählige kleine, violette Blüten zu sehen, später nur noch die immergrünen Pflanzen.

Und woran erinnert euch diese Pflanze / Blume? Sie wirkt wie eine kleine Artischocke...  und tatsächlich sind es wilde Artischocken / Kardunkel-Artischocken / Kardonien (*), die teilweise blühen. Ebenso wie bei der Artischocke gäbe es (allerdings sehr kleine) essbare Teile und die Pflanze wird für viele Medikamente verwendet.

Wirklich an jedem Strassenrand, auf Feldern und Brachflächen wächst auch der Wilde Fenchel mit der schönen Blüte / Blütenknospe im Frühling. Er wird von den hübschen Häuschenschnecken heiss geliebt und bis im Spätfrühling / Frühsommer oft kahlgefressen.

Kapuzinerkresse kennt ihr bestimmt, denn die gibt es auch bei uns, aber so üppig wuchernd und mit unzähligen leuchtenden Blüten wie an den Strassenrändern in Maltas Wohnquartieren kannte ich die Pflanze noch nicht.

Dieses eher unscheinbare Kraut mit den ebenso unauffälligen Puschel-Blüten erinnert an unseren Spitzwegrich. Die südländische Variante hier heisst Hasenfuss-Wegerich (*)

Diese auf den ersten Blick unauffälligen Pflänzchen mit den typischen gelben Kreuzblüten, die an den unwirtlichsten Orten wuchsen (am Strassenrand und auf einem Schotterfeld hinter dem Flughafen von Malta) sind wilder Rucola / Rauke. Später haben wir Rucolapflanzen auch noch an einer weniger exponierten Stelle in der Nähe des St. Peter's Pool gefunden - dort wären sie wohl weniger voll von Abgasen und eher geeigneter für einen Salat...


An einem Spazierweg in einer Wiese in der Nähe von Pembroke / St. Julians  haben wir dieses Pflänzchen gesehen, das es auch bei uns gibt (und dessen hängende, blaue Blüten einige Leute gerne über den Gurkensalat streuen): der Borretsch

Ein wunderschöner Zitronenbaum, wie er auf Malta in vielen Gärten wächst! Kleinere Exemplare davon gibt es auch bei uns... aber so sorglos über den Winter draussen lassen, ginge hier nicht.

Wohl am erstaunlichsten sind die Bäume, auf denen Rosa Pfeffer wächst... ich hätte solche Pflanzen eher in Südamerika erwartet, als auf Malta. (Wiki-Informationen)  Genau genommen ist der "rosa Pfeffer" gar kein Pfeffer, sondern eine aromatische Beere, welche oft bunten Pfeffermischungen  beigemischt wird.

Auf den Maltesischen Inseln gibt es extrem filigrane Blümchen, aber auch imposant gross gewachsene Pflanzen und Blüten. Die bei uns nicht winterharten Geranien  wachsen auf Malta teilweise zu beeindruckenden, bis zwei Meter grossen Büschen heran, da sie im Winter nicht zurückfrieren oder geschnitten werden, sondern immer weiter wachsen und unten langsam verholzen.

Im Frühling könnt ihr auf Malta sehr viele Wildblumen bewundern!  Später im Hochsommer haben die Pflanzen auf Malta, Gozo und Comino das Problem, dass es extrem heiss und trocken wird, was viele der zarten Pflänzchen nicht überstehen... sie trocknen aus oder überdauern die unwirtliche Zeit zurückgezogen im Boden.
Eine spannende Seite, die mir bei der Bestimmung der mit (*) markierten Pflanzen geholfen hat, findet Ihr HIER

Die Maltesischen Blumen und Blümchen zeige ich gerne bei der lieben ReiseEule (link), die mit Blumen auf ihrem Blog die kalten Wintertage bis zum Frühling überbrückt. Vielleicht mögt ihr ja auch mitmachen?

Liebe Grüsse und viel Freude beim Entdecken der Pflanzen und Blümchen, Miuh

P.S. Auch dieses Jahr werden wir Malta wieder bereisen... hier (link) seht ihr alle Pläne, die ich momentan fürs 2017 habe und hier (link) alle bisherigen Berichte zum Thema Malta.


1 Kommentar:

  1. Hallo Miuh,
    ich finde es gut, dass bei Dir allerlei essbare Pflanzen zu finden sind. Die meisten davon kennen auch wir. Vor kurzem stießen wir auch auf den "roten Pfeffer" am Baum, ich glaube in Südspanien. Wir haben ihn getestet, riecht und schmeckt wie roter Pfeffer, haben aber der Sache nicht recht getraut, weil wir den Baum nicht kennen. Jetzt wissen wir, dass wir ein paar Beeren hätten mitnehmen sollen.
    Schöner Beitrag über die Blumen.

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